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1. April 2013

When you really live in…

Ein superlustiges Meme schwappt gerade durchs Netz. Auf diversen mehr oder weniger anonymen Tumblr-Blogs wird aufs amüsanteste Lokalkolorit mit animierten “Reaction-GIFs” verwoben.

When You Really Live In Berlin

Man kann anhand unzähliger kleiner Clips sehr gut überprüfen, ob man in der jeweiligen Stadt wirklich lebt, oder ob man vielleicht doch nur so ein ignoranter Fatzke ist.

Zur Überprüfung bereit stehen unter anderem:

Nürnberg fehlt.
Aber was sagt uns das nun über dieses Nürnberg und das Leben hier?

When you really live in Nuremberg, and any other city takes part in that meme

not_having_it

Mehr bei Nerdcore.

13. Juni 2012

Stadtstrand in Nürnberg

Auf die Idee, Sand auf ein Parkhausdach zu kippen und das Ganze mit Palmen, Liegestühlen, Bars und Musik in einen Strand zu verwandeln ist man in Nürnberg reichlich spät gekommen. In anderen Städten, wie z.B. meiner Heimat Hannover, gab es so was schon längst. Dort auch mit den Vorteilen eines Parkhausdaches. Von einem Parkhausdach kann man nämlich z.B. über die Dächer der Stadt in den Sonnenuntergang gucken. In Nürnberg baut man Parkhäuser gerne auch mal unterirdisch in eine Flussinsel hinein womit das Dach dann ebenerdig ist und zur innerstädtischen Brache verkommt. Aus statischen Gründen kann das Dach nämlich nicht bebaut werden. So ein ebenerdiges Dach hat in diesem Fall aber auch Vorteile. Es liegt nämlich nah am Wasser und wenn man solch ein Dach mit Sand bekippt, dann stellt sich auch minimal so etwas wie Strandfeeling ein. Leider hat man bislang versäumt irgendeinen Zugang zur Pegnitz zu bauen um vielleicht mal die Beine im Sommer im Wasser baumeln zu lassen. Aber vielleicht kommt das irgendwann noch mal. Mit Sand bekippte Parkhausdächer sind ja auch irgendwann in die Stadt gekommen.

Natürlich ist es positiv zu bewerten, wenn innerstädtische Brachen bewirtschaftet bzw. genutzt werden. Dagegen ist nichts einzuwenden, außer vielleicht, dass der Nürnberger Sandstrand so künstlich, kommerziell, unauthentisch, fantasielos und auswechselbar ist wie ein Cluburlaub im Gewerbegebiet.

Aus Stadtentwicklungssicht hat das alles aber eine besondere Bedeutung und an dieser Stelle möchte ich auf den aktuellen Podcast des Zündfunk Generators hinweisen und eine Hörempfehlung aussprechen. Er handelt nämlich u.a. vom Strand auf der Insel Schütt in Nürnberg, vermittelt Ein- und Hintergründe. Man streift insbesondere den Diskurs mit den städtischen Freiräumen vs. Renditeobjekte und damit die Frage: muss man denn jeden Quadratmeter einer Stadt monetarisieren und durchplanen, oder sind es gerade die Freiräume, die eine Stadt lebenswert machen (in Berlin ist dieses Thema übrigens weit mehr im öffentlichen Bewusstsein, siehe z.B. Bebauungsplan für das Bar25-Gelände). Und man schweift ab zu einem Projekt mit dem Titel „Stadt der Zukunft“. Man plant wohl an einem künstlichen Lebensraum für 8000 Menschen, welcher auf einer Brache vor den Toren Langwassers entstehen soll, also dem etwas älteren künstlichen Lebensraum Nürnbergs. Vermutlich auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs. Aber das nur am Rande.

