Nürnberg Impressionen August 2012 – Edition Gostenhof

Nürnberg Impressionen #17 - Gostenhof 06: Pseudogentrifizierung

Dies war dann vorerst der letzte Fotowalk mit Terence Jones. Nach den eher etwas blutleeren Ecken der Fotospaziergänge der letzten Wochen war zum Abschluss dann Gostenhof dran. Jenes Viertel in Nürnberg das durchaus das Prädikat „lebendig“ verdient. Es ist zwar auch hier noch genug Luft nach oben übrig, aber für Nürnberger Verhältnisse ist in dieser Ecke noch am ehesten was los. Man sieht, dass mehr Menschen unterwegs und draußen sind als anderswo in der Stadt. Es gibt recht viele Läden, Büdchen, Bars und sonst wie Orte, an denen Leben stattfindet und es wird in Gostenhof mit der Stadt gelebt, sprich es wird modifiziert, gestaltet, verändert, geprägt. So wie es sich gehört. Auch wurden wir vergleichsweise oft angesprochen. Mit unseren Kameras und unseren grenzdebilen Blicken auf Fassaden sind wir dann wohl doch aufgefallen. Z.B. passierten wir die Straße in der das Foto der hübschen Unbekannten am Geländer für die Nürnberger Presse entstanden ist. Die Puppe war mittlerweile verschwunden. Dafür war ein Bekannter des Besitzers da, der uns mehr oder weniger stolz erzählte, dass die Puppe letztens in der Zeitung war. Ich gab mich als Urheber jenes Presseartikels nicht zu erkennen, äußerte aber meine Begeisterung ob der artifiziellen Gestaltung des Rohbaus.

Als wir die Flecken an den Neubauten in der Mittleren Kanalstraße fotografierten kam einer der Bewohner bzw. Besitzer eines der Reihenhäuser auf uns zu und stellte uns zur Rede, warum wir denn gerade diese Fassade fotografierten und es kam zu einem kurzen Austausch bzw. einer aufkeimenden Gentrifizierungsdiskussion. Es sieht so aus als gibt es in Gostenhof sowas wie eine Gentrifizierungsgegenbewegung. Die Mieten steigen, hin und wieder wird mal ein Gebäude saniert oder neu gebaut und reflexartig wird in dem Kiez gegen Bonzen, Yuppies und saubere Fassaden Stimmung gemacht, insbesondere wurden die Neubauten in der Mittleren Kanalstraße mit Farbbeuteln beschmissen. Der Schaden ist nicht unerheblich. Nun könnten diese grauen Fassaden in der Tat etwas Farbe gebrauchen aber es geht hier um was anderes. Hier wird echte Gentrifizierung wie in Berlin oder London mit Stadtentwicklung in Nürnberg verwechselt. Ich will nicht bestreiten, dass es auch in Nürnberg Gentrifizierung gibt, aber sie findet im Kleinen statt und ist auf Parzellen begrenzt. In der Stadt werden bei weitem keine Stadtteile umgekrempelt und yuppiisiert. Vielmehr werden Brachen wiederbelebt. Das Mieten steigen ist unbestritten, aber das liegt weniger am Zuzug von Bonzen oder an Luxussanierungen, sondern eher am Wohnungsmangel in der Stadt. Gentrifizierungskritik wirkt in Nürnberg aufgesetzt und ist vielleicht eher eine Modeerscheinung als berechtigte Kritik. Auf der anderen Seite verleiht sie Gostenhof diesen punkigen Anarchocharme der Nürnberg als Großstadt sonst komplett fehlen würde.

Auf die schönste Litfasssäule möchte ich auch noch kurz hinweisen. An dieser urbanen Tauschbörse startete der Fotowalk und dort habe ich mittlerweile auch einige Dinge aus meinem Haushalt den innerstädtischen Verteilungsprozessen zugeführt. Schöne Idee!

Gostenhof ist und bleibt die mit Abstand lebendigste und interessanteste Ecke in Nürnberg. Wäre schön wenn sich das früher oder später mal auf z.B. Muggenhof oder andere angrenzende Kieze auswirken würde. Das AEG-Gelände ist zwar tendenziell wiederbelebt, aber drumrum regiert nach wie vor die Einfältigkeit.

Die Fotos (verdammt ähnliche und ganz andere) von Terence von der selben Tour befinden sich drüben in seinem Blog.

P.S.

48 Kommentare

  • Vielen Dank für deine (gewohnt) schönen Bilder aus Gostenhof. Du sprichst mir mit deiner Analyse zur Gentrifizierungsdebatte aus der Seele. Nürnberg ist nicht Berlin. Mich erschreckt die Aggression gegen Menschen, die hier ins Viertel ziehen. Was wollen die „Alteingesssenen“ bewahren? Warum ist man gegen Veränderungen in jeder Form?

    • Danke! Und ja, Veränderung ist vermutlich immer etwas schwierig wenn sie von Außen und nicht von einem selbst kommt und kann am Alter liegen. Ab einer gewissen „Reife“ haben wohl viele auch keine Lust mehr auf Veränderung. Allerdings ist GoHO doch generell ein very international Viertel, Zuzug und Durchmischung sollte also alltäglich sein. Und ich weiß auch von einer Partei in den Neubauten in der Kanalstr. die vorher schon in GoHo gewohnt hat und nun gerade mal 200m weiter gezogen ist.

      • Bei uns im Haus (Altbau) entstehen durch schlechte Heizungen und mangelnde Sanierung so hohe Energiekosten, dass sich die Mitbewohner dadurch verschulden, sogar sehr hoch verschulden. Steigende Energiepreise kommen noch dazu. Wir entziehen uns dem, weil wir mit Holz heizen. Das kann aber nicht jeder. Würde Geld in eine Sanierung gesteckt werden, müßte der aktuell niedrige Mietpreis steigen. Dafür sinkt der Stromverbrauch.

