Browsing articles tagged with "Nürnberg Archives - Seite 3 von 31 - Sugar Ray Banister"
11. Februar 2014

Nürnberg Stadtreklame in Berlin

Nürnberg Stadtreklame in Berlin

In Berlin hängt derzeit mindestens ein Plakat, das Nürnberg recht bieder als kinderfreundliche Stadt für Familienurlaube präsentiert. Das ist nicht ungewöhnlich. Berlin wirbt beispielsweise mit seiner kulturellen Vielfalt mittels Plakaten prominent in München oder umwirbt junge Kreative auf diese Weise in Tel Aviv (der heimlichen Hauptstadt für Start Ups). Schöner wäre es indes, wenn statt des lustig über die Burg hüpfenden Delfins das Quelle-Areal oder andere Flächen mit Potential auf dem Plakat wären, um die mächtige Szene Berlins anzugraben. Sich als Berlin Bayerns zu positionieren halte ich für Nürnberg als keine so abwegige Idee. Potential innerhalb der Stadt wäre da. Mut und Wille in den Köpfen der Verantwortlichen in der Stadtverwaltung vermutlich nicht.

Danke an Frau von Eich für das Foto!

Ach, übrigens… No.10: Von der Berlinifizierung, von der Quelle und vom Film “Herz aus Asphalt”

Von der Berlinifizierung Nürnbergs - Nürnberger Nachrichten

Der Begriff “Berlinifizierung” wäre dann hiermit in der Nürnberger Lokalpresse gelandet. In einem Interview mit mir von Harald Baumer, unser Mann in Berlin, vergleiche ich nicht nur Nürnberg mit Berlin und Berlin mit Nürnberg, sondern ich erkläre auch, warum die Schönheit von Fotografie im Detail liegt. Das Interview kann auch im Netz gelesen werden.

~ ~ ~

Vor etwas über einem Jahr hatte ich meinen ersten großen Rundgang auf dem Quelle Areal. Die Gruppe an Fotografen damals waren nicht die ersten, die Bilder des Areals nach außen getragen haben, aber vielleicht war dieser Fotowalk und der Schwall an veröffentlichter Fotografie ein kleiner Weckruf für die Öffentlichkeit. Die Fotogalerie auf nordbayern.de war eine der meistgeklicktesten im ganzen Jahr 2012. Seither schwappen Eindrücke und Meinungen von der Quelle durch die Medien und durch die Politik und schaukeln sich hoch. Irgendwann Mitte des letzten Jahres wurde die Quelle bayernweit ein Thema. Glücklicherweise kümmern sich die Reporter mittlerweile nicht mehr nur um den Bau an sich, sondern auch um die derzeitigen Mieter, um das Quellkollektiv. Die schönsten Beiträge in der jüngsten Vergangenheit kamen vom BR. Zum einen ein schöner Fernsehbeitrag im Magazin Capriccio und dann noch ein akustischer Rundgang inklusive Stimmen einiger Mitglieder des Quellkollektivs mit Ralf Summer vom Zündfunk.

~ ~ ~

Mehrere Trailer des Films “Herz aus Asphalt” schwappten jüngst durch meine Timeline und machten wirklich Lust auf diese Dokumentation. Insbesondere die Statements von Pablo Fontagnier aus dem dritten Trailer über Nürnberg, Graffiti und über das Quelle-Areal (da wars wieder :) sprechen mir aus der Seele. Dokumentiert wird quasi das Leben entlang einer der gr0ßen Straßen Nürnberg, der Fürther Straße. Es wird neben den Episonden aus den Trailern unter anderem noch eine Taxifahrt mit dem Egersdörfer nach Fürth. Der Film ist abgedreht und wird derzeit geschnitten. Mit einer Veröffentlichung können wir so ab Ende Februar rechnen.

Damals… in Nürnberg

“Man muss die Vergangenheit kennen, um die Gegenwart zu verstehen.” Das gilt vielleicht im Besonderen für Nürnberg. Einer Stadt, die gesellschaftlich konservativ und rückwärtsgewandt ist und stark ihrer eigenen Geschichte nachhängt. Eine Geschichte, die zwar in der Altstadt sichtbar ist, die man sich aber sonst immer etwas mühsam herleiten muss. An etlichen Orten der Stadt haben die Zerstörungen des Krieges und der Wiederaufbau ganze Arbeit geleistet und die Spuren der Historie verwischt.

