Alle Jahre wieder: Ein neues Layout fürs Blog

Sugar Ray Banister Layout 2012
So sah dieses Blog die letzten zweieinhalb Jahre aus…

Eine eigene Webseite oder ein eigenes Blog zu haben ist ein mitunter zeitintensives Hobby. Man kann sich zwar diversen Diensten bedienen, die einem die administrative Arbeit abnehmen, aber wer alles selbst machen möchte, der werkelt schon mal einige Nächte an einem Umbau. Jetzt war es bei mir wieder soweit. Die letzte große Renovierung ist fast zweieinhalb Jahre her. Damals hoffte ich noch, dass das Update des Blogs 3-4 Jahre hält. Schon die Kommentare zu dem Beitrag zeigten, dass es damit wohl nichts werden würde. Responsive Design war bereits damals ein Thema, das ich leider etwas unterschätzte habe. Eine Unterstützung mobiler Geräte wurde auf dieser Seite etwas umständlich über eine schon damals bestehende separate mobile Version der Webseite drangebastelt. (mehr …)

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Sugar-Ray-Banister-2014-06-27-09-57-53

Und auf einmal ist die Facebook Fanseite gesperrt

Facebook hat meine Sugar Ray Banister Fanpage gesperrt. Nachvollziehbare Gründe dafür gibt es keine, eine Vorwarnung gab es auch nicht. Im Gegensatz zu Twitter oder Tumblr, wo wirklich so einiges geht, schaut Facebook schon etwas genauer auf inhaltliche Sauberkeit. Nun habe ich mit meiner Seite gegen irgendwelche Richtlinien verstoßen, meint Facebook mit seiner Sperre ausdrücken zu wollen. Welche genau, bleibt unklar. Es ist nicht möglich direkt mit Facebook in Kontakt zu treten und irgendwas zu klären. Was blieb ist ein Kontaktformular um zu dem Vorfall eine Stellungnahme abzugeben. Ich hab das gemacht, mein Unverständnis ausgedrückt und nachgefragt, was denn nun falsch war. Daraufhin wurde mein mitschwingender Antrag auf Freischaltung abgelehnt. Jeder weitere Kontakt mit Facebook zum dem Vorfall ist nun nicht mehr möglich. Das Kontaktformular ist weg.

Tja. Zum einen bestätigt mich dieser Vorfall in meiner Haltung, dass ein eigenes Blog immer noch die Krone aller Publikationswege ist, da man hier die Kontrolle über seine Inhalte behält und nicht der Willkürlichkeit von Plattformen ausgeliefert ist. Auf der anderen Seite hat mir Facebook mit der Fanpage schon einen schönen und meßbaren Schwung an Traffic auf die Webseite gespült. Es schlagen an der Stelle etwas zwei Herzen in meiner Brust. Macht über die eigenen Inhalte einerseits, bessere Reichweite andererseits.

Was ich nun mache, weiß ich noch nicht. Hat jemand ne Idee? Hab schon von Fällen gehört, bei denen die Fanpage nach ner Zeit wie von Geisterhand wieder verfügbar war. Vielleicht mach ich auch einfach ne neue Seite auf. Mal sehen.

Update
Es gibt eine neue Facebookseite.

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Vom Versuch, verschlüsselt zu kommunizieren

banksy - what are you looking at?
banksy – what are you looking at? – flickr: Gerda CC

Netzpolitik.org hat sich mal den Spaß gemacht, die diversen Landtage anzuschreiben. Sie wollten wissen, wie man eigentlich mit ihnen verschlüsselt kommunizieren kann und ob es interne Richtlinien gibt, wann was verschlüsselt werden muss.

Habt ihr schon mal versucht, einem Abgeordneten oder einer Behörde eine verschlüsselte Mail zu senden? Wenn es sich nicht gerade um Bundes- oder Landesdatenschutzbeauftragte handelt, die glücklicherweise alle über einen PGP-Schlüssel verfügen, ist dieser Versuch oftmals zum Scheitern verurteilt.

[…]

In den deutschen Landtage, bzw. Bürgerschaften oder Abgeordnetenhäusern, sieht die Sache ähnlich aus. Diesen und den dort vertretenen Fraktionen habe ich mehrere Fragen zu ihrer Mailkommunikation gestellt. […] Von vielen kam darauf leider keine Antwort.

