Schlagwort: verfall
Das Volksbad in Nürnberg. Toplage, mitten im Zentrum, beste Verkehrsanbindung. Jeder kennt es, fast jeder war schon mal drin ob damals zu Betriebszeiten oder hinterher auf Technoparties, Modenschauen oder als Fetischfotograf, nur so richtig nutzen will es keiner.
Dabei haben wir es mit einem unglaublich weitläufigen und großartigen Gebäude zu tun, dass zwar die eine oder andere Delle hat, aber insgesamt den Umständen entsprechend noch gut in Schuss ist. Unfassbar, dass da keinem eine Nutzung einfällt, aber auf der anderen Seite kann das Gebäude von mir aus auch ruhig noch etwas so stehen bleiben, denn so ein altes verlassenes Jugendstilbad hat etliche Reize fürs Kameraauge. Und der Forscherdrang wird auch voll befriedigt beim stöbern durch die unzähligen Ecken und Winkel, von den Katakomben bis hin zum Wasserturm, den einzelnen schön verranzten Baderäumen, den gut erhaltenen Becken und den Betriebsräumen. Das Bad bietet so wie es ist genug Wellness für Freunde der morbiden Ästhetik.
Also liebe Investoren: Gentrifizierung ist böse und Nürnberg hat genug Bäder. Und außerdem: wo sollen die ganzen Latexmodels denn posen wenn das Bad renoviert ist? Etwa vor den Nachkriegsplattenbauten der Stadt? Das sieht doch nich aus…
24. April 2010
Fotos aus den letzen Monaten, digital nachbearbeitet mit Mischungen und Farbebenen.
Eine Anmerkung zur Farbwahl, klingt jetzt möglicherweise doppeldeutig, aber braun steht der Stadt einfach! Fällt jeden Herbst aufs neue auf. Sollte mehr braun im Stadtbild geben und nicht diese geschmacklose Farbsanierungen allerorten. Aber das nur am Rande.
21. Februar 2010
Den Güterbahnhof Nürnberg Süd habe ich viel zu lange übersehen. Drauf gekommen bin ich nur über den Umweg über Wikipedia und einen Artikel über die Ringbahn Nürnberg. Die Lokation ist alles andere als ein Geheimtipp. An einem der letzen Sonntage war der Ort erstaunlicherweise mit einem kleinen Flohmarkt mitsamt Würstchenbude belebt. Normalerweise ist man an solchen Orten sehr alleine.
Hier nun Eindrücke von dieser Industriebrache aus dem späten letzen Jahr.
Genaue Lage: [X]
2. Februar 2010
5. April 2009
Monika aus North Carolina hat früher in Nürnberg gewohnt und ist auch dort zur Schule gegangen, genauer gesagt in eine Schule an der Stadtgrenze Nürnberg/Fürth. Das ist alles in den Kommentaren zu diesem Beitrag nachzulesen. Ich bin nun der Aufforderung gefolgt und habe mich an diesem sonnigen und eisig kalten Wintertag wieder auf nach Muggenhof gemacht. Es sieht dort zwar immer noch so aus wie in einer Stadt die aufgrund eines Reaktorunglücks geräumt werden musste, aber es verbreitet sich auch mittlerweile das Gefühl, als würden einige Stadtteilernäuerungspläne greifen. Das alte AEG-Gelände wird saniert (selbe Investoren wie die der alten Spinnerei in Leipzig, for those who know) und ein ewig leer stehendes altes Möbelhaus wurde von einem Ikeaverschnitt besetzt. Der Slogan der dort in dieser Ecke der Stadt groß nach Aufmerksamkeit ruft ist durchaus wörtlich zu nehmen: “Sieht doch gleich besser aus”. Stimmt. Besser als Leerstand ist das allemal, nur möchte man direkt dazuschreiben: “…nur stinkt es nach wie vor.” Möchte wissen wer auf die selten dämliche Idee gekommen ist und Faultürme direkt in ein Wohngebiet mit Schule gestellt hat. Der halbe Stadtteil stinkt einfach. Um die alte Schule geht es hier nun auch im speziellen. Ich hoffe ich habe das richtige Gebäude erwischt. Die Häuser werden noch genutzt auch wenn sie nicht sonderlich lebendig aussehen.
30. Dezember 2008
Neue Kamera, neues Glück. Nürnberg ist in der Zwischenzeit leider nicht sonderlich hübscher geworden, aber es ist ja nicht so, dass man nicht wenigstens versuchen würde was dran zu machen.
31. Oktober 2008
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