Inhaltsangabe der Sendung
Pünktlich zur Sommerzeit wird tonnenweise weißer Sand auf Plätze gekippt. Künstliche Strände mit Palmen, Bars, Beachvolleyballfeld oder Musikbühne entstehen. Ein Phänomen, das der Zündfunk-Generator erkundet. Zwei Beispiele: “Sommer in der City” heißt das Unternehmen in Nürnberg auf der Pegnitzinsel Schütt. In München wurde der “Kulturstrand” auf der Museumsinsel eingerichtet. Unweit der Isarauen, deren Kiesstrände sich bei schönem Wetter in eine andere Partyzone verwandeln. An den temporären Citystränden gibt’s kommerzielle und kulturelle Angebote; in den Isarauen gestalten sich Besucher ihre Freizeit selbst, im öffentlichen Freiraum. Aber alle wollen zum Fluss, zum Strand. Exkursionen mit Florian Fischer, Architekturprofessor in Nürnberg

Podcast: Stadt. Strand. Fluss. Exkursionen in Nürnberg und München vom 10.06.2012

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Quelle: ZÜNDFUNK Generator

Info: Die Fotos sind tendenziell unrepresentativ was das Besucheraufkommen des Stadtstrands angeht.

 

21. August 2011

Städteranking

Eine spannende Studie findet man unter www.insm-staedteranking.de. Ein Niveauranking vergleicht den Ist-Zustand deutscher Städte (Wohlstand). Das Dynamikranking bildet ab, wie sich die untersuchten Großstädte in der Zeit von 2004 bis 2009 entwickelt haben. Überraschend: Erlangen kommt beim Niveau gleich nach dem Sieger München. Berlin ist beim Niveau weit hinten, hat aber eine beachtliche Dynamik (Ausgewählte Lebensmittelpunkte des Autors).

„In Erlangen findet sich der höchste Anteil Hochqualifizierter. Die Arbeitslosenquote ist sehr niedrig. Die Einkommensteuerkraft übertreffen nur noch München und Hamburg. Eine Analyse der Cityregion Nürnberg, die wir ergänzend zum Städteranking durchgeführt haben, zeigt, dass Erlangen die ganze Region nach vorne bringt und sogar die Probleme des früheren Quelle-Standorts Fürth überkompensiert“

Beim Cityregionen-Ranking, d. h. dem Vergleich der 20 größten Wirtschaftsräume liegt die Region Nürnberg bei der Dynamik vorne. Das deckt sich in etwa mit den Veränderungen in der Stadt die man in der letzten Zeit so beobachten kann.

Großstadt-typische soziale Probleme sowie noch vorhandene Teilungsfolgen trüben die Niveaubilanz Berlins. Die Hauptstadt kommt auf Niveaurang 90. Sie zeigt sich jedoch überdurchschnittlich dynamisch: Platz 30. Positiv entwickelte sich in Berlin der Arbeitsmarkt, wenn auch von niedrigem Niveau aus: Die Arbeitslosenquote verbesserte sich um 3,5 Prozentpunkte, Rang 21. Auch die Jobversorgung ist deutlich gestiegen.

Die mittelfristige Perspektive Berlins beurteilen die Wissenschaftler jedoch positiv. Ein Grund: Hier entstehen viele neue Unternehmen in der wissensintensiven, unternehmensnahen Dienstleistung und Beratung.

Rankings aus der Studie

Es lohnt sich zumindest die ersten Seiten des Endberichts zu lesen um einen tieferen Einblick zu bekommen. Es sieht nämlich so aus, als würde (Ober)Franken den Anschluss wiederfinden, denn Städte wie Bayreuth, Bamberg und Hof stehen in der Dynamik weit oben. Wer sich selbst in die Auswertung mit einrechnen will schaut sich mal die Liste mit den verfügbaren Einkommen an (die Fürther liegen da übrigens weit vor den Nürnbergern, hihi, auch Straftaten gibts in Fürth am wenigsten).