        Ich habe das Gefühl, dass es schon sehr eine Gentrifizierungsreflex-Aktion ist. Das Schmuddelimage Gostenhof zu konservieren, verhindert auch eine positive Entwicklung. Dies ist vielleicht eine Art linke Spießigkeit?

        Ich sehe hier in Gostenhof-Ost keine große Gentrifizierung. Seit 25 Jahren wohne ich nun dort und es gibt so viel Leerstand wie nie zuvor. Um mich herum gibt es mehrere Obdachlosenunterkünfte, Einrichtungen für Drogenabhängige und neuerdings ein riesiges Asylbewerberheim. Mich stört das nicht, im Gegenteil. Aber würden Investoren nicht mehr Geld machen, wenn sie stattdessen dort edle Wohnungen gebaut hätten? Einzig am Petra-Kelly-Platz (und im dessen Dunstkreis) gibt es ein Miteinander, Neues oder Urbanes.

  • Zufällig habe ich gerade gestern mit Anwohnern der Unteren Kanalstraße über die Entwicklung in Gostenhof und auch die Farbbeutelattacke gesprochen. Das Paar (um die 50) beschwerte sich auch über die steigenden Mieten im Umfeld, war aber mit der eigenen Miete (Altbau) doch noch sehr zufrieden. Das Paar (mit denen ich zufällig ins Gespräch kam) glaubte, dass die Farbaktion wegen des zunehmenden Anteils russischer Anwohner in der Unteren Kanalstraße geschah. (Disclaimer: Ich persönlich lebe nicht in GoHo und mir fehlt der Einblick ins Geschehen)

    • Hmm, ich halte ja GoHo für ein eher linksalternatives Quartier. Fremdenfeindlichkeit sollte demnach nicht primär ein Motiv sein. In den Leuten drin stecke ich allerdings auch nicht. Der ältere Herr mit dem wir uns unterhalten hatten war sich indes über die Hintergründe der Farbaktion auch nicht 100% im Klaren.

  • Hallo, Ihr Gostenhofkenner!
    Also in Gostenhof findet kein Verdrängungswettbewerb mit erschwinglichen Wohnraum statt? In Gostenhof werden also keine sozial und materiell schwachen Bevölkerungskreise verdrängt?
    In den letzten 50 Jahren hat sich viel in Gostenhof verändert, das meiste zum positiven. Verschiedene Wellen hat Gostenhof erlebt, Italiener, Türken, Griechen, Kurden, Eritreer, viele andere Volksgruppen, Künstler und Studenten eigentlich auch schon immer. Aber die haben sich unseren sozialen und finanziellen Rahmen angepasst und sich bei uns integriert. Das hat gerade ja den Charme unseres Viertels ausgemacht, der ja Euch auch gefällt und deswegen Ihr ja auch hergezogen seit.
    Seit 10 -15 Jahre wird Gostenhof als Investitions- und Spekulationsgebiet entdeckt. Gerade wenn Du in der Mittleren Kanalstraße unterwegs warst, wirst Du festellen, dass genau da nicht in Parzellen renoviert wird, sondern blockweise Wohnraument steht, den sich kein gostenhofer Niedriglöhner mehr leisten kann. Gleiches in Himpfelshof, Willstrasse, beim DEZ, wo denn überall noch. Man kann sich ja evtl. darüber freuen, wird neu gebaut und alles…
    Aber wenn meine neuen Nachbarn meinen, einfache Leute wie er, können sich ein Reihenhaus für, na 280 000 € leisten, ist das nicht mehr mein Gostenhof.
    Und die „Kreativen“ und „Grünen“ (jetzt setzte ich Anführungszeichen) die diese Veränderung verleugnen sind dann eben Teil dieser feindlichen Übernahme, wahrscheinlich, weil sie meinen davon profitieren zu können.
    P.S.: @Dirk wir hatten mal 15% Republikanerwähler

    • Hallo Kid,
      auch ich wohne schon seit einigen Jahren in der Schreyerstraße. Unsere Miete in einem schönen Altbau hat sich nie geändert, das heißt ich bezahle eigentlich -bedenkt man die Inflation- jedes Jahr weniger. Als ich hergezogen bin, hat die Breze beim Bäcker 0,30 € gekostet. Was kostet die mittlerweile beim Discounter??? Das liegt nicht am Zuzug von Leuten, die auch innerhalb von Gostenhof umziehen. Meine Nachbarn wohnen z.T. seit über 30 Jahren hier und bezahlen unverändert z.B. 120 € für 137qm. Das ist günstig und für eine einzelne Person „luxuriös. Unsere Vermieterin ist alt, besitzt zwei Häuser, die sie von Ihrem Vater (der vorher hier eine Fabrik hatte) geerbt hat. Sie hat vier Wohnungen seit über 7 Jahren unvermietet. Warum? Sicherlich nicht, weil die weg gehen wir warme Semmeln.

      Hätte das „bürgerliche Gostenhof“ vor etwa 100 Jahren niemanden hereingelassen, hätten wir jetzt kein vielfältiges Mit- und Nebeneinander. Dinge wandeln sich eben. Das ist das Leben, zum Glück. Wer das nicht akzeptiert, ist ebenso erzkonservativ wie der andere Rand.

      Und es ist schändlich, jemanden zu beschimpfen, bevor man mit mit dem Menschen gesprochen hat. Das macht man nicht – das versuche ich meinen Kindern beizubringen. Es ist aber natürlich einfacher durchs Leben zu navigieren, wenn man Vorurteile pflegt und sich pauschal abgrenzt.

