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19. Dezember 2012

Quelle Fotowalk

Quelle Nürnberg - Bild #02: Eingangsbereich

Das Gebäude des ehemaligen Quelle-Großversandhauses und -Kaufhauses in Nürnberg prägt nicht nur optisch fast den ganzen Westen Nürnbergs, es ist auch emotional sehr aufgeladen. Fast jeder kennt das Bauwerk. Viele waren drin um einzukaufen oder um dort zu arbeiten und jeder hat eine Meinung zu dem beigen Backsteingemäuer. Ein lohnendes Ziel also für eine Fotosafari.

Quelle Nürnberg: Bild #01 - Impression

Und so begab es sich, dass sich eine nicht ganz kleine Gruppe aus (Hobby-)Fotografen zusammenfand, und durch das mehr oder weniger leerstehende Quellegebäude stöberte. Ich hatte im Vorfeld über Facebook und via Twitter zu der Begehung eingeladen. Viel Werbung für den Fotowalk habe ich nicht gemacht, dennoch sind 16 Leute zusammengekommen, um das zweitgrößte leerstehende Gebäude Deutschlands (nach dem alten Flughafen Tempelhof in Berlin) in seinem Dämmerzustand zwischen Leben und Tod zu erkunden. Die Tour war angemeldet und offiziell genehmigt und so wurde die Gruppe auch von einem Werksfeuerwehrmann aus Quellezeiten begleitet, der neben Türen öffnen auch aus dem Nähkästchen plaudern konnte. Auch ein dickes Dankeschön geht an Sabrina Bohn, denn ohne ihre Begleitung wäre die Tour weder möglich noch inhaltlich so interessant gewesen.

Ich möchte hier aber den Fokus auf die Bilder denn auf die Geschichten legen, denn wegen denen waren wir dort. Hier in diesem Blogpost möchte ich meine Fotos der Tour präsentieren, weiter unter folgen Links zu den Bildern die von anderen Teilnehmern gemacht wurden, sofern dieses auch frei im Internet verfügbar sind. Viel Vergnügen!

Quelle Nürnberg: Bild #03 - Blick in den Innenhof

Quelle Nürnberg: Bild #15 - Bürotrakt in der Abendsonne


Technik: Canon EOS 550D 50mm f/1.8 und 18-135mm f/3.5-5.6. Die Fotos sind manchmal gecropped und farblich kaum bis etwas nachbearbeitet.

Die Fotos der anderen Teilnehmer

Die Fotos der anderen TeilnehmerEinige der Teilnehmer haben ihre großartigen und sehr unterschiedlichen Fotos dieser Tour ins Internet gestellt.
Hier die Liste mit Links zu ihren Galerien:

Die Liste wird aktualisiert, sobald neue Galerien weiterer Fotografen online gehen.

29. November 2012

Die Entdeckung des Normalen [Ungeschminkt]

