Früher Stadtbad Wedding, heute Stattbad Berlin

Stadtbad Wedding #01 - Fassade

„Wedding kommt“, heißt es immer, wenn es darum geht, welcher Stadtteil in Berlin nach dem Ende von Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Neukölln und dem nicht unterzukriegenden Kreuzberg jetzt hip wird. Wedding kommt zwar nicht und wird vermutlich auch nie da sein, aber das heißt ja nicht, dass da nix passiert. Aus dem ehemaligen um 1907 erbauten Stadtbad Wedding ist Stattbad Berlin geworden. Immer noch als Schwimmbad erkennbar, ist aus dem Bau ein ansprechender Kulturort geworden, mit Bar, Co-Working-Möglichkeit, Partylocation und nicht zuletzt mit Raum für künstlerische Aktivitäten aller Art, aber insbesondere der urbanen Art.

Aus Nürnberger Sicht drängt sich sofort der Vergleich mit dem Volksbad auf. Die Brache am Plärrer ist zwar ungleich hübscher, nur wartet es nach wie vor auf eine vollständige Nutzung. Durch den Hemdendienst hat es sich nebenbei so in etwa zu einer interessanten und einzigartigen Kulturlokation entwickelt, auch wenn die allgegenwärtige „Zwischennutzung“ dem Treiben auch wieder ein spontanes Ende bereiten könnte.

In Berlin dagegen existiert das Stattbad (bzw. das „STTTBD“) als gefestigte Institution und man findet dort coole Szener und Posthipster, die sich in ihrer Alternativheit verblüffend ähnlich sind. Als Partylocation hab ich es nicht live erlebt, kann aber die Spuren lesen und die sehen aus als wäre es zu voll zum tanzen. Ein gängiges Problem aller auch nur mittelmäßig angesagten Orte der zeitgenössischen Kultur Berlins.

Tolle Location, spannendes Projekt, sehr interessante Fassadenverkleidung und ohne die Möglichkeit im inneren frei zu fotografieren. Für Fotosessions darf das Gebäude gerne gebucht werden. Auch hier wäre wieder die Parallele zum Volksbad in Nürnberg, welches eine begehrte Fotolocation und praktisch ausgebucht ist.

Fotos vom Stattbad Berlin

Update Mai 2015

Probleme mit Brandschutz-Auflagen: Stattbad Wedding muss schließen (Tagesspiegel)