      Ich hätte keinen Farbbeutel geworfen (obwohl ich gestehen muss, dass mir das gestalterisch ganz gut gefällt), ich hätte nicht von „hinten“ jemanden anonym angespuckt, sondern zuerst begrüßt. Gesicht zeigen, heißt das. Miteinander, statt verdrängen.

      In der Mittleren Kanastraße ist aus Asbest verseuchten Fabrikhallen und Lagerräumen mit aufwändiger Sanierung Wohnraum gewachsen. Danke! Bürgerengagement (auch meines) hat verhindert, dass dort neben Lidl und Norma auch noch wie geplant KIK und Schlecker mit einer Betonwüste an Parkplätzen gebaut wurden. Die z.T. neuen Nachbarn dort, die bei uns wohnen möchten, sollen willkommen sein. Darüber freu ich mich. Unsere neuen Nachbarn in der Mittleren Kanalstraße sollen willkommen sein. Sie haben niemanden Wohnraum weg genommen.

      Jeder kann etwas gestalten. Friedlich, ohne (!) Fremdenhass gegen niemanden. Ich wünsche mir, dass gehandelt, statt schlecht geredet wird.

      Ich bin beruflich in Nürnberg viel unterwegs, und wer die Augen in anderen Stadtteilen öffnet, wird schnell fest stellen: es wird auch außerhalb von Gostenhof viel Wohnraum gebaut. Grund: Landflucht und dadurch: Mangel an Wohnflächen. Menschen auf der ganzen Welt verdichten sich im urbanen Raum. Und auch in Nürnberg. Also, ganz normal. Mein Tipp: einfach mal durch andere Viertel oder Städte spazieren und den Fokus anpassen.

      Wer sich -wie Deine Nachbarn (@ Kid)- ein Reihenhaus kaufen will, der muss Geld ausgeben. Und wenn man sich den Markt anschaut, dann ist ein Reihenhaus in ganz Nürnberg für 280.000 nicht besonders einfach zu finden. Sprich: ganz und gar kein Gostenhofer Phänomen. Im Nürnberger Westen sind mit AEG, Grundig, Quelle mehrere Hunderttausend QM Brache entstanden. Da ist Städteplanung und Politik gefragt. Warum baut die Stadt kaum Sozialwohnungen, warum bringen die kirchlichen oder sozialen Träger wenig Engagement auf? Also, bitte: nicht immer auf die „Kleinen“ in der Mittleren Kanalstraße draufhauen, sondern dort den Hebel ansetzen, wo der Effekt signifikant wäre.

      Spekulationsgebiet wird Gostenhof im Kern nicht. Dazu sind für die Investoren die Eigentümerstruktur viel zu kleinteilig und zu heterogen. Auch ist hier in unserem stark verdichteten Stadtteil so wenig Grün und Naherholung möglich, dass wenig Potential „nach oben“ steckt. Fakt.

      Ich empfehle, die Entwicklungen aufmerksam und mit Engagement zu verfolgen UND mitzugestalten. Mit Leidenschaft und Händen, persönlich und nachbarschaftlich.

      • Lieber Udo,
        das einzige was ich bisher konstatiert habe, ist, dass sich die sozialen Verhältnisse in Gostenhof in den letzten Jahren qualitativ ändern. Und nicht etwa weil die Probleme, der bisher einfachen Leute gelöst, oder verbessert worden sind, sondern weil sie in einem gentrifizierten Gostenhof keinen Platz mehr finden. Manche profitieren davon, andere fallen hinten runter.
        Das kann man gut finden, als völlig normal hinnehmen, oder eben wie ich, bedauern.
        Was ich einfach nicht raffe ist das Verleugnen dieses Umstands. Ich suche nach Erklärungen, warum eben Kreative, denen ich durchaus auch intellektuelle Reife unterstelle, Grüne, denen ich durchaus Interesse an der Lage des „Prekariats“ und in Nürnberg keinen Klüngel mit der SPD-Mafia unterstelle, der Bürgervereinsvorsitzende, dem ich ja auch Empathie unterstelle, diese Diskussion anscheinend unbedingt vermeiden wollen.
        Das ich da dann persönliche Interessen unterstelle, war die einzige Spitze, die ich mir bis jetzt geleistet habe. Und das nach einer langen, leider völlig fruchtlosen Diskussion mit Daniela Müller über meinen personalisierten Twitteraccount, und Schuggi, unser admin, hat meine mailadresse.
        Soviel zu Gesicht zeigen, von Hinten anspucken, und zu beschimpfen.
        Nicht, dass ich empfindlich wäre, aber wenn ich alles was hier über Gentrifizierungskritiker abgelassen wurde, anschaue, scheint ja doch eine verletzliche Stelle getroffen worden zu sein.
        “Alteingesssenen”, was sollen die Anführungszeichen, die gibbs halt.
        Ab einer gewissen “Reife” haben wohl viele auch keine Lust mehr auf Veränderung,
        Gentrifizierungsreflex-Aktion, linke Spießigkeit, Ewig gestrige Linksradikale – Kiezrevolutionäre, die neuen Spießer, veränderungsresistente “Kiezblockwarte”, die anderen ihren Lebensentwurf aufzwingen wollen, was alternativ wirken soll ist einfach erzkonservativ und – spießig, Wer das nicht akzeptiert, ist ebenso erzkonservativ wie der andere Rand, Es ist aber natürlich einfacher durchs Leben zu navigieren, wenn man Vorurteile pflegt und sich pauschal abgrenzt, ….wischt Euch erstmal den Schaum vom Mund, Ihr kennt mich ja alle.
        Super Einstieg für eine sachliche Diskussion.
        Da fällt mir noch mehr ein, gerade zu den Häusern in der Mittlerern Kanalstr., aber auch ich versuche meinen Adrenalinpegel zurück auf ein gesundes Niveau zu bringen.
        Also bis denne

        • Hallo KID,

          Ich kann deine Bedenken durchaus verstehen und sehe sicher auch Gentrifizierung.