Berlin kann leider nirgends so richtig punkten, allerdings waren kulturelle Strahlkraft und Hippness auch nicht Teil der Studie :)

28. August 2010

Die Sache mit der Gentrifizierung

Atrium Kino Nürnberg Südstadt

Der Zündfunk organisiert eine Podiumsdiskussion (am 09. September in München, Facebookevent) und ein Stundenfeature zum Thema Gentrifizierung und stolperte auf der Suche nach Meinungsträgern auch über dieses Blog. Leider schreibt hier kein Gentrifizierungsopfer, sondern eher ein Gentrifizierungstourist, dessen Meinung zum Thema durchaus ambivalent ist. Deshalb hier nun nur in schriftlicher Form kurz Gedanken zum Thema.
Gentrifizierung ist nicht schwarz/weiss und Stadtentwicklung nicht grundsätzlich schlecht. Es kommt halt wie immer drauf an. Wenn in Berlin ganze Kieze umgekrempelt und wirklich tolle individuelle, gewachsene und gar künstlerische Strukturen gesichtslos renoviert werden, dann ist das in der Tat verachtenswert. In Nürnberg dagegen wird durch Investoren überhaupt erst Leben in manche Ecken eingehaucht, siehe AEG-Gelände und nicht zuletzt in der Altstadt. Ich wage die These, dass Nürnberg vergleichsweise gentrifizierungssicher ist. Stadtentwicklung findet statt, aber es gibt kaum etwas, was man ausrotten könnte. Nürnberg hat keine ausgeprägte Medien- und Kreativszene und auch vergleichsweise wenig Studenten. Insgseamt kann das Stadtbild nur gewinnen. Deshalb hier ein kleiner Vorschlag: Weshalb nicht den doch arg gebeutelten Gentrifizierungsopfern aus München eine neue Heimat in Nürnberg bieten? Billigen Raum und Leerstand gibt’s nach wie vor genug und es passiert zu wenig damit. Was die eine Stadt tötet kann Chance für eine andere sein. Leipzig kann als Vorbild dienen, so wie schon das Spinnereigelände Vorbild für die Nutzung des AEG-Geländes ist. Der dortige Oberbürgermeister bot vertriebenen Individualisten aus Hamburg an nach Leipzig umzuziehen. Als Stadt die eine künstlerischen Ruf pflegt weiß man um das Potential einer kreativen Bohème. Nürnberg könnte also endlich mal eine Bohème haben!

Ich wünsche der Podiumsdiskussion gutes Gelingen und viele fruchtvolle Argumente. Bis dahin schleichen wir durch Friedrichshain und Kreuzberg und schauen uns Gentrifizierung in Echtzeit an:

ps: Gentrify This!!! und auch ein schöner Text bei Telepolis mit weiteren Links zum generellen Diskurs: Schöner wohnen: Wie uncool ist die Kritik an der Gentrifizierung? (No Sex in the City)

5. Oktober 2008

Nürnberg Erfahrungsaustausch mit Herrn von Runkenstein

Wer den Herrn von Runkenstein samt seiner horizonterweiterndern Ader nicht kennt, war zumindest noch nie bei einer aus.lese, und zwar noch auf keiner einzigen. Es ist sicherlich nicht einfach HvR zu begreifen. Für eine Beschreibung dieses Zeitgenossen reicht der bisher verfügbare Wortschatz der Menschheit ja nicht aus, geschweige denn der deutsche oder gar fränkische. Ist es Religion, Wissenschaft oder Visionäres? Oder alles Zusammen?
Hin und wieder besucht er jedenfalls Nürnberg (“aufgrund eines erhöhten Schwerkraftfeldes unterhalb dieser Perle an der Pegnitz”) und kann uns deshalb auch etwas über diesen geheimnisvollen Ort berichten. Bitte schön.