Wenn man aber etwas gräbt, dann treten viele Geschichten zu Tage. Die Stadt existiert seit vielen Jahrhunderten. Ein Special vom Bayrischen Rundfunk erinnert an die Geschichte Nürnbergs und wie sie in die Gegenwart ragt.

„Es gab Zeiten, als durch die Nürnberger Altstadt noch die Straßenbahn fuhr, Gaslaternen die Gassen beleuchteten, der Zeitungsverkäufer lautstark das “8 Uhr-Blatt” ausrief und zwei Bratwürste mit Gurkensalat und Kartoffeln 1 Mark 20 kosteten. Für die Reihe “Damals…” ist Sybille Krafft diesmal auf Spurensuche in Nürnberg gegangen. Dort dokumentiert sie am Beispiel der Altstadt, wie sehr sich die Wohn- und Lebensverhältnisse seit den Nachkriegsjahren verändert haben. Auch Zeitzeugen kommen zu Wort, die zum Teil noch als Kinder in den Kriegsruinen gespielt haben.”

(Senderinformation, BR)

13. Januar 2014

Fotografien aus den vergangenen Tagen Nürnbergs

Plärrer mit Ludwigsbahnhof

Plärrer mit Ludwigsbahnhof um 1935 mit Blick auf das Volksbad. Rechts geht es nach Fürth. Der Ludwigsbahnhof hatte den Krieg unbeschadet überstanden, wurde aber im Zuge der Umgestaltung des Plärrer 1956 abgerissen. Im Vordergrund ist der “Plärrer-Automat”, der eine Schnellgaststätte, ein “automatisches Postamt” und eine Wartehalle beinhaltete. Dieser Meilenstein des “modernen Bauens” wurde wegen der U-Bahn ca. 1978 abgerissen. Die Gaststätte zum Plärrer wurde 1944 zerstört.

Plärrer während der großen Umgestaltung um 1962

Plärrer während der großen Umgestaltung um 1962. Am rechten Bildrand ist noch das im Januar 1962 ausgebrannte “Ringkaufhaus” zu sehen, daneben die Ruine bzw. der Dachstuhl des Kulturvereines. Am Plärrer kreuzten sich damals um die 15 Straßenbahnlinien.

Plärrer mit Notkriegsbehelfsbauten und alter Gostenhofer Bebauung

Plärrer mit Notkriegsbehelfsbauten und alter Gostenhofer Bebauung vor der Umgestaltung 1956. Die wenigen Gebäude, die von den Bombennächten verschont waren, wurden später Opfer der Wirtschaftswunderzeit.

Ruine des 1945 bombadierten Kulturvereines

Die Ruine des 1945 bombadierten Kulturvereines am Ring. Der rechte Teil war bereits wieder aufgebaut, als man sich entschloss, den gesamten Komplex zugunsten des grauenhaften AOK Neubaus abzubrechen. Daneben die ausgebrannte Ruine des “Ringkaufhauses”. Das Ringkaufhaus brannte im Januar 1962 aufgrund einer weggeworfenen Zigarettenkippe vollständig aus. Das Gebäude, das damals als Lager für den Kaufhof verwendet wurde, hatte weder genügend Feuerlöscher, noch waren die Notausgänge frei. Außerdem leistete sich die städtische Feuerwehr diverse Pannen bei der Brandbekämpfung. Der Brand im Ringkaufhaus war die bislang größte Brandkatastrophe seit den Kriegsjahren in Nürnberg.

Celtistunnel Richtung Pillenreuther Straße

Ein ganz seltene Farbaufnahme aus den Kriegszeiten. Die Fußgänger verlassen gerade das Celtistunnel Richtung Pillenreuther Straße, damals Horst-Wessel-Straße. Die Aufnahme ist insofern interessant, weil hier ersichtlich ist, das die Pillenreuther Straße ursprünglich eine sehr schmale Straße gewesen ist. Nach dem Krieg wurde die Straße zur rechten Seite hin verbreitet. Die Häuser, die die Luftangriffe überstanden, fielen dann der Straßenverbreiterung zum Opfer.

Königs/Kaiserstraße "Betten Nagel"

So kurzlebig sind heute Bauten der 1980er Jahre. Das Gebäude in der Königs/Kaiserstraße “Betten Nagel” ist bereits abgerissen und ein Neubau gebaut.

Königsstraße um 1958

Königsstraße um 1958. Links im Bild das Gebäude des “Regina Palast” (Kino), Cafè Königshof und HEKA (kleineres Kaufhaus der Kaufring AG).

Linie 1 am Weißen Turm

Linie 1 am Weißen Turm um 1962. Die vorgelagerte Barbakane war noch kriegszerstört, hatte nur einen Turm. Den hässlichen Anbau des holländischen C&A am Weißen Turm durfte diese Firma beim Neubau des “Brenninkmeyer” vor einigen Jahren unter großen Protest der Konzernleitung nicht mehr herstellen.

Fürther Straße Haltestelle Maximilianstraße

Fürther Straße, Haltestelle “Maximilianstraße”. Die schöne Villa, einst Wohnung des Straßenbahndirektors wurde beim U-Bahn Bau abgerissen, um dem grauenhaften Gebäude der U-Bahn Haltestelle mit integrierter Sparkasse Platz zu machen.

U-Bahn Maximilianstraße

Bausünden in den 70er Jahren. Für diesen hässlichen Bau wurde die schöne Direktionsvilla geopfert.

Fürther Straße, Ecke Willstraße

Die Fürther Straße, Ecke Willstraße mit Blick Richtung Nürnberg um 1943. Die Häuserfront war noch nicht zerstört. Heute würde man den Rio-Palast auf dem Bild sehen.

Fürther Straße Ende der 1930er Jahre

Fürther Straße Ende der 1930er Jahre, als das Volksfest noch dort stattfand. Ab 1953 wurde hier das Quelle Areal gebaut, das mittlerweile seit der Quelle Pleite fast leersteht.

Der untere Teil der Königstraße

Der untere Teil der Königstraße. Den freien Blick auf die Burg ermöglichte erst der Wiederaufbau, 9. Juni 1969. Heute kaum mehr vorstellbar, das bis Mitte der 1970er Jahre der Verkehr durch die Königs- und Karolinenstraße floß.

Kornmarkt in den 1950er Jahren

Kornmarkt in den 1950er Jahren. An der freien Stelle stand bis zur Zerstörung im 2. Weltkrieg das “Reichsstädtische Kornhaus”. In diesem Gebäude war ab 1933 auch die GESTAPO untergebracht.

Weitere Fotos

Hintergrundinformation zu den Fotografien

Die Fotos stammen teilweise aus dem Netz, teilweise aus Privatbesitz. Einige sind aus “Nürnberg Büchern”. Alle gesammelt, aufbereitet und beschriftet von Étienne Faible. Diese und noch mehr Fotos sind in seinem Fotoalbum “Straßenbahn in Nürnberg und Fürth” auf Facebook zu sehen. Die Fotos hier sind eine Auswahl aus seiner Sammlung, die stätig wächst. Man möge es mir nachsehen, dass die Urheberrechte im Einzelfall möglicherweise nicht sauber geklärt sind bzw. es nicht möglich ist, einen Urheber ausfindig zu machen bzw. die Bilder so alt sind, dass sie eh gemeinfrei sind. Falls es rechtliche Probleme geben sollte, bitte ich um eine entsprechende Meldung.

12. Januar 2014

Deutscher Hof: Beginn der Abrissarbeiten

Deutscher Hof Abriss #1 - SugarRayBanister

Nürnberg dürfte 2014 so einiges an baulicher Veränderung erleben. Nicht nur das alte Schwesternwohheim verschwindet, derzeit ist auch der Deutsche Hof dran. Der hintere Teil inklusive dem alten Festsaal wird gerade abgerissen. Dem Vernehmen nach werden in der extrem dunklen und uncharmanten Lessingstraße (Luxus?-)Wohnungen samt Tiefgarage entstehen. Details, kritische Kommentare und weitere Fotos der Abrissarbeiten kann der geneigte Interessent im Deutschen Architektur-Forum besichtigen.

Schwesternwohnheim Nürnberg: Beginn der Abrissarbeiten

Schwesternwohnheim Nürnberg Abriss

Während man im Westen der Stadt mittels einer Petition um den Erhalt des Quelle-Areals zu kämpfen versucht, werden bei einem etwas unpopuläreren Bau demnächst Fakten geschaffen. Ein Kommentar im Blog wies mich drauf hin: das Schwesternwohnheim in Nürnberg wird abgerissen. Die Arbeiten dazu beginnen gerade. In dieser Woche sollen die Bäume im Innenhof beseitigt werden, ab nächster Woche geht es dann an das Gebäude selbst und an die Entkernung.

Meanwhile in Nürnberg (25)

Schlemmer Eck

Das Schlemmer Eck, Nürnberg, Bayern, Deutschland am 15. Dezember 2013 um 16:19 Uhr.

Canon EOS 550D, 18-135mm f/3.5-5.6. RAW edit

Fotos kaufen

13. Dezember 2013

Ach, übrigens… No.9: Ein Video, ein Podcast, viele Fotos von der Quelle und ein Touristenbericht über Nürnberg

Meine komplette Filterblase ist voll mit der Quelle. Die Diskussion um den Investor und die politischen Rangeleien um die Nachnutzung des Areal dominiert die Nachrichtenlage der Stadt. Auch springen immer mehr Journalisten und Multiplikatoren auf diesen Themenkomplex auf. So mancher Mieter im Gebäude stöhnt schon, weil man außer zu Pressearbeit zu nix mehr kommt.

Dazu kommen Erinnerungen aus der jüngeren Vergangenheit. Die Sommerkollektion auf dem Dach und in einer der Versandhallen des Quelle-Gebäudes ist ja nun schon etwas her, aber es ist wieder ein Video dieser Veranstaltung aufgetaucht.

[via lukasseite]

~ ~ ~

Q

Schon seit geraumer Zeit befindet sich der Schöne Ecken Podcast in meinem Abspielgerät. Ich bin schon recht bald auf eben jenen Podcast aufmerksam geworden weil er auch diesen etwas hintergründen und subjektiven Blick auf eine Stadt hat, den ich auch versuche mit meinen Fotos zu vermitteln. Und er handelte von meiner langjährigen Wohnsituation namens Hannover. Es war schön die Stadt und ihre Ecken nochmal akustisch zu durchwandern und zu sehen hören, wie sich die Stadt verändert hat. Oder eben auch nicht.

Über die Zeit kamen mehr und mehr Gastbeiträge bei Cornelis und Helge hinzu. Und zu meiner Ehre bin ich nun auch einer der Gäste geworden. Cornelis besuchte mich in Nürnberg und wir fuhren und liefen einen verregneten Sonntagnachmittag lang durch Nürnberg und insbesondere durch das Quelle-Gelände.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Mehr Info & Download hier.

~ ~ ~

Meine Quelle Geschichte” ist ein Fotoprojekt von Stefan Koch vom Verschwinden eines deutschen Traditionskonzerns. Er ist schon kurz nach der Schließung durch das Gelände getiegert und hat fotografiert nachdem er als zweijährigen für den Hauptkatalog auf einem Riesenkuscheltier posierte. 20 Jahre später fotografierte er dann als junger Werbefotograf, im Auftrag der Quelle, Rasenmäher, Badezimmer und Haustüren für den Heimwerkerkatalog. Und jetzt fotografierte er die Quelle selbst nach ihrem Niedergang.

[via emerge]

~ ~ ~

Und es ist ja immer interessant den Blick von außen zu kennen. Will Hawkes von der Washington Post war in Nürnberg und hat einen schönen Text drüber geschrieben: Touring Nuremberg, Germany, a city devoted to its past. Mit viel Lob, aber nicht ohne Kritik ob der Rückwärtsgewandtheit die er bemerkte.

If you stroll around the city, you’ll see that what could be repaired was repaired, but much of the medieval character that once defined Nuremberg is gone. Perhaps this is why Nuremberg seems so devoted to its past. You only have to look at the wide variety of museums (not only those devoted to the city, Nazism and arts and crafts, but also to hats, trams, pencils and wheat-beer glasses, and that’s only touching the surface) to see that. And it’s not just museums. It seems that Nuremberg lost so much so quickly that it refuses to let anything else go.

Seiten:«1234567...31»

Hallo!

Sugar Ray Banister

Sugar Ray Banister ist ein Blog über Fotografie und Urbanismus aus Nürnberg und dem Rest der Welt.

In den naturgemäß sehr subjektiven Berichten und Fotos treten hier immer die finsteren und echten Ecken der Stadt zu Tage. Dazu gesellen sich Fotoexperimente und auch Reiseberichte, manchmal auch Sachen rund um Technik und Netzkultur. Mehr dazu hier.

Ein Kontakt ist praktisch jederzeit möglich. Der Sugar Ray reagiert auch meist sofort auf Mails und Kommentare im Blog.

Shop

Sugar Ray Banister Shop

Fotos kaufen

Es ist möglich ausgesuchte Fotos als hochwertige Drucke zu erwerben oder als Fotoabzüge zu bestellen.



Dankeschön!

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.

Gerne darf diese Seite oder einzelne Artikel verlinkt werden. Auch sind Kommentare jederzeit willkommen!