Freunde von mir betreiben hauptberuflich eine Unternehmung für Abenteuerfreizeiten, Klassenfahrten, Seminare und ähnliches für Kinder und Jugendliche. Die Kids werden aus Deutschland gerne mal in die entlegenen Ecken Europas gekarrt und lernen dort nicht selten zum ersten Mal die Natur kennen oder, was auch spannend ist, bunt gemischt aus den wildesten Ecken Europas kommen Austauschjugendliche nach Deutschland. Sie lernen hier in speziell gestalteten Seminaren die interkulturelle Zusammenarbeit untereinander und auch die oftmals überaus befremdliche Kultur Deutschlands, bzw. der Franken kennen.
Für eins solcher Seminare wurde jüngst auch ein Fotografieworkshop eingeplant und als Kenner der Stadt und der Fotografie sollte ich nun eine Gruppe aus jungen Rumänen, Polen, Estländer, Italienern, Griechen und Türken etwas durch Nürnberg führen.
Nichts leichter als das. Ich konfrontierte die Gruppe mit der Idee, dass wir auf keinen Fall die üblichen Touristenwege mit den Sehenswürdigkeiten ablaufen würden. Es wurden von diesen Sehenswürdigkeiten nämlich schon alle erdenklichen Fotos gemacht. Für das Fotografenauge gäbe es nichts mehr zu entdecken auf einer solchen Tour. Ich erklärte, dass man eine Stadt, die Bewohner, die Kultur, ja das ganze ungeschminkte Wesen am besten erkunden kann, wenn man sich dahin begibt, wo die normalen Leute leben: in die Wohngebiete also. Und somit fanden sich die jungen urbanen Forscher direkt in den Seitenstraßen des sehr unaufgeregten Wöhrd wieder und begannen sich mit den überaus schmucklosen Profanbauten deutscher Nachkriegsarchitektur zu beschäftigen. Der Kenner weiß natürlich, für das Fotografenauge gibt es nichts besseres als schmucklose Langeweile. Denn nun ist es gefordert, das besondere und spezielle zu entdecken. Denn jetzt kommt es auf den Fotografen an, etwas aus der Szene zu machen und Kreativität zu entwickeln. Er kann sich nicht mehr auf die Schönheit des Motivs verlassen.
Die Gruppe entdeckte auf der Tour allerhand, von Häusern, die offenbar den Krieg überlebt hatten und sich optisch nicht so recht in ein Straßenbild einfügen wollten und wie ein Fremdkörper wirkten bis hin zu kleinen sauber geharkten Vorgärten mit Tontieren (gibt es etwas deutscheres?). Und alles wurde schön in Szene gesetzt. Eins der Mädels enteckte dann in der Hohfederstraße eine an einen Baum befestige Uhr, die offenbar zu einer Bar gehört. Neben anderen Dingen ist diese Uhr ein Beweis, dass man mit etwas Beobachtung Besonderheiten im Normalen finden kann, wenn man nur Aufmerksam genug ist. Eine schöne Lektion für die Gruppe. Und noch etwas schönes entdeckte der Seminarleiter, ein Italiener aus Rom: Er machte schon öfter solche Fototouren mit Jungendlichen in diversen Ländern und bislang immer inklusive der jeweiligen Sehenswürdigkeiten. Er lobte die Tour als ein besonderes Zeichen von Reife und Selbstbewusstsein, da sonst immer versucht wird, die schönen Seiten zu präsentieren und eher beschämt mit dem profanen umgegangen wird. Und auch die Gruppe hatte ihren Spaß. Es sind viele tolle Fotos entstanden.

Hintergrund
Für den Verlag Nürnberger Presse erstöber ich einmal im Monat eine „ungewöhnliche Stadtansicht“ und erdenke mir einen Text dazu. Beides erscheint dann  im Stadtanzeiger, der Beilage der NN und NZ. Der Name der Fotokolumne ist „Ungeschminkt“. Einen Tag nach der Veröffentlichung in der Zeitung erscheint Bild und Text auch hier im Blog.

1. November 2012

Außerirdischer am Burgberg [ungeschminkt]

Da auch ich von den 80er Jahren sozialisiert wurde, und damit auch mit den aufkommenden Heimcomputern wie dem C64 oder dem Amiga 500, gibt es für mich eine Ikone dieser Zeit: den Space Invader aus dem gleichnamigen Computer Spiel. Experten wissen, das Spiel gab es schon Ende der 70er auf Spielhallenautomaten, aber er kroch erst mit den Heimcomputern in unsere Kinderzimmer. In dem Spiel musste man sich mit einem kleinen Raumschiff gegen eine Armada aus diesen pixeligen Space Invadern wehren, die immer näher kam. Ein sehr simples Spiel, aber es wusste mich damals zu begeistern.

Nun, vielleicht habe ich das Spiel zu gut gespielt, oder zu schlecht. Oder viel zu oft, denn mich verfolgen die Space Invader seit dem auch im echten Leben. Und sie kommen immer näher! Mittlerweile bevölkern einige von ihnen die Innenstadt von Nürnberg. Einer von diesen possierlichen Zeitgenossen hat sich am Burgberg an einer Wand eingenistet und beobachtet genau was auf dem Platz so passiert. Wer die Augen offen hat, findet diese aus Lego gebastelten kleinen Kunstwerke auch an anderen Stellen der Stadt.

Was sie genau machen, bleibt im Verborgenen. Sie warten und lauern auf etwas. Vielleicht bereiten sie eine Invasion vor und ich bin der einzige, der das erkannt hat. Zum Glück habe ich die Möglichkeit Nürnberg auf diesem Wege zu informieren. Bitte keine Panik, bisher zeigen sich die Invasoren nicht als aggressive Besucher, aber wer mag, kann mir in meinem Bastelkeller beim Bau einen Kampfraumschiffes helfen. Nur um auf alles vorbereitet zu sein.

 

Hintergrund
Für den Verlag Nürnberger Presse erstöber ich einmal im Monat eine „ungewöhnliche Stadtansicht“ und erdenke mir einen Text dazu. Beides erscheint dann  im Stadtanzeiger, der Beilage der NN und NZ. Der Name der Fotokolumne ist „Ungeschminkt“. Einen Tag nach der Veröffentlichung in der Zeitung erscheint Bild und Text auch hier im Blog.

