Schlagwort: kultur

Russen-Chic mit Musik

russophobie_faces.gif Das in Nürnberg eine starke Fraktion an Osteuropäern (und extrem östlichen “Europäern”) lebt, ist kein Geheimnis. Natürlich bleiben da kulturelle Einflüsse und frischer Input für die Stadt nicht aus. Allen voran reitet da seit fast fünf Jahren das Partykollektiv Russophobie. Die immer gut besuchten und ausgelassenen Partys, mit den DJs in den blau/weiss gestreiften Shirts, präsentieren ihren ungehörten Balkanpop und die Russendisko gerne zu (so originelle wie originale) patriotisch-naiven Visuals. Das alles sorgt für eine schön eigene Atmosphäre mit dem nötigen gewissen etwas.
Je nach Thema der Veranstaltung entwirft Wladik Alimov – beeinflusst durch den russischen Konstruktivismus – dazu die passenden Flyer. Man kennt sie, wenn man mit halbwegs offenen Augen durch die City schlurft. Sie heben sich optisch deutlich von den üblichen Konsens-Informationsträgern ab. Sie sind subtil und lullen den Betrachter mit ihrer Ausstrahlung und ihrem Glamour ein. Es entsteht ein gewünschter Freiraum für Interpretationen und Assoziationen, und das funktioniert hervorragend.

Hier eine kleine Auswahl an Flyern, die mir Wladik freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat:

Die nächste Party findet am 10.02.2007 in der DESI statt.

24. Januar 2007

Ist denn Linz schön?

Das Nürnberg hässlich ist, habe ich ja mittlerweile empirisch bewiesen. Nürnberg ist aber nicht die einzige hässliche Stadt. In Linz möchte man manchmal auch einfach nur schreiend davon laufen. Der Unterschied zu Nürnberg ist, dass sich Linz seiner Hässlichkeit durchaus bewusst ist, bzw. selbstbewusst genug ist, mal die Leute nach ihrem empfinden zu befragen.
Scan einer Postkarte aus dem Rahmen der Mauserung zur Kulturhauptstadt 2009, als Inspiration für Nürnberger Stadtplaner.

Postkarte Ist Linz schön?

1 Kommentar 15. September 2006

Ars Electronica 2006

Ars Electronica 2006 - SimplicityDas diesjährige Medienkunst-Knallbonbon Ars Electronica in Linz, der Stadt mit den sehr offenen und freundlichen Menschen, aber den viel zu hohen Bordsteinen, stand im Zeichen der Spannung zwischen einer zunehmend komplexeren Welt und dem wachsenden Verlangen nach Übersicht und Kontrolle. In diesem Spannungsfeld aus Widersprüchen steht der User, der sich einerseits freut, dass ihm das Leben durch Notebook, Internet und Co. einfacher gemacht wird, der aber gleichzeitig spürt, wie ihm zunehmend die Kontrolle darüber entzogen wird. Oder wie es der Kurator in einem Interview sinngemäß ausdrückte: “mittlerweile kann man Treiber in hochkomplexe IT-Systeme integrieren, aber keiner weiss mehr, wie man Gurken einlegt”. Ein sehr aktuelles Thema. Ich musste allerdings ohne eine Antwort oder einen Hinweis auf ein einfacheres Leben wieder nach Hause fahren. Die Antwort wurde bestimmt bei den zahlreichen Ereignissen, Konferenzen und Symposien gegeben, für die ich leider keine Zeit hatte. Aber dafür hatte ich Zeit für das Festival am Wochenende mit den vielen Schauplätzen, und das war schön genug, auch oder gerade weil es thematisch ein eher typisches Medienkunstereignis war, ohne sich auf simplicity zu versteifen. Zahllose künstlerische oder kritische Installationen und Aktionen verzierten den Festivalcampus. Ich habe mich ohne einen großen Plan ins Getümmel geworfen und bin einfach auf Entdeckungsreise gegangen.

