
Dabei sieht Thomas Ruff die Gestalt der Fassaden selbst als aussagekräftige Zeugnisse ihrer Zeit: “Solche Gebäude repräsentieren mehr oder weniger Ideologie und Geschäft in der Bundesrepublik Deutschland in den letzten dreißig Jahren. Es sind ja nicht nur Fassaden, sondern die Gebäude stehen ja auch für etwas ein: etwa für den Geschmack des Erbauers oder den Ungeschmack des Erbauers oder den Geschmack des Architekten oder den Ungeschmack des Architekten oder für mangelndes Geld im Falle der Sozialbauten.”
Photographie parallel zur Architektur. Interieurs und Häuser im Werk von Thomas Ruff.
24. November 2008
In Zeiten, in denen selbst Günter Netzer rechts radikalisiert wird (Seitenscheitel plus Gefasel über deutsche Tugenden…), kann nur noch die Kunst helfen.
Jahresausstellung 2008 der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg
Eröffnung: Mi 09.07.08, 19 Uhr
Sommerfest: Sa 12.07.08, 19 Uhr
2. Juli 2008
Was vor kurzer Zeit noch verranzt ins Auge gefallen ist, ist zum passablen Probierort einer temporären Ausstellung geworden. Nachdem der Automat im innern der alten Fäkalanlage vom Besucher mit einem Euro gefüttert wurde, werden hinter einer Glaswand Kunsthandwerksarbeiten sichtbar gemacht.
13. Oktober 2007

Romina Schenone und Christophe Jardin waren letzten schon (hier und dort) in der Weinerei mit Ausstellungen zu sehehen. Nun gehts nach draussen und zwar mit einer Installation vom 10. bis 17. Juni auf dem Hugenottenplatz in Erlangen im Rahmen der französischen Woche (Flyer pdf). Vernissage ist am 10.06. um 17:30. Mehr Infos hier.
8. Juni 2007
… gefühlte Kunst
Vernissage/Ausstellung mit Martin Fürbringer, Andrea Sohler und Philipp Moll am Donnerstag den 10.05. im Kunst- und Kurhaus Katana
25. April 2007
Das diesjährige Medienkunst-Knallbonbon Ars Electronica in Linz, der Stadt mit den sehr offenen und freundlichen Menschen, aber den viel zu hohen Bordsteinen, stand im Zeichen der Spannung zwischen einer zunehmend komplexeren Welt und dem wachsenden Verlangen nach Übersicht und Kontrolle. In diesem Spannungsfeld aus Widersprüchen steht der User, der sich einerseits freut, dass ihm das Leben durch Notebook, Internet und Co. einfacher gemacht wird, der aber gleichzeitig spürt, wie ihm zunehmend die Kontrolle darüber entzogen wird. Oder wie es der Kurator in einem Interview sinngemäß ausdrückte: “mittlerweile kann man Treiber in hochkomplexe IT-Systeme integrieren, aber keiner weiss mehr, wie man Gurken einlegt”. Ein sehr aktuelles Thema. Ich musste allerdings ohne eine Antwort oder einen Hinweis auf ein einfacheres Leben wieder nach Hause fahren. Die Antwort wurde bestimmt bei den zahlreichen Ereignissen, Konferenzen und Symposien gegeben, für die ich leider keine Zeit hatte. Aber dafür hatte ich Zeit für das Festival am Wochenende mit den vielen Schauplätzen, und das war schön genug, auch oder gerade weil es thematisch ein eher typisches Medienkunstereignis war, ohne sich auf simplicity zu versteifen. Zahllose künstlerische oder kritische Installationen und Aktionen verzierten den Festivalcampus. Ich habe mich ohne einen großen Plan ins Getümmel geworfen und bin einfach auf Entdeckungsreise gegangen.
Ein Medienkunstfestival aller erster Güte. Alles zu erzählen, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten sprengt eindeutig den Rahmen. Es gab viele tolle Kurzfilme, hintergründige Installationen, absurde Geräte und beneidenswerte Ideen. Ein Beispiel möchte ich geben. Die Installation Office Live simuliert ein Büro, das von einem Goldfisch – dem Fishmanager – geleitet, bzw. gesteuert wird. Der Fisch schwimmt in einem Aquarium und ist über eine projizierte Tastatur in der Lage ein Worddokument mit Unsinn vollzutippen. Er spielt so die Rolle eines auslösenden Dominosteins und steuert bzw. aktiviert die wie in einer Rube-Goldberg-Maschine verbundenen Büroarbeitsplätze. Die weiteren Büroarbeitsplätze sind Klischees. Auf einem herrscht die komplette Unordnung, der nächste arbeitet in einem wahnwitzigen Tempo an allem gleichzeitig un der dritte schaut sich die ganze Zeit Onlineshops an. Alltag also. Ist die Installation einmal durchgelaufen bekommt der Fisch sein Futter und wird somit für den ganzen Wahnwitz den er mit seinem wirren Word-Dokument ausgelöst haut auch noch belohnt. Wie im echten Leben also. Wer sich da jetzt nichts drunter vorstellen kann, schaut sich am besten ein Video dazu an.
Service
Weitere Eindrücke finden sich bei vm-people, dasauge.de, Telepolis oder bei Flickr.
Videos von diversen Installationen gibts hier, 3sat zeigt am 13.09. um 23:25 Uhr die Dokumentation “20 Jahre Prix Ars Electronica” und der nächste Pflichttermin für Medienkunstinteressierte: Transmediale in Berlin ab dem 31.01.2007.
5. September 2006