Flüchtlingen helfen in Nürnberg [Updates]

Auch in Nürnberg gibt es Flüchtlinge, auch in Nürnberg werden es mehr und auch in Nürnberg brauchen sie Unterstützung. Nürnberg liegt nicht ganz im Zentrum der aktuellen Flüchtlingsdebatte, aber da die sich eher um brennende Flüchtlingsunterkünfte und das Versagen der Politik dreht, und nicht um die akuten Probleme der Menschen selbst, ist das vielleicht auch gut so. Bei Spreeblick beschreibt Johnny Haeusler subjektiv und sehr lesenswert das lang anhaltende, ärgerliche und ungelöste Problem rechter Gewalt hierzulande.

Tipps um Flüchtlingen zu helfen

Es engagieren sich viele Menschen für Flüchtlinge und es werden immer mehr. Ob man durch Geld, Trost, Sachen oder Aufklärung hilft ist gleichsam wichtig. Es soll auf jeder Ebene Elend gelindert werden. Am besten langfristig.

Die Organisation ProAsyl ist eine gute Orientierungshilfe. Bei ihr findet man Informationen, Tipps, Kontakte und weiterführendes Material um sich ehrenamtlich für Flüchtlinge zu engagieren. Neben einem PDF-Handbuch als grundsätzlicher Leitfaden hat ProAsyl in einer interaktiven Karte Projekte und Initiativen aus ganz Deutschland zusammengetragen. Auch Nürnberg, Fürth, Erlangen und das Umland sind mit dabei.

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Wie man einfach vor Ort helfen kann beschreibt ein Artikel bei Buzzfeed: 11 Möglichkeiten, wie Du Flüchtlingen schnell und unkompliziert helfen kannst.

  1. Deine Klamotten aussortieren und spenden
  2. Hygiene-Artikel kaufen
  3. Spielzeug abgeben
  4. Dein Internet teilen
  5. Beim Sortieren und Verteilen von Spenden helfen
  6. Selber etwas Geld spenden
  7. Flüchtlingen bei Behördengängen helfen
  8. Übersetzen helfen
  9. Deutschunterricht geben
  10. Einen Job vermitteln
  11. Schlafplatz: Einen Schlafplatz kann leider keine Privatperson anbieten, da in Bayern der Privatauszug nur im Rahmen der Familienzusammenführung und bei Krankheit möglich ist. (Leider)

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In Nürnberg helfen

Momentan befinden sich im Raum Nürnberg 1500 Flüchtlinge in städtischen und 1300 Flüchtlinge in staatlichen Einrichtungen dazu kommen 900 Notuntergebrachte und ca. 150 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

In seinem Blog Vip-Raum hat Peter Viebig Infos zusammengetragen. Die wichtigste dabei ist, dass es ein Flüchtlingshilfe-Portal der Stadt Nürnberg gibt. Man findet dort insbesondere Informationen, wo und wie man spenden (Kleidung, Möbel, Fahrräder, Geld) und wie man mit ehrenamtlichen Engagement unterstützen kann.

Eine ganz wichtiger Partner der Stadt ist move´in von der AWO. Dort begleitet man anerkannte Flüchtlinge, einen privatrechtlichen Auszug hinzubekommen, damit diese aus den Gemeinschaftsunterkünften rauskommen. Hier können beispielsweise auch Einliegerwohnungen und WG-Plätze gemeldet werden.

Zusammen mit dem Zentrum aktiver Bürger (kurz ZAB) wurde ein Projekt ins Leben gerufen, das Ehrenamt ausbilden und Helferkreise für städtische Einrichtungen organisieren soll. In vielen Einrichtungen gibt es bereits Helferkreise, in anderen wiederum, vor allem in der Südstadt, noch nicht. Ziel ist es, dass jede Einrichtung neben der professionellen Betreuung vor Ort auch einen ehrenamtlichen Helferkreis besitzt.

Dann gibt es das Projekt Refukitchen. Hier kann man zusammen mit Flüchtlingen einkaufen und gemeinsam kochen gehen.

Auch nordbayern.de bietet eine Übersicht an Projekten und listet Kontaktmöglichkeiten auf: Kleider, Möbel, Patenschaft: So können Sie Flüchtlingen helfen.

Besonderer Hinweis: Aktion Helferpforte. Professionelle Helfer gesucht

Weiterhin ist die Stadt Nürnberg auf der Suche nach professionellen Kräften, die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft ehrenamtlich betreuen wollen. Diese können sich bei der Anlaufstelle „Helferpforte“ melden, die die Stadt und das BRK gemeinsam ins Leben gerufen haben. Gesucht werden professionelle ehrenamtliche Helfer wie etwa Sozialpädagogen oder seelsorgerisch ausgebildete Personen, die im Umgang mit traumatisierten Menschen geschult sind.

– Danke an Christian Mätzler, Flüchtlingsbeauftragter beim Sozialamt der Stadt Nürnberg, für die Informationen –

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Melden, anzeigen, anprangern

Geholfen werden kann auch medial. Dass sich der Flüchtlingshass so hochschaukeln konnte ist nicht zuletzt ein zweifelhafter Verdienst der sozialen Netzwerke, vor allem Facebook. Die wunderbaren digitalen Netzwerkeffekte für die Verbreitung von Meinungen und Informationen funktionieren auch bei Hass und rechtem Gedankengut hervorragend. Die blaue Plattform wird hierzulande von 28 Millionen Menschen genutzt, ist damit sehr relevant und sie macht das Gemüt mancher Teile unserer Gesellschaft sichtbar. Dass sich Nazis auf Facebook in Gruppen organisieren ist kein Geheimnis. Auch dürften die orthografisch unterirdischen Hetzkommentare in diversen Kommentarsträngen niemandem verborgen geblieben sein. Um der rechten Gesinnung Einhalt zu gebieten, muss man sie aus ihren Echokammern und Filterblasen befreien und gegen sie anschreiben. Hassrede im Netz kann zu Gewalt führen – aber mit nicht hasserfüllter Gegenrede kann die Gesellschaft das verhindern helfen (via Sascha Lobo: Wie aus Netzhass Gewalt wird und was dagegen hilft).

Der zweite Weg ist, die entsprechenden Kommentatoren einfach anzuzeigen. Das kann jeder bei einer Polizeistelle seines Bundeslandes tun, inzwischen ist es sogar online möglich, allerdings nicht in Bayern. Wer als Zeuge Strafanzeige erstattet, sollte neben einem Grund im Idealfall den entsprechenden Link auf den Kommentar, einen Screenshot und Verweise auf das Profil der jeweiligen Personen mitliefern. Anschließend liegt es im Ermessen der Polizei, ob ein Anfangsverdacht vorliegt und die Ermittlungen aufgenommen werden. (via ZEIT ONLINE)

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Wenn ihr weitere Infos oder Tipps habt, dann schreibt sie bitte in die Kommentare. Danke für eure Unterstützung!

2 Comments

  • „Um der rechten Gesinnung Einhalt zu gebieten, muss man … gegen sie anschreiben.“
    „Der zweite Weg ist, die entsprechenden Kommentatoren einfach anzuzeigen.“

    Wie wäre es einfach die Ursachen zu lösen und nicht gegen die Symptome anzukämpfen?

    • Ursachen zu bekämpfen ist natürlich immer richtig. In diesem Fall sind diese aber mannigfaltig und durchaus auch geopolitischer Natur. Da Veränderungen zu erwirken ist nicht nur schwierig für einzelne, sondern auch langwierig. Daher ist vielleicht auch wichtig, dass die Symptome in Ordnung sind.

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