Name/Pseudonym: Herr von Runkenstein. Weder “Herr Runkenstein” noch “Runkenstein” noch “Dieser Runkentyp da”.
Alter: Lässt sich aufgrund umfangreicher Raum- und Zeitreisen sowie diverser Zeitdehnungen, -streckungen und -schleifen nicht genau ermitteln.
Beschäftigung: Abenteurer und Forscher im weitesten Sinne, angetrieben von gelegentlicher Geldgier, regelmäßigen was-wäre-wenn-Experimenten sowie einer ausgeprägen ich-mache-es-weil-ich-es-kann-Weltanschauung.
URL: runkenstein.de

Warum Nürnberg?
Warum nicht? Es gibt wesentlich schlimmere Orte. Nürnberg ist beispielsweise besser als:

  • Castrop-Rauxel. Nürnberg klingt einfach schöner, melodischer, kosmopolitischer.
  • Der Mond. Da ist es zwar schön ruhig, aber auch nur schwarz-weiß.
  • Nordkorea. Denn in Nürnberg gibt es keine lästigen Militärparaden und keinen Diktator, dafür genügend Strom und ausreichend Nahrung.
  • München. Hab bisher nur schlechtes darüber gehört.
  • Treibsand. In Nürnberg kann man zwar auch versinken, aber nur im übertragenen Sinne.
  • Der Nordpol. Denn Nürnberg hat wärmeres Klima (zumindest bis jetzt noch), mehr Menschen, und es schmilzt nicht weg.

Ist Nürnberg schön?
Das klingt nach einer Fangfrage. Selbstverständlich ist Nürnberg schön!
Zwar nicht so schön wie Bad Runkenstein, doch definitiv schöner als München, Duisburg, Bielefeld, Halle, Pjöngjang, Juckreiz und Blutsuppe.

Was sollte man in Nürnberg tunlichst unterlassen?

  • sich verfahren.
  • Einen Einheimischen als “Bayer” bezeichnen.
  • Schwarzen Löchern anbieten, ihren Hunger zu stillen.
  • Eine Leiche auf dem alten Indianerfriedhof vergraben.

Was sollte man in Nürnberg unbedingt tun?

  • Nürnberger essen. Die Würstchen, nicht die Leute!
  • Einen Einheimischen als “Bayer” bezeichnen.
  • Brücken- und Bardenfestival besuchen.

Nur Nürnberg hat?

  • Ein Parkhaus unter einer Insel in der Pegnitz. Das muss man sich mal vorstellen: Ein Flussinselparkhaus! Unterirdisch! Sowas verrücktes würde mir selbst auf mit LSD gestrecktem Crack nicht einfallen!
  • Die aus.lese in der Weinerei. Beste Unterhaltung mit erstklassigen Künstlern, und das für umsonst. Der gute Gast hinterlässt allerdings eine Spende.
10. März 2008

schon wieder kein schillerndes Nürnberg

Dieses Blog hier ist ja nicht zum Spaß. In Nürnberg stößt man einfach auf ein kommunikatives und ästhetisches Problem. Und auch wenn man sich nach ein paar Tagen der Abwesenheit, nach dem Schock der Rückkehr, wieder etwas eingelebt hat und doch alles nicht so schlimm ist, so wird man immer wieder auf diesen Umstand gestoßen  Sei es der Erfahrungsaustausch beim Weinchen, oder Dinge wie die Roland-Berger-Studie der FAZ.
Dass man mit Nürnberg nicht gerade Selbstbewusstsein, Offenheit und das pulsierende Leben assoziiert wundert mich einfach nicht. Keiner repräsentiert das übrigens besser als die hiesige Kulturreferentin. München ist da schon eher auf der höhe der Zeit und rechtfertigt seinen Stand in etwa. Warum allerdings Leipzig hinten sein soll ist sehr fragwürdig. Wenn es eine blubbernde Boheme gibt, dann dort. Nagut, Kohle hat man dort nicht, aber das hat doch Kreativität noch nie gestört.

[via Vip-Raum]

21. Oktober 2007

München ist auch hässlich



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