          Allerdings nicht dieses bedrohliche Verdrängungsszenarium. Gentrifizierung ist durch die Aggressivität der Diskussion zu einem verbrannten Wort geworden. Per se ist eine Aufwertung eines Stadtteil nicht schlecht. Was mir gar nicht gefällt, ist die Einteilung in Gut und Böse und mit dem Finger zeigen auf Menschen, die sich engagieren und was tun.

          Warum schreibe ich „Alteingesessene“ in Anführungszeichen? Weil ich das einen sehr dehnbaren Begriff finde. Ab wann ist man Alteingesessen? 5, 10 oder 20 Jahre?

          Der Ausgangspunkt unserer Diskussion auf twitter war, dass du die Leute von InGoho angegriffen hast. Warum? Weil sich hier Menschen kümmern. Das finde ich unfair. Weil es ein Gewerbeblatt gibt wie in jeder schnöden Vorstadt? Hier kämpfen Selbstständige jeden Tag um ihr Weiterbestehen und nicht ums große Geld.

          Ich wünsche mir, dass Menschen, die hier neu ins Viertel kommen nicht der Hass entgegengebracht wird, sondern man sie begrüßt und sie einlädt. Weg mit der Feindlichkeit. So wie Udo das geschrieben hat.

          Vielleicht bis bald.

        • @ KID „….wischt Euch erstmal den Schaum vom Mund, Ihr kennt mich ja alle.“
          Verflixt, ich hatte gar keinen Schaum vorm Mund. KID, ich mag gerne diskutieren, weil ich gerne Deinen Standpunkt begreifen will. Aber leider haben wir uns noch nicht persönlich kennen gelernt. Und deswegen schlage ich ein Gespräch vor. Aber nicht hier. Sondern im echten Gegenüber.

          Denn, wieder muss ich fest stellen, dass das geschriebene Wort verschieden gelesen werden kann. Meine Färbung ist nicht die, die Du gelesen hast. Daher, hatte ich kein Schaum vorm Mund.

          Vermutlich weißt Du wo ich bin, dann komm doch einfach vorbei. Ich würde mich freuen. Echt.

          • Auch von mir das Angebot zum Gespräch im real life. Sind wir uns schon mal begegnet? Ich kenne dich nicht persönlich.

            • Um mich persönlich gehts doch nicht, ich würde das Thema liber hier öffentlich diskutieren.
              Danke für das Angebot

  • Hallo hier Yusuf wir wohn in der Kernstraße. Schon lange. Mein Frau hat von das hier erzählt. Ich find komisch weil ist anders wie sie schreibe. Stimt mein miete ist fiel teuer worden weil Fermieter hat alles neu macht. Stimt abrauch wir zahlen wenger als hälftean ewag. Jetzt kosten wie vorher.Fast.wen Kinder klein hatten problelm lunge mit schimel an Tapeteecke un fenster. aber jetzt alles weg nix mer da. Habe fermieter bedankt weil jetzt gut. Mein Son ist alter un icst in Gang. Sie gehn manchma Linke klaschen. hab ihm gessakt wir sind Kudistan auch fertribene. Gewalt ist schisse. Linke wollen nix wegschicken von hir. alles ist unser heimat fur hier alle. Gewalt geht nix. wen sie hir mit worte feinda machen ist auch schisse. wir woln Nachbarn. warum so das hir in Internet????

  • Was ich immer nicht verstehe ist, wie man so hässliche Fassaden ins Stadtbild setzen kann. Die Farbbeutel fügen sich zwar auch nicht besonders schön in die Umwelt, verschlimmern tun sie nichts.

  • Ich finde auch, dass man neue Nachbarn besser mit einem Stück Kuchen und einem netten Smalltalk begrüßen sollte als mit einer Farbeutelatacke. Lecker Kuchen wirkt vermutlich tendenziell eher deeskalierend, aber da hat vielleicht jeder so seine eigenen Vorstellungen.

    Hier nun eine Erläuterung warum ich als Beobachter die Aktivitäten in GoHo für Stadtentwicklung halte und nicht für Gentrifizierung. Bei Gentrifizierung haben wir es mit der aufgezwungenen Veränderung von Nutzungskonzepten zu tun. Gewachsene (kulturelle) Strukturen werden auf einen Schlag zugunsten von Renditeaussichten zunichte gemacht und Menschen werden in kürzester Zeit vertrieben indem ihre (Frei-) Räume platt gemacht werden oder indem sie aus ihren Wohnungen gekündigt oder mit Abfindungen rausgelockt werden. Gerade die Zerstörung von kulturellen Räumen wirkt sich unmittelbar negativ auf das bestehende Klima eines Quartiers oder Stadtteils aus. Beispiele gibt es unzählige. In Berlin (ich kenn mich da nun mal ein bisschen aus) sind z.B. Clubs wie der Tresor, die Bar25 oder der Klub der Republik (um nur einige wenige zu nennen) solchen kurzfristigen (und im Fall des Tresors bislang nicht realisierten Renditeaktivitäten) zum Opfer gefallen und das spürt man schnell in einer Stadt, die sich durch genau solche Orte ein Stück weit definiert. Auch deswegen und den deutlich, im zweistelligen %-Bereich gestiegenen Mieten kocht die Debatte in Berlin so hoch. Man hat dort in der Politik erkannt, nicht zuletzt durch massive Proteste der Bürger, dass es Berlin nicht gut tun wird, wenn man es komplett durchsaniert, mag es finanziell noch so attraktiv sein (wobei man auf konkrete Aktivitäten Seitens des Senats basierend auf dieser Erkenntnis bislang noch wartet).

