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Bambi Davidson im Hemdendienst

Hemdendienst

Gut, das er wieder da ist. Und die neue Location in der Rothenburger tut wirklich gut. Der Hemdendienst ist einer dieser Clubs, wegen denen man normalerweise nach Berlin fährt und die Nächte in Neukölln verbringt und die man in Nürnberg nicht vermuten würde. Unkonventionell, mit Lust, Atmosphäre und Anarcho-Charme, mit verschroben Typen, locker und relaxed, ohne Zeitgefühl. Ideal gelegen in dufter Kulisse in einem Anbau des seit Jahren ungenutzten Volksbades. Alles schön stilecht mit Dellen und Kratzern.
Mittlerweile wurde der Innenhof von einer Tonne Taubenkot und Altmetall befreit und es gibt Platz für eine weitere Bar mit Bühne und die wurde gestern sehr eindrucksvoll eingeweiht. Krachiger alternative progressive Postrock (oder so) durch Bambi Davidson braute sich in dem Innenhof zusammen und obendrauf gab es die ausgereiften und sagenhaft stimmigen Livevisuals von delta400.net. Weitere Worte fehlen, deswegen möchte der Autor die Eindrücke und Stimmung anhand von zwei schrabbeligen Handyvideos vermitteln:

Kleine Randnotiz
Pünktlich um halb 11 stand natürlich wieder die Polizei vor der Tür und wollte für Ruhe sorgen. Mittlerweile reagieren die Beamten ja recht entspannt bei so was, aber sie werden offensichtlich sehr unverhältnismäßig aufgeregt alarmiert. Bei der Hemdendiensteröffnungsfeier kamen mehrere Einsatzwagen mit Vollgas aus allen Richtungen, z.B. entgegengesetzt der Einbahnstraße, angedonnert, nur um zum Großteil recht schnell wieder abzutrollen. Man ist wohl mittlerweile umsichtiger mit zu lauter Subkultur geworden. Nur der Nürnberger Pöbel vermutet offenbar bei spätabendlicher Musik und Ausgelassenheit bisher unbekannte Terrorzellen und alarmiert die Polizei entsprechend. Gestern standen die Officers jedenfalls staunend da ob der künstlerischen Darbietung und vermieden es einzugreifen. Das Konzert war trotzdem ohne die geforderte Zugabe planmäßig zu Ende. Leider.

Update
Ein kleiner Mitschnitt des Konzerts ist hier aufgetaucht: BambiDavidsonImHD.ogg (auch hier leider nur Smartphonequalität)

1 Kommentar 26. August 2011

SubBerlin: Die Geschichte des Tresors

SubBerlin ist ein Film von Tilman Künzel, der sich mit der Geschichte des Tresors befasst. Von den Anfangstagen bis zur Schließung 2005. Eine Dokumentation, die einem vor Rührung die Tränen in die Augen treibt. Bin mir nicht sicher ob man die Musik, das Gefühl, die Kultur, die Kraft und die ganze Atmosphäre auch nur annähernd nachvollziehen kann, wenn man nie auf Techno oder im (alten) Tresor gewesen ist. Neben dem ganzen Spirit und der Einzigartigkeit dieser musikalischen Instanz kommt aus heutiger Sicht noch ein ganz anderer Aspekt hinzu: Durch die Interviews gegen Ende der Doku bekommt man eine Idee wie viele Lichtjahre Subkultur wie diese von Politik und allgemeinem Kulturverständnis entfernt sind und wie wenig man an Anerkennung erwarten kann, selbst wenn man mit grenzenlosem Idealismus einer Stadt wie Berlin durch die Arbeit in einem Club oder als Musiker einen weltweiten Ruf verschafft hat. Muss in etwa das Gefühl sein, dass ein Künstler hat, der erst nach dem Tot berühmt wird. Das positive ist, es gibt diese Historie rund um den Tresor, es gibt den Tresor immer noch und wenn man Glück hat wird die Musik auch woanders gespielt (meist hat man jedoch Pech).
Und man kann sich das Stück Musikgeschichte und die ganzen Namen und Helden von damals™ hier nochmal angucken:

Weiter mit Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8 und Teil 9

Interviews mit: Sven Väth, DJ Rush, Marusha, Monika Kruse, Josh Wink, Mr. C, Chris Liebing, Tanith, Tok Tok, Daniel Miller, Jeff Mills, Mike Grant, Juan Atkins, Dimitri Hegemann, Joey Beltram, Alexander Kowalski, Paul van Dyk, Mike Andrawis, Alan Oldham, Blake Baxter, Toni Rios, Rok, Dr. Motte, Paul Flynn, Todd Bodine, Marc Reeder, Regina Baer, Danielle De Picciotto, Alexandra Droener, James Pennington, Rick Kay etc.

Award on the Portobello-Film-Festival 2008 / London – Best music documentation.

Update
Schöner Text dazu auch drüben im Blog vonTanith.

2 Kommentare 20. Oktober 2010

Berlin Impressionen #1

blu1

Man nimmt sie lustiger weise nach einer Weile fast gar nicht mehr wahr. Der Alltag in einer Großstadt verwischt den Blick für die Details. Jedoch sind sie es, die Spaziergänge durch die Bezirke und Kieze erst interessant machen, die unzähligen Straßenkunstwerke die von Namenlosen für alle zur Verfügung gestellt werden.

Warum ich Streetart so mag: Es ist die Attitüde der Künstler, etwas nicht für Geld und nicht als Selbstdarstellung zu tun, denn in der Regel bleiben sie ja anonym. Es ist der oft politische oder kritische Touch der Stencils oder Graffitis, oder auch deren Ironie. Der kleine Rebell in mir findet Streetart und den mitschwingenden Anarchocharme auch toll. Streetart ist eine wohltuende Alternative zu den hässlichen Werbeflächen die mich überall anbrüllen. Und Streetart will mir nichts verkaufen, aber sie will mir manchmal etwas Interessantes und Richtiges sagen. Nicht zuletzt sind die Sachen oftmals unglaublich aufwändig gemacht. Darum mag ich sie.

Besonders möchte ich auf die drei Werke von Blu hinweisen. Durchs Web schwappen atemberaubende Stopmotion-Filme von ihm und in Berlin fallen einem direkt drei riesige unverkennbar von Blu gestaltete Wände auf. Alle in Bestlage rund um die Mediaspreeareale, was den Illustrationen eine besondere Note verleiht. Mögen sie noch lange leben.

3 Kommentare 22. September 2010

Tanzende Wände = lebende Städte


MUTO – beeindruckende und sehr aufwändige Stopmotionarbeit auf Beton. Jetzt erst entdeckt.

2 Kommentare 25. Januar 2009

Die Wahrheit der Klischees

Skandal in Brüssel – der tschechische Künstler David Cerny narrt die ganze EU.

5 Kommentare 16. Januar 2009

So geht Charme: die Weinerei

weinerei_video.jpg

Fortfahren 1 Kommentar 4. Dezember 2007


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