Ars Electronica - ImpressionEin Medienkunstfestival aller erster Güte. Alles zu erzählen, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten sprengt eindeutig den Rahmen. Es gab viele tolle Kurzfilme, hintergründige Installationen, absurde Geräte und beneidenswerte Ideen. Ein Beispiel möchte ich geben. Die Installation Office Live simuliert ein Büro, das von einem Goldfisch – dem Fishmanager – geleitet, bzw. gesteuert wird. Der Fisch schwimmt in einem Aquarium und ist über eine projizierte Tastatur in der Lage ein Worddokument mit Unsinn vollzutippen. Er spielt so die Rolle eines auslösenden Dominosteins und steuert bzw. aktiviert die wie in einer Rube-Goldberg-Maschine verbundenen Büroarbeitsplätze. Die weiteren Büroarbeitsplätze sind Klischees. Auf einem herrscht die komplette Unordnung, der nächste arbeitet in einem wahnwitzigen Tempo an allem gleichzeitig un der dritte schaut sich die ganze Zeit Onlineshops an. Alltag also. Ist die Installation einmal durchgelaufen bekommt der Fisch sein Futter und wird somit für den ganzen Wahnwitz den er mit seinem wirren Word-Dokument ausgelöst haut auch noch belohnt. Wie im echten Leben also. Wer sich da jetzt nichts drunter vorstellen kann, schaut sich am besten ein Video dazu an.

Service
Weitere Eindrücke finden sich bei vm-people, dasauge.de, Telepolis oder bei Flickr.
Videos von diversen Installationen gibts hier, 3sat zeigt am 13.09. um 23:25 Uhr die Dokumentation “20 Jahre Prix Ars Electronica” und der nächste Pflichttermin für Medienkunstinteressierte: Transmediale in Berlin ab dem 31.01.2007.

1 Kommentar 5. September 2006

Flyer der Schallzentrale

Der Raum4 in Fürth befindet sich gerade in der Sommerpause. Genug Zeit also um sich die gelungenen Flyer der dort beheimateten Schallzentrale anzuschauen:

Ich hoffe ich kann die Sammlung in den nächsten Monaten noch erweitern.
Ich bin mir nicht ganz sicher aber die Quelle der Flyer ist bwausg.de oder eps51.de, oder beide. Wie auch immer, sehenswert sind beide Seiten mit ihren Fotos allemal.

14. Juli 2006

Sex and the Cinema

Sex and the Cinema Alberne Softpornos mit offenen Lederhosen im Filmhaus? Das ist mal was Neues. Derart aufklärende Filme haben doch eher die späten Stunden der frühen Privatsender versüsst, anstatt groß mit Anspruch und Geschmack zu glänzen. Klingt nach Skandal und ein Aufschrei müsste durch die alternative Szene gehen… aber nein… es ist doch alles ganz ok so. “Sex and the Cinema” heisst die Reihe die derzeit im Filmhaus im Künstlerhaus am Bahnhof läuft. Von Oswalt Kolle über Russ Meyer bis hin zum abendfüllenden Pornofilm wird eine umfangreiche Auswahl quer durch die Höhen und Tiefen des Genres der nackten Haut gezeigt. Vom 6.7. bis zum 9.8., mehr Infos hier .
Das ist mit Sicherheit eine gute Gelegenheit sich die Sünden von damals wieder anzuschauen bzw. überhaupt mal die Filme zu sehen die im Laufe der Zeit immer an der Grenze von Geschmack und Zensur gelaufen sind. Ich vermute übrigens, dass das passende Buch zum Thema dieses hier ist.

12. Juli 2006

ADBK Jahresausstellung 2006

ADBK Einladungskarte Jahresausstellung 2006
Vom 20.07. bis zum 23.07.2006 gibt es sie wieder, die Jahresausstellung der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Es wird sicherlich wieder bunt werden. Viel Malerei, Bildhauerei, Skulpturen und vor allem Dinge, auf die man selbst so schnell nicht gekommen wäre. Zum Teil schöne frische Sachen zum anschauen und manchmal auch zum anfassen. Auf der gelinkten Seite ist folgender Satz der wichtigste: “Am Samstag, 22. Juli findet ab 19 Uhr auf dem Akademiegelände das legendäre Sommerfest statt” :)

1 Kommentar 9. Juli 2006


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