    Der Unterschied zu Nürnberg / GoHo ist, dass hier kaum bis keine Nutzungen geändert werden. Auf dem Gelände der Kanalstraße gab es einfach keine Nutzung. Da war nix, die Fläche war eine Brache. Ich hätte nur zu gerne gesehen, dass sich da ein Club ansiedelt, ne schicke verranzte Subkulturbar hält oder die Gebäude sonstwie von Aktiven übernommen werden. Der Hemdendienst war ja mal in der Straße, nur verschwand er wieder lange bevor es zu irgendwelchen Sanierungen gekommen ist. Dem Vernehmen nach wegen Anwohnerbeschwerden (relativ spießiger Grund, findet ihr nicht?).

    Wenn man mit einer geplanten Nutzung eines Gebäudes oder Geländes nicht einverstanden ist, dann darf man sich gerne Gegenkonzepte überlegen. Wie in jeder Diskussion gilt auch hier: Konstruktiv bleiben! Beispiel aus Berlin: Nachdem das Gelände der Bar25 platt gemacht wurde entstanden Pläne das (wirklich nette) Gelände ohne Rücksicht auf soziale und stadtgestalterische Ziele meistbietend zu verkaufen. Die Zwischennutzer des Areals, die auch die Bar25 betrieben, haben indes den eigenen Plan selbst Wohnungen errichten zu lassen, dazu einen Club, Restaurant , Bar, eine 24-Stunden-Kita und einen Bürgerpark mit Anwohnergärten – kurzum, das Kulturdorf „Holzmarkt“. Das ist für eine Stadt nicht so rentabel wie eine Vermarktung an einen Meistbietenden aber am Ende kann die Politik solche Nutzungen steuern und so in die Nutzung und Entwicklung eines Stadtteils eingreifen, aber dafür muss es solche Ideen und Konzepte erst mal geben!

    Was ich damit sagen will ist: werdet aktiv und erstellt Nutzungskonzept und zieht sie auch durch! Die Aktivitäten rund ums Volksbad zeigen doch, dass so was auch in Nürnberg geben kann oder hat ernsthaft jemand was gegen die neue Nutzung des AEG-Geländes? Rumhängen und nörgeln und am Ende dann Farbbeutel schmeißen bringt keinem was. Als nächstes gibt’s in Gostenhof übrigens einen Neubau der DATEV in der Fürther Straße. Der entsteht auch auf einer Brache wo lange Zeit nix gewesen ist. Vertrieben wird da direkt erst mal niemand. Allerdings kann es sein, dass sich die Leute die dort arbeiten werden für Wohnungen interessieren, die sich in unmittelbarer Nähe zu ihrem Arbeitsplatz befinden. Es wird also möglicherweise ein Bedarf an Wohnungen geschaffen. Dann könnte es möglicherweise zu Aufwertungen in der Gegend kommen und ich wette, das möchte man sogar, was aber meiner Meinung nach mittelfristig erst mal den hier schon angesprochenen Leerstand in der Gegend betreffen wird und genau das verbuche ich als Stadtentwicklung und nicht als Gentrifizierung. Irgendwas muss man mit den Brachen ja machen. Denn diese Altlasten rumliegen und vergammeln lassen bringt ja keinem was.

  • Zeit das sich einer von den „bösen Bonzen“ aus der Miitleren Kanalstr. zu Wort meldet. Ich bin dort mit meiner Famile eingezogen. .. Aus der Kernstrasse, wie mein Nachbar, der andere Nachbar kam aus der Knauerstr….
    Persönlich wohne ich seit 25 Jahren in Gostenhof und finde es nun ein etwas seltsam, wie ein Fremdkörper behandelt zu werden, auch wegen es ja, wie hier, auch andere stimmen gibt.
    Wir haben uns für diese Schuhkartons entschieden, weil wir eben keine Lust auf Schwabach, Thon etc. hatten und weiter mit dem Rad zur Arbeit fahren wollen, statt ein weiteres Auto anzuschaffen. In den letzten Jahren haben wir mehr und mehr Geld in Miete und Nebenkosten für den Hippen Teilrenovierten Altbau gesteckt, was die Aussicht auf ein warmes Heim im Winter immer verlockender erscheinen lies ( auch wenn man derzeit nicht an den Winter denken mag).

    Die bereits erwähnte „hässliche“ Fassade ist nicht zu Letzt auch ein Zeichen dafür, dass hier Leute eingezogen sind, die eben keine Bonzen oder Yuppies sind und für nen tollen Architekt hat halt auch das Geld nicht mehr gelangt. Es parkt ja auch kein X6 oder Audi Q7 davor…

    Was bereits gesagte wurde, möchte ich aber auch nochmal betonen: Durch das Projekt in der Mittleren Kanalstr. 21-23 ist kein günstiger Wohnraum vernichtet worden, sondern eine Industriebrache bewohnbar gemacht worden. Und da viele unsere Häuser als hässlich empfinden, sind ja wohl auch kaum geeignet, die Umgebung aufzuwerten ;).

    Ich denke, die meisten von uns werden sich aber drum bemühen, dass das einheitsgrau mit der Zeit verschwindet und (noch) mehr Farbe ins Straßenbild kommt, wenn der Denkmalschutz zustimmt ( wg. Ensembleschutz).

