Der Goldene Saal der Zeppelintribüne

Der Goldene Saal

Seit neuestem ist die Besichtigung der Innenräume der Zeppelintribüne im Rahmen einer Führung über das ehemalige Reichsparteitagsgelände möglich. Zu diesen Innenräumen gehört insbesondere der „Goldene Saal“, in dem sich einst die Größen des Naziregimes trafen, bevor sie zu ihren Ehrenplätzen geleitet wurden. Mehr Infos hier oder dort.

Die Räume sind in einem etwas besseren Zustand als es das marode Äußere der Tribüne vermuten lassen würde. So richtig lange dürfte das Bauwerk von selbst aber nicht mehr durchhalten. Einige Räume im Inneren werden bereits abgestützt. Das Geld für eine Sanierung (man munkelt derzeit von 75 – 80 Mio €) hat niemand und mittlerweile müsste man die Tribüne auch zu 80% wenn nicht gar komplett sanieren. Erneuerte man aber die ganze Fassade würde die Tribüne am Ende wirken wie ein Neubau. Ein kleines Dilemma. Wie rechtfertigt man den Neubau von Nazi-Architektur? Vor dem Hintergrund ist eine Sanierung ein etwas heißeres Eisen, das dem Vernehmen nach niemand so richtig anfassen mag.

6 Kommentare

  • Er (via Facebook) sagt:

    Zentralrat der Juden hat sicher genug mittel u Kontakte um solche Relikte im Rahmen der unvergesslichbarkeit zu sichern. Ich fände es zwar schade falls es zerfällt, aber 80 mille is ne Nummer zu groß für Nürnberg !

    • Hans-Erich Keller sagt:

      Für ER :Den ersten Satz finde ich hervorragend. Den zweiten etwas weniger. Geschichtsrelevante Bauten, auch wenn uns deren Entstehungszeit heutzutage nicht passt, verfallen zu lassen ist geschichtslos. Was wäre wenn ein Angehöriger irgendeiner Religion fordern würde den Dom zu Köln zu zerstören, da ja im Namen Christi unzählige Menschen weltweit hingemordet wurden ? Aber dass 80 Millionen für Nürnberg zu viel sind ist natürlich klar. Andererseits realisiert das Nachbarbundesland mit unseren Steuergeldern
      die dümmste Idee seit dem Turmbau zu Babel, nämlich für ca. 10 Milliarden den Bau von Stuttgart 21. Ich bin absolut kein Grüner , aber da zweifelt der Bürger an seinen herrschenden schwarzen, roten und gelben Politikern.

  • Jou sagt:

    schwer, wuchtig, erdrückend.
    aber ja, mMn gerade angesichts der geschichte erhaltenswert.

  • Silas sagt:

    Warum nicht einstürzen lassen, den Schuttberg aber nicht wegräumen? Ein Gebäude, das hoffentlich ähnlich dem damit verbundenen Gedankengut weiter zerfällt und trotzdem in seiner Wuchtigkeit für immer ein Mahnmal bleiben wird.

    Wahrscheinlich möchte man aber eher eine Tribüne als ein Denkmal.

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