27. Oktober 2012

Deutsche!

Keine Opfer! Sondern Täter!

(ganz offensichtlich)

26. Oktober 2012

Urban Art Festival in Nürnberg

Nachdem ich mir bereits bei den Urban Impressions 2012 in Ansbach verwundert die Augen gerieben habe, kommt hier nun eine Meldung die so gar nicht in mein Bild von Nürnberg passt. Nürnberg ist nach wie vor eine Stadt die erschreckend frei ist von Kunst im öffentlichen Raum und insbesondere sehr frei von Streetart, Graffiti und all dem, was sich in rechtlichen Untiefen bewegt. Die kleine Szene, die es hier offenbar gibt, entzieht sich fast komplett dem Stadtbild. Und wie aus dem Nichts erscheint in der Lokalpresse ein Text, dass nicht nur die Mauer am frisch renoviertem Westbad im nächsten Jahr mit Graffitis aufgehübscht werden soll, es soll sogar ein ganzes Urban Art Festival geben.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das einsortieren soll. Natürlich tut sich in Nürnberg gerade was und es sieht so aus als entwickelt sich die Stadt so ein bisschen in eine etwas zeitgemäße Richtung. Auch in der Vergangenheit gab es bereits vereinzelt interessante Peaks in der Nürnberger Kulturlandschaft zu sehen. Ich erinnere mich z.B. an log.in, ein Projekt das über künstlerische Arbeit im Netz und in Netzwerken informiert und dargestellt hat. Dafür standen etliche Orte im Großraum zur Verfügung. Das war im Jahr 2000 und damit sehr zeitgemäß. Geblieben ist davon praktisch nichts, die Arbeit damals ist verpufft. Vielleicht war es auch viel zu künstlerisch und alltagsfremd für das bodenständige Nürnberg.

Nun also Graffiti für den öffentlichen Raum. Und 2014 taucht dann der erste Banksy an der Stadtmauer auf. Oder das Momentum verläuft sich wenn niemand dran bleibt.

[via Urbane Kunst im Kontext]

Update
Das ganze nennt sich Mural Art Weekend Nürnberg und findet am 18. und 19. Mai 2013 statt. Mehr Infos bietet ein Facebook Event.

25. Oktober 2012

Etwas Fotografie zum Kaffee

 

Johannis hat zwar irgendwoher noch den Ruf ein lebendiges und tolles Eck zu sein, so richtig fand sich aber bislang nichts in den Straßen des Stadtteils, was diesen Ruf begründen würde. Es gibt zwar vereinzelt nette Läden, die ein oder andere Bar oder Cafés, einen Club wie die DESI und früher war auch mal die Weinerei da, aber so richtig szenig, jung und lebendig lebt es sich in Johannis nicht. Eher im Gegenteil. Das scheint sich aber gerade etwas zu ändern. Zwar klemmen immer noch einige Läden tief im Dunst vergangener Jahrzehnte fest, aber es bewegt sich was – und es bewegt sich in eine angenehme Richtung.
Ein schönes Beispiel sind die Schaffensschwestern. Ein hübsches Café, in dem man tagsüber lecker Heißgetränke und Gebäck zu sich nehmen und gemütlich palavern, lesen oder surfen (es gibt WLAN!) kann. Nebenbei bieten handwerklich geschickte oftmals weibliche Mitmenschen ihre selbstgemachten Produkte feil.
Wem DaWanda zu virtuell und die Fachmarie zu wenig Wohnzimmer ist, dem sei der sei Gang in Tinas und Kerstins Laden empfohlen. Zufälligerweise hängen auch zwei Bilder aus dem Schaffenszyklus dieses Blogs in dem Café und können erworben werden, weshalb diesem Blogpost auch Eigennutz oder gar Werbung unterstellt werden kann. Es ist aber auch sehr gut möglich sich in diesem Ambiente angeregt über das Aussehen und den Charme Nürnbergs in der Bewohner zu unterhalten. Es gibt große Fenster um die Passanten odern den Kiez selbst zu beobachten, eine Möglichkeit die relativ selten ist in der Stadt.

Fotos vom Sugar Ray Banister bei den Schaffensschwestern, Hallerstraße Ecke Kirchenweg, Nürnberg St. Johannis. Montag-Samstag 10.00-18.00 Uhr

24. Oktober 2012

Die Stöpselgasse

Die Stöpselgasse in Nürnberg

Ohne Worte. Künstler unbekannt.

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