    Jedenfalls Dank an Udo und Dirk

    • @Tex
      erstmal danke und und herzlichen Glückwunsch zum Bezug der Wohnung.
      Jedoch: Wieviel Spass hat der Schuhkarton gekostet?

    • Wer spricht denn von „bösen Bonzen“, falls Du die Motivation der Farbbeutelwerfer meinst, weißt Du doch genau, aus welcher Ecke das kommt. Mit den, eher erlebnisorientierten, jungen Leuten müßt Ihr umgehen. Ich würde da ja eher einen pädagogischen, offensiven Ansatz empfehlen. Den Konflikt der Polizei zu überlassen ist nicht lösungsorientiert.
      Falls Du meinen Beitrag zu den einfachen Leuten in Gostenhof meinst, kannst Du doch nicht abstreiten, dass die, die Bafög, kleine Renten, ALG2, Mini- & Eurojobs haben, soviel verdienen, wie Du in den 20,25 Jahren übrig hast, um Dein Haus abzubezahlen. Zu den einfachen Leuten in Gostenhof gehört Ihr nicht, Ihr seid Hausbesitzer.
      Jetzt läßt aber mein Weltbild zwischen einfachen Leuten und bösen Bonzen (die gibbs wirklich) durchaus noch andere Kathegorisierungen zu(dass man das überhaupt erklären muss?).
      Abba um das geht es nicht, wenn ich Euch als Individuen wahrnehme, das kann ich, dann begrüße ich Euch, auf meinen Kuchen könnt Ihr sicher verzichten. Unkompliziertes Heizen, Herrin im eigenen Haus, wenn Ihr Euch das wünscht, freu ich mich für Euch.
      Trotzdem habt Ihr mit Euerem Individualinteresse, und dem Individualinteressen der Anderen an vielen Stellen in Gostenhof(Hab ich oben schon mal locker aufgezählt) Einfluß auf unser Gemeinwesen.
      Und da sind Euere Häuser, tut mir leid, tatsächlich Fremdkörper. Finanziell wirkt sich das, Deinem Smiley entnehmend, auf jeden Fall auf die Umgebung, z.B. auf den Mietspiegel, auf die steigende Attraktivität für Finanzinvestoren, … aus. Schau mal da, zwei Häuser weiter, das nächste Projekt.http://tinyurl.com/cw285xe
      Und natürlich sind Reihenhäuser auch architektonisch ein Fremdkörper, in der Kieselbergstr. sind noch welche, aber sonst seit Ihr die ersten. Aber wir sind hier eben nicht in Thon oder Schwabach. Wenn man wirklich einen Moment an den, von Dir zitierten, Ensembleschutz gedacht hätte, würden jetzt 3-4 geschossige Mehrfamilienhäuser da stehen, wie im größten Teil der östlichen Mittleren K.
      War es die Idee vom Schmelzer hier ein Compound, räumlich fast geschlossen um einen Innenhof? Warum meinst Du, wurden die zwei Häuser, Richtung Austr., neben Euch noch nicht verziert? Ist doch komisch, die haben für Ihre Eigentumsetagen (stimmt das?) mindestens das selbe bezahlt.
      Ich hab gelesen, die ham bei Euch die Oberflächen saniert, Du weißt, dass die da in den 70er Leiterplatten produziert haben, ich würde da evtl. Ausgasungen im Keller im Auge behalten ;-).
      Naja, nehmt´s locker und fühlt Euch wohl in Euerem neuen Zuhause.

      • Mit den Bösen Bonzen sprach ich auf die Wortwahl div, Flugblattautoren an, dich persönlich will ich damit nicht gemeint haben.

        Was die Farbaktion der Kinder angeht, die Bullen lassen sich da nicht raus halten, das können wir gar nicht verhindern. Sie haben wohl die Fassade ausgewählt, weil sie aus der Deckung des Jamnitzerplatzes gut werfen konnten. So konnte Sie auch nur die unteren Teil der Fassade treffen und daher sich auch keine Kleckse an den Seiten. Um die Fassade der anderen Häuser, die Du angesprochen hast, zu verzieren, hat Ihnen der Mut gefehlt, da hätten sie keine Deckung gehabt.

        Das die von dir genannten Personen ein geringer Einkommen beziehen, bestreitet ja keiner, aber ist das eine Voraussetzung hier wohnen zu dürfen? Dürfen nur die an deinem Gemeinwesen teilhaben?

        Der Ensembleschutz hat zunächst mal nix mit den Eigentumsverhältnisses des Wohnraums zu tun, die von dir gewünschten Mehrfamilienhäuser wären auch nicht viel schöner geworden und da sich keiner um den Sozialen Wohnungsbau kümmert, wären die auch in privater Hand gelandet, mit Mieten, die sich keiner leisten kann, wie ein Großteil des Wohnraums in Gostenhof. Ich wohne seit 25 Jahren hier und habe diverse Vermieter kennengelernt. Unsere Schuhkartons haben sicher keinen großen Einfluss auf den Mietspiegel, da sind andere Faktoren viel entscheidender, Innenstadtnähe, Verkehrsanbindung, die ganzen schicken Läden, Restaurants, Kneipen etc! Daran hätte sich nichts geändert, wenn man die Fabrik dort weiter verfallen lassen hätte. Macht Palais, Palmengarten, Regina, Per Bacco und La Locanda zu, und die Mieten werden zumindest nicht so schnell steigen. Dabei sind die Mieten ja gar nicht das Hauptproblem, viel schneller steigen die Energiekosten und dass wirkt sich bei den oberflächlich renovierten Altbauten ja viel verheerender aus.

