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In Nürnberg einen Platz zu finden, der zum einen gemütlich und angenehm ist, und zum anderen einen kostenlosen W-LAN-Zugang hat, ist etwas schwierig. Offene W-LANs sind nicht sehr verbreitet. Es gibt sie aber, diese gewissen Orte. Ein paar möchte ich vorstellen:
- Cafe & Bar Celona
An der Fleischbrücke 1-3, mitten in der Stadt mit ganz gutem Essen (Brunch!), schönem Aussenbereich und gemütlichen Sofas mit Steckdose (wenn mal eins frei ist). Die Musik orientiert sich leider meist inspirations- und geschmacklos an den “besten Hits”.
- Cafe Luftsprung
Unterer Bergauer Platz 10, auch mitten in der Stadt. Das Passwort für das WLAN kann am Tresen erfragt werden. Man sitzt nicht ganz so gemütlich wie in einem der Sofas der Bar Celona und man kommt an keine Steckdose ran. Dafür ist die Musik besser und die Salate sind super.
- Saigon Bar
Lammsgasse 8, klein, eng, korrekte Öffnungszeiten bis in den Morgen und den local Heroes an den Plattenspielern. Ein Mac zum kostenlosen surfen steht eh zur Verfügung, W-LAN gib es seit einiger Zeit auch (Passwort an der Bar). Nur habe ich mich noch nicht dabei erwischen können, am Wochenende nachts ein W-LAN haben zu wollen.
- Weinerei
Prinzregentenufer 5, mein zweites Wohnzimmer verfügt auch über ein offenes W-LAN. Allerdings wissen wir nicht, wo es her kommt und es ist auch nicht immer online. Aber gut zu wissen, dass es manchmal eben doch da ist und gut funktioniert.
- Tiergärtnertorplatz
Fast der gesamte Tiergärtnertorplatz unterhalb der Burg hat ein offenes W-LAN. Ich habe es aufgrund der Witterungsverhältnisse bisher noch nicht ausprobieren können, aber mein mobiles Prüfgerät schlägt sehr gut aus.
Bleibt die Frage, warum es hier so wenig freie Hot Spots gibt, wo die Technik doch so billig ist und jede kleinere Stube mit DSL-Anschluss und einem W-LAN-Router doch schon mit dem nötigsten ausgestattet ist und dadurch einen ordentlichen Mehrwert bekommt. wlan4nuernberg.de hat sich wohl auf die Fahnen geschrieben da was dran zu ändern. Die Seite sieht aber nicht so aus, als wäre demnächst mit einer Revolution zu rechnen.
Weitere Hot Spots (die meisten kostenpflichtig) finden sich bei mobileaccess.de.
11. März 2007
4. März 2007
An der katholischen Frauenkirche direkt am Nürnberger Hauptmarkt hängt gerade ein Plakat, das für ein Projekt für Menschlichkeit Werbung macht. Leider hat die Aktion ein kleines phonisches Problem. Im hier üblichen Dialekt klingt die Domain ich-danke-dir.net nicht nach Dankbarkeit.
24. Februar 2007
Das in Nürnberg eine starke Fraktion an Osteuropäern (und extrem östlichen “Europäern”) lebt, ist kein Geheimnis. Natürlich bleiben da kulturelle Einflüsse und frischer Input für die Stadt nicht aus. Allen voran reitet da seit fast fünf Jahren das Partykollektiv Russophobie. Die immer gut besuchten und ausgelassenen Partys, mit den DJs in den blau/weiss gestreiften Shirts, präsentieren ihren ungehörten Balkanpop und die Russendisko gerne zu (so originelle wie originale) patriotisch-naiven Visuals. Das alles sorgt für eine schön eigene Atmosphäre mit dem nötigen gewissen etwas.
Je nach Thema der Veranstaltung entwirft Wladik Alimov – beeinflusst durch den russischen Konstruktivismus – dazu die passenden Flyer. Man kennt sie, wenn man mit halbwegs offenen Augen durch die City schlurft. Sie heben sich optisch deutlich von den üblichen Konsens-Informationsträgern ab. Sie sind subtil und lullen den Betrachter mit ihrer Ausstrahlung und ihrem Glamour ein. Es entsteht ein gewünschter Freiraum für Interpretationen und Assoziationen, und das funktioniert hervorragend.
Hier eine kleine Auswahl an Flyern, die mir Wladik freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat:
Die nächste Party findet am 10.02.2007 in der DESI statt.
24. Januar 2007
Gostenhof ist der Stadtteil in Nürnberg, der eigentlich von allen am wertigsten aussehen würde, wenn er nicht so abgewrackt wäre. Fast alle der hier zu findenden Jugendstilgebäude könnten wirklich besser in Schuss sein. Eigentlich schade. Nürnberg hat eh viel zu wenig Jugendstilgemäuer im Stadtbild. Die paar die es gibt, verfallen in Gostenhof. Allen voran das Volksbad (werde ich mal separat behandeln). Aber wenigstens schaut man nicht die ganze Zeit auf Nachkriegsplattenbauten.
Das Ganze hat seinen Charme. Viele Ausländer (der Spitzname Gostanbul kommt nicht von ungefähr), viele Studenten und auch viel “abgehängtes Prekariat” geben den engen Strassen den Nährboden für Alternativkultur und natürlich auch für Frust bzw. für den Willen zur Revolte. Die vielen Tags, Stencils und Sticker sprechen eine deutliche Sprache. Ist aber am Ende alles ganz harmlos und gesittet. Man braucht auch nachts keinen Bogen um den Stadtteil mit den günstigen Cafes und billigen Bars zu machen. Will man manchmal auch gar nicht. Bevor man nach Berlin fährt um mal was anderes zu sehen, kann man es erst mal in Gostenhof versuchen.
10. Dezember 2006
Muggenhof hält Fürth geografisch davon ab Nürnberg zu sein. Die Grenze zur Nachbarstadt ist fliessend. Der Stadtteil war bestimmt mal ein schöner und belebter Industriepark. Mittlerweile macht sich aber eine gewisse Trostlosigkeit breit. Auf dem Weg nach Fürth kann man sich schönere Wege vorstellen.
Fotos sind von heute Nachmittag.
2. Dezember 2006