Schlagwort: stadtteil
Monika aus North Carolina hat früher in Nürnberg gewohnt und ist auch dort zur Schule gegangen, genauer gesagt in eine Schule an der Stadtgrenze Nürnberg/Fürth. Das ist alles in den Kommentaren zu diesem Beitrag nachzulesen. Ich bin nun der Aufforderung gefolgt und habe mich an diesem sonnigen und eisig kalten Wintertag wieder auf nach Muggenhof gemacht. Es sieht dort zwar immer noch so aus wie in einer Stadt die aufgrund eines Reaktorunglücks geräumt werden musste, aber es verbreitet sich auch mittlerweile das Gefühl, als würden einige Stadtteilernäuerungspläne greifen. Das alte AEG-Gelände wird saniert (selbe Investoren wie die der alten Spinnerei in Leipzig, for those who know) und ein ewig leer stehendes altes Möbelhaus wurde von einem Ikeaverschnitt besetzt. Der Slogan der dort in dieser Ecke der Stadt groß nach Aufmerksamkeit ruft ist durchaus wörtlich zu nehmen: “Sieht doch gleich besser aus”. Stimmt. Besser als Leerstand ist das allemal, nur möchte man direkt dazuschreiben: “…nur stinkt es nach wie vor.” Möchte wissen wer auf die selten dämliche Idee gekommen ist und Faultürme direkt in ein Wohngebiet mit Schule gestellt hat. Der halbe Stadtteil stinkt einfach. Um die alte Schule geht es hier nun auch im speziellen. Ich hoffe ich habe das richtige Gebäude erwischt. Die Häuser werden noch genutzt auch wenn sie nicht sonderlich lebendig aussehen.
30. Dezember 2008
Gostenhof ist der Stadtteil in Nürnberg, der eigentlich von allen am wertigsten aussehen würde, wenn er nicht so abgewrackt wäre. Fast alle der hier zu findenden Jugendstilgebäude könnten wirklich besser in Schuss sein. Eigentlich schade. Nürnberg hat eh viel zu wenig Jugendstilgemäuer im Stadtbild. Die paar die es gibt, verfallen in Gostenhof. Allen voran das Volksbad (werde ich mal separat behandeln). Aber wenigstens schaut man nicht die ganze Zeit auf Nachkriegsplattenbauten.
Das Ganze hat seinen Charme. Viele Ausländer (der Spitzname Gostanbul kommt nicht von ungefähr), viele Studenten und auch viel “abgehängtes Prekariat” geben den engen Strassen den Nährboden für Alternativkultur und natürlich auch für Frust bzw. für den Willen zur Revolte. Die vielen Tags, Stencils und Sticker sprechen eine deutliche Sprache. Ist aber am Ende alles ganz harmlos und gesittet. Man braucht auch nachts keinen Bogen um den Stadtteil mit den günstigen Cafes und billigen Bars zu machen. Will man manchmal auch gar nicht. Bevor man nach Berlin fährt um mal was anderes zu sehen, kann man es erst mal in Gostenhof versuchen.
10. Dezember 2006
Muggenhof hält Fürth geografisch davon ab Nürnberg zu sein. Die Grenze zur Nachbarstadt ist fliessend. Der Stadtteil war bestimmt mal ein schöner und belebter Industriepark. Mittlerweile macht sich aber eine gewisse Trostlosigkeit breit. Auf dem Weg nach Fürth kann man sich schönere Wege vorstellen.
Fotos sind von heute Nachmittag.
2. Dezember 2006