        Was die Anordnung der Häuser betrifft, schau die mal die alte Bausubstanz an, dass sind alles geschlossene Innenhöfe, durch die ich nicht einfach durch latschen kann, wenn ich zu Lidl oder Norma will. Die Schmelzer-Bande hatte damit jedenfalls nichts zu tun.

        • ach ja, nicht wir erhöhen die Mieten, sondern die Vermieter! Uns die steigenden Mieten an zulasten, ist wohl auch der falsche Ansatz.

  • Alles klar, meine Anmerkungen waren ja auch nur als Gedankenanstoss gedacht, über die eigene Interessenlage hinaus zu abstrahieren. Aus Deiner polemischen Grundhaltung lese ich, dass dies nicht gelungen ist.
    Ich geb´s zu du hast mich niedergeschrieben.
    P.S.: Natürlich war die Eröffnung der Schaumburg das erste kleine, kleine Pflänzchen der Gentrifizierung in Gostenhof

    • Gentrifizierung ist die soziale Umstrukturierung eines Stadtteils, v.a. Austausch einer v. Status niedrigeren durch eine höhere Klasse (nach Friedrichs (WTF is Friedrichs?))
      Kid – a) wirst du dich sicherlich nicht als niedrigere Klasse angehörig bezeichnen und b) holst du dir auch gerne ma deinen Tabak dort…bis bald, aus Pdam.

  • Tut mir Leid, wenn ich polemische klinge und deiner Meinung nach nicht über den Tellerrand blicke, aber in erster Linie nervt mich gerade überall zu lesen, das wir Kacke sind (was Du ja nicht gesagt hast). Mein Abstraktionsvermögen ist in letzter Zeit etwas arg strapaziert worden. Ganz frei von Polemik sind ja deine Post auch nicht und zwar nicht erst, als Du auf mich geantwortet hast, wenn ich das anmerken darf.

    Übrigens ist die Seite etwas aufschlussreicher über das Bauvorhaben in der Rohrmannstrasse:
    http://tinyurl.com/cg8nbu5

    • naja, nicht ihr seit Kacke sondern für viele Menschen sind eure Wohnungen einfach kacke.
      Ob gerecht oder ungerecht darf jeder entscheiden und wird sicherlich nicht hier in diesem Blog geklärt.

      Danke für die Preise.

  • Steht die Linke nicht für Toleranz, setzt sie sich nicht gegen Ausgrenzung ein? Sei anders anders als es die vermeintliche Leitkultur vorgibt, schon bist du anders. Geht ganz einfach: Zieh in ein neues hässliches Haus, dann fällst du auf, Altbau und evtl. echt Asche haben geht ja klar, und du bist anders. Ein hoch auf den Multikulturalismus, das Viele und die Durchmischung.

    • @Mike
      Deine Antwort ist Polemisch und entzieht sich jeder Grundlage.
      Weder ist Momentan bekannt, dass die „Linken“ wer ist die Linken überhaupt:… die Linke Partei um Gregor Gysi… ein paar Jugendliche aus GoHo bzw. noch sonstwer diesen Farbanschlag verübt haben.
      Alles was dir irgendwie als Fremd erscheint als „Links“ zu bezeichnen ist reinstes Schuhkarton denken.

      @Kid
      Darf man noch Fragen wie du es finanziert hast. EG Quote und so

      • @Sebastian
        Du meintest wohl eher mich und nicht Kid, aber nein, die Fragen sind dann doch etwas zu privat, und was interessiert es Dich, wenn Du unsere Häuser eh Kacke findest (s.o.)?

        • @Tex
          Entschuldige für die Namensverwechslung.

          Jedoch lies dir meine Post noch genau durch:
          „naja, nicht ihr seit Kacke sondern für viele Menschen sind eure Wohnungen einfach kacke.“
          Ich habe nicht geschrieben, dass ich eure Wohnungen kacke finde.

          Rein interessehalber habe ich gefragt.

  • @Sebastian
    Abgefahrene Interpretation meiner Aussage. Dachte nicht, dass man es so verstehen kann.
    Mir ging es um einen Aufruf zur Toleranz und gegen vorverurteilende Engstirnigkeit. Vermeintlich anders sein zu dürfen. Und dafür steht die Linke doch in allen ihren Spielarten, oder nicht? Mir geht es weder darum herauszufinden wer da was geworfen hat, noch Gysi mit z.B. Antifa oder den Grünen, die ja sicher nicht mehr links sind, in einen Topf zu werfen. Ist auch am Thema vorbei.

    • @Mike
      nochmal. Welche Linke meinst du? Die Partei, eine Gruppierung die sich so nennt oder wenn auch immer? Der Begriff ist zu schwammig und haltlos heutzutage.
      Ich hab keine Ahnung für was die „die Linke Partei“ weder „Antifa“ stehen, aber dein Aufruf ist schön, jedoch hier in diesem Blog völlig unsinnig und verpuffert doch jetzt schon.
      Eher solltest du in solche Gruppierungen eintreten und für deinen Standpunkt, wenn er nicht vorhanden ist, diskutieren.

  • Auch wenn sich alle schon wieder ganz doll lieb haben, nachdem ich gerade die Kommentare noch einmal gelesen habe, hier noch meine Meinung:

    1) ´Farbaktion‘: egal wie man das verniedlicht, und einige von den ‚Autoren‘ geben sich dabei größte Muehe, es handelt sich zunächst einmal um Sachbeschädigung. Deswegen war auch die Polizei vor Ort. Der Schaden (den gibt es tatsächlich auch) liegt bei etwa 10.000 Euro. Bitte jetzt keine Kommentare wie ‚das kann ich auch billiger‘ – hier muss ein Gerüst gestellt werden, es müssen die Verputzer oder Anstreicher kommen etc.

    Wer es lustig findet, mit Farbbeuteln zu werfen, oder dies für eine Verschönerung hält, kann dies jederzeit in seiner eigenen Wohnung tun, auf sein eigenes Auto, oder sich selbst ins Gesicht. Das macht aber keiner – komisch oder? Insofern ist dieses ganze Getue um politische Aktionen Heuchelei und nichts anderes.

    2) Gentrifizierung: Daniela hat Recht, das Wort is verbrannt, und wird für jede Veränderung im Stadteil (miss-)braucht: Kid hat ja bereits im Palais Schaumburg das erste Pflänzchen der Gentrifizierung erkannt, daraus schliesse ich, dass Kid seine Abende in der Zentralhalle als Bollwerk gegen die Gentrifizierung verbringt.

    Andere Beispiel: selbst die ‚Schwarze Katze‘ ist in ein viel schöneres und größeres Lokal am Eck des Jamnitzer Platz umgezogen. Sind das jetzt nicht auch Gentrifizierer, da sich nicht mehr in dem muffigen Büro hocken wollten und sich nach besseren Räumlichkeiten umgesehen haben? Müssen da jetzt nicht auch sofort Farbbeutel geworfen werden (anschliessend kann man drinnen noch einen Kaffee trinken).

    Meiner Meinung nach ist diese ganze Debatte völlig aus dem Ruder. Hier wird das Umkrempeln von ganzen Stadtteilen in Berlin oder London mit einzelnen Bauvorhaben verwechselt. Wer sich einmal im Gostenhof umschaut, sollte allen danken, dass wenigstens ab und zu eine Fassade renoviert wird, ein altes und leerstehendes Gebäude abgerissen wird, und neuer Wohnraum gebaut wird, oder irgendwo ein neues Cafe oder Laden eröffnet. Abwärts geht es mit einem Stadtteil nämlich von ganz alleine, und vor allem dann, wenn man jedes Aufstreben und jede Veränderung politisiert und verteufelt.

    3) Mieten im Gostenhof: Die Mieten im Gostenhof dürften nach Schweinau immer noch mit am niedrigsten sein. In den Immobilienspiegeln von Focus, Kapital und dem Immobilienbericht der Stadt Nürnberg steht Gostenhof einhellig als ´einfache Lage´ (also der niedrigsten Kategorisierung). Sorry Kid: 15 Jahre Immobilienspekulation für die Katz´. Die Miete für unsere Wohnung ist in den letzten 15 so gut wie gar nicht gestiegen (ein Dank an meinen Vermieter). Die Nebenkosten für Strom und Gas haben sich aber verdreifacht, und dies ist insbesondere ein Problem in den unsanierten Altbauwohnungen.

    Aber auch hier sind ja die Neubauprojekte für die Probleme mit bezahlbarem Wohnraum verantwortlich, da sie die Mieten offensichtlich ins Unermessliche treiben (und nicht etwa die viel stärker gestiegenen Nebenkosten). Und selbst wenn dass zum gegenwärtigen Stand noch nicht passiert, kann man damit schon mal prima hausieren gehen und Angst schüren.

    4) Toleranz: Im Gostenhof lernt man (auch aus Posts wie oben) eine tolle neue Definition der Toleranz: Alles, was gleich gut oder schlechter gestellt ist, ist vollständig OK. Aber wehe, es kommt der Verdacht auf, dass da jemand mit möglicherweise deutlich mehr Gehalt ins Nachbarhaus zieht, dann ist es mit der Toleranz ganz schnell vorbei. Denn Toleranz ist in dieser Definition nicht etwa das Miteinander von Familien aus unterschiedlichen sozialen und ethnischen Herkünften, die gemeinsam ein Miteinander in einer Stadt suchen, sondern es wird von linken ´Kiezblockwarten´ (dies fand ich wirklich lustig) genau vorgelegt, bis wohin die politische Toleranz gegeben ist (nämlich genau bis zur eigenen Einkommensgrenze). Oder, um endlich zum Schluss zu kommen: wie aus einem alten Comic von Hägar dem Wikinger: ´Ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden da sind nicht von hier.‘

    5) Also: ich bin mit meiner Familie im Gostenhof geblieben, weil ich die Menschen hier, das Umfeld und die Nähe zur Innenstadt sehr mag. Dass ich heute mehr verdiene als vor 15 Jahren geht hoffentlich nicht nur mir so. Allerdings würde ich mir wünschen, dass die gleiche Toleranz, die ich allen Mitbürgern in diesem Stadtteil entgegen bringe, auch umgekehrt gilt.

  • Kritische Geister mit „Kiezblockwart“ in die Nähe von Faschisten rücken, und mit jedem dritten Satz Toleranz einfordern. Aber sonst seid Ihr sauber?

    • Toleranz von Dir zu erwarten scheint ja leider zu viel verlangt, wie Du gerade sehr schön verdeutlichst…

      Faschisten sehe ich hier aber auch keine (wie kommt man nur auf solchen Blödsinn?)

        • Hallo Kid,

          auch durch Wiederholen wird Dein Argument nicht besser. Und alle anderen Punkte oben interessieren Dich ja scheinbar nicht. Das Wort ‚Kiezblockwart‘ habe ich zitiert (genau wie Du uebrigens).

          Im Uebrigen bin ich es Leid, von Dir unterstellt zu bekommen, andere als Faschisten zu diskriminieren (was auch nicht nachvollziehbar ist), und Du solltest Dich deswegen entschuldigen.

          Alternativ kann der Admin Deine Beschuldigungen auch loeschen, da Sie keinerlei sachliche Inhalte haben.

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