Aber noch trauriger als Nicht-Antworten waren die, bei denen klar wurde, dass meine Frage nicht einmal verstanden wurde. “Wir geben über unsere technische Ausstattung keine Auskünfte” (CDU Berlin), “Zu Sicherheitsaspekten des Hessischen Landtages können wir leider grundsätzlich keine Auskünfte geben”, ”Wir geben grundsätzlich keinerlei Auskunft zu unserer elektronischen Kommunikation” (FDP Sachsen) und ähnlich lauteten Aussagen von besorgten Stellen, die wohl zu glauben schienen, sie gäben wertvolles Geheimwissen preis, wenn sie ihre öffentlichen Schlüssel ausplaudern… Aber man darf vermuten, dass die eigentliche Sicherheitsinfo diejenige ist, dass es überhaupt keine Sicherheit gibt.

Das Thema lässt sich beliebig ausweiten und fängt bei einem Browser an, bei dem sich jemand anders nicht aus seinem Facebook ausgeloggt hat. Wie leicht lässt sich da eine komische Nachricht verschicken oder mal genüsslich stöbern mit wem da wie intensiv gechatted wird. Man kann auf einmal leicht fremde Profildaten verändern, Verwirrung und Missverständnisse stiften. Das mag im kleinen halb-privaten noch ganz lustig sein, wenn es aber um Geld, Macht oder ernsthafte Beziehungen geht, dann hört der Spaß auf und zumindest ich möchte nicht, dass jemand so einfach meine Kommunikation oder gar Identität manipuliert. 

Emails lassen sich seit Jahrzehnten nahezu sicher verschlüsseln. Warum das nur so selten passiert wird den selben Grund haben wie die mangelnde Akzeptanz des Klimawandels. So richtig merken tut man die Nachteile nicht und es tut nicht sonderlich weh. Vielleicht profitiert man sogar davon, weil man Schneekanonen herstellt oder weil es interessant ist, mal unbemerkt in fremden Accounts zu schnüffeln.

Ich habe für mich entschieden, es den Leuten die möglicherweise schnüffeln wollen, nicht ganz so leicht zu machen. Meine Kontakte in Threema haben sich heute, am Tag der Veröffentlichung der 19 Milliarden Dollar Übernahme von WhatsApp durch Facebook, mehr als verdoppelt. Und auch auf Telegram sammeln sich die Kontakte. Ein gutes Zeichen, wenn auch nur ein kleines. Von WhatsApp habe ich mich zum wiederholten Male endgültig verabschiedet. Ich kann den Gedanken an ein Kommunikationsmonopol nicht leiden.

Übrigens: Netzpolitik verschenkt das Buch “Überwachtes Netz” – Der Sammelband zum NSA-Skandal, aber das nur am Rande.

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Einblicke in die Webszene in Nürnberg

Nürnberg Web Week 2013

Im Oktober 2013 findet die zweite Nürnberg Web Week statt. Eine Woche voller Events unter anderem zu den Themen Online Marketing, Webentwicklung, Social Media, eCommerce, SEO und Programmierung. Die Web Week ist Klassentreffen, Plattform und Aushängeschild gleichermaßen für die Webszene in Nürnberg und Franken. Bis zum Start der Veranstaltungen werden von mir Interviews und Hintergrundinformationen unter anderem zu den folgenden Protagonisten der Szene und zu den verschiedenen Usergroups im Blog der Web Week veröffentlicht: (mehr …)

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Digitale Bohème in Franken

Es war 2008 als Sascha Lobo und Holm Friebe mit ihrem Buch „Wir nennen es Arbeit: Die digitale Bohème“ für Furore und Diskussion sorgten und auch den Weg ins Feuilleton schafften. Auf einmal schien es offenbar, was bisher nur so ein Gefühl war. Das Buch handelt davon, wie eine neue Klasse von Selbstständigen, die mit Hilfe digitaler Technologien dem alten Traum vom selbstbestimmten Arbeiten in selbstgewählten Kollektivstrukturen ein gutes Stück näher kommen. Auf einmal hatten die vielen frei und unabhängig arbeitenden einen Namen und es war möglich, sich zu identifizieren. Zudem traten die Autoren dem Ideal der Festanstellung gehörig gegen das Schienbein.

Für die Digitale Bohème ist es normal, an verschiedenen Projekten zu arbeiten, wovon nicht alle finanziell erfolgreich sein müssen. Es reicht aus, wenn die Projekte die eigene Credibility steigern, Grundsