Schöne Ecken

Kenner dieser Seiten werden es womöglich mittlerweile bemerkt haben: hier werden die zwar hässlichen, aber deswegen nicht uninteressanten Ecken insbesondere von Nürnberg nach außen getragen. Und zwar mittels Fotografie. Wenn man so etwas tut oder auch rezipiert, dann beschäftigt man sich zwangsläufig mit einer Stadt. Man erforscht, entdeckt und interessiert sich für sie und ihre Ecken und Kanten. Unzulänglichkeiten werden kritisiert, dokumentiert, hervorgehoben und diskutiert, vielleicht auch mit dem Hintergedanken, dass mal etwas besser und angenehmer wird. Vielleicht macht’s aber auch einfach Spaß am Image zu kratzen. Wie auch immer.

Einen anderen, sehr interessanten Ansatz zum Thema Stadterforschung haben Helge Kletti und Cornelis Kater aus meiner alten Heimat Hannover bereits letztes Jahr gestartet. In ihrem exquisiten und schön subjektivem Podcast Schöne Ecken suchen sie nach „dem Wahren, Schönen, Lebenswerten und Gutem in unseren Städten“. Begonnen haben sie dann direkt mit dem hässlichen Raschplatz in Hannover, allerdings ohne da jetzt bis auf das Indiekino eine besonders schöne Ecke rauszuarbeiten (was auch schwierig ist). Sie sind mittlerweile aber auch in Berlin Kreuzberg/Friedrichshain unterwegs gewesen und haben aktuell die architekturbesessenen Spanier besucht.

Ich konnte z.B. der akustischen Tour durchs Wrangelkiez mit meinem geistigen Auge komplett folgen und habe fast jede Ecke wiedererkannt (inkl. Graffitis). In dem Podcast entdeckt man eine Stadt oder ein Kiez durch Leute, die dort leben und somit auf eine wahrhaftigere Art und Weise, als es jeder Touristenführer je könnte.

Ich bin gerade dabei, meine Heimatstadt akustisch neu zu entdecken und hoffe, dass noch viele weitere Städte folgen und vielleicht wäre ja auch mal Nürnberg eine Erforschung wert. Vielleicht findet man ja eine schöne Ecke ;)

Quelle: Schöne Ecken Podcast

(via wir müssen reden. Auch so ein schöner Podcast.)

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