Dürerstuben
Feine elektronische Musik, irgendwo in Richtung Ambientpostdubstep mit einem Schuss Mount Kimbie.
Nürnberger Traditionalisten würden wohl nie auf eine andere Idee kommen als Dürer als den zu feiern der er war, ein deutscher Maler, Grafiker, Mathematiker und Kunsttheoretiker von europäischem Rang. Alles andere wäre Ketzerei. Dennoch kam mir nach der Entdeckung des Projektes Dürerstuben sofort der Gedanke, es handele sich endlich mal um feine elektronische Musik aus Nürnberg inkl. Bezug auf Heimat und Historie. Leider lag ich falsch. Wie so oft zeigt sich auch hier der Einfluss Berlins auf die Musik, und insbesondere auf elektronische.
Stellen wir uns trotzdem vor, im Hause Dürers hätte es auch elektronische Musik gegeben. Möglicherweise wäre es Ambientpostdubstep gewesen.
[via]
Deutscher Sonntag
Protestsong des Tages
Franz Josef Degenhardt war ein deutscher Dichter, Satiriker, Schriftsteller und – in erster Linie – ein Liedermacher mit tendenziell linkem/linksextremistischem Einschlag. Das gibt dem Song natürlich einen gewissen Drall, den man aber ruhig ignorieren sollte. Alleine die Beobachtungen die Herr Degenhardt macht sind von zeitloser Gültigkeit.
Diptychon ! Tonarm
Eine weitere Zusammenarbeit von Florian Roth und meiner Wenigkeit für das Fotografiemagazin “kwerfeldein“ im Rahmen einer Leseraktion “Diptycha für alle”.
Zwei an kreativem Austausch und Experimenten interessierte zufällig zusammengewürfelte Fotografen hatten die Aufgabe, ein Diptychon aus ihren Fotografien zu erstellen. Zwei Bilder aus dem jeweiligen Fundus sollten neben-, oder übereinander kombiniert werden, um so eine neue Einheit zu ergeben. Die Fotos sollten auf inhaltlicher oder formaler Ebene miteinander interagieren.
And this is what we did!
Mein Quellbild (das Rechte) ist hier zu finden. Diese Arbeit befindet sich auch in der Fotocommunity.
Wissenswertes über Erlangen
Ein kleiner feiner Ohrwurm aus dem Jahre 1982, dem Höhepunkt der Neuen Deutschen Welle, ein verblüffend lustiger dazu und mit dem jungen Max Goldt am Mikrofon. Lehrreiches über dieses Erlangen und seine Bewohner mit dem Charme der frühen 80er.
Etwas weniger lustiger anzusehen, aber dafür länger hörbar:
Bambi Davidson im Hemdendienst
Gut, das er wieder da ist. Und die neue Location in der Rothenburger tut wirklich gut. Der Hemdendienst ist einer dieser Clubs, wegen denen man normalerweise nach Berlin fährt und die Nächte in Neukölln verbringt und die man in Nürnberg nicht vermuten würde. Unkonventionell, mit Lust, Atmosphäre und Anarcho-Charme, mit verschroben Typen, locker und relaxed, ohne Zeitgefühl. Ideal gelegen in dufter Kulisse in einem Anbau des seit Jahren ungenutzten Volksbades. Alles schön stilecht mit Dellen und Kratzern.
Mittlerweile wurde der Innenhof von einer Tonne Taubenkot und Altmetall befreit und es gibt Platz für eine weitere Bar mit Bühne und die wurde gestern sehr eindrucksvoll eingeweiht. Krachiger alternative progressive Postrock (oder so) durch Bambi Davidson braute sich in dem Innenhof zusammen und obendrauf gab es die ausgereiften und sagenhaft stimmigen Livevisuals von delta400.net. Weitere Worte fehlen, deswegen möchte der Autor die Eindrücke und Stimmung anhand von zwei schrabbeligen Handyvideos vermitteln:
Kleine Randnotiz
Pünktlich um halb 11 stand natürlich wieder die Polizei vor der Tür und wollte für Ruhe sorgen. Mittlerweile reagieren die Beamten ja recht entspannt bei so was, aber sie werden offensichtlich sehr unverhältnismäßig aufgeregt alarmiert. Bei der Hemdendiensteröffnungsfeier kamen mehrere Einsatzwagen mit Vollgas aus allen Richtungen, z.B. entgegengesetzt der Einbahnstraße, angedonnert, nur um zum Großteil recht schnell wieder abzutrollen. Man ist wohl mittlerweile umsichtiger mit zu lauter Subkultur geworden. Nur der Nürnberger Pöbel vermutet offenbar bei spätabendlicher Musik und Ausgelassenheit bisher unbekannte Terrorzellen und alarmiert die Polizei entsprechend. Gestern standen die Officers jedenfalls staunend da ob der künstlerischen Darbietung und vermieden es einzugreifen. Das Konzert war trotzdem ohne die geforderte Zugabe planmäßig zu Ende. Leider.
Update
Ein kleiner Mitschnitt des Konzerts ist hier aufgetaucht: BambiDavidsonImHD.ogg (auch hier leider nur Smartphonequalität)
Loudspeaker
Lautsprecherarangement. Gesehen in Berlin, Neukölln.
Das Bild wurde mittlerweile Cover eines DJ-Sets und einer EP.
Das Foto befindet sich zudem in der Fotocommunity und bei 500px.
Kamera: Panasonic DMC-FZ28
Das Bild wurde gecropped und farblich nachbearbeitet.
Sanduhr Sanduhr Sanduhr
Wie kommt man eigentlich auf Augen öffnende Texte und Lyriken? Ist nicht so schwer. Einfach über das schreiben oder singen, was der Mensch im Alltag vor lauter Betriebsblindheit schon gar nicht mehr wahrnimmt.
Bei Deichkind geht das dann so:
Ein sehr weiser Mensch (oder ein sehr frustrierter, man kann es heute nicht mehr so genau bestimmen. Es gibt übrigens mehr frustrierte als weise User) sagte mal den Satz: “Computer sind dazu da uns bei Problemen zu helfen, die wir ohne sie nicht hätten”.
Bevor jetzt aber das große ja-so-isses-raunen ob dieses oberflächlichen Satzes durch die Lande geht, sei doch bitte noch kurz angemerkt, wo wir denn währen in unserer globalisierten Welt ohne unsere Plastikkameraden. Wie würde man sich denn organisieren, kommunizieren, kennenlernen, vergessen ohne die Rechenmaschinen? Man muss sich nur trauen sie zu benutzen.
Kartoffelparade
Dem vernehmen nach waren ja mehr Leute auf der allerersten Loveparade als diese überhaupt Teilnehmer hatte. Ist ein Event erstmal etabliert ist es natürlich sehr chic sich damit zu schmücken und als Kenner dazustehen. Allerdings hat die Loveparade spätestens an dem Zeitpunkt an Charme verloren, als zum ersten Mal ein Wagen der Jungen Union mit von der Partie war (das war 1999). Das sind dann so Anzeichen wo auch der letzte Depp merken sollte, dass es mit dem Spirit vorbei ist. Also muss man sich nach Alternativen umsehen. Festivals gibt es 1000de, eins größer, besser, geiler als das andere. Ne, da muss schon was Spezielles her wenn man sich über Events definieren will. Festival kann ja jeder, vor allem kann Beilagenfestivalguide jeder.
Wer den Elektroacker nicht kennt und jetzt so richtig früh dabei gewesen sein will, hats auch schon wieder verpasst. Er findet dieses Jahr nämlich zum dritten Mal statt. Irgendwo auf einem Hochplateau mitten in der Fränkischen stehen auch dieses Jahr fette Boxen auf Strohballen auf einem Acker und erzeugen eine ungewöhnliche Klangkulisse.
Samstag, 23.08.2008 ab 18:00, Elektroacker III, bei schlechtem Wetter vorraussichtlich eine Woche später.
Also hingehen, bevor die Junge Union kommt. Wer allerdings eine Technotanzveranstaltung erwartet, wird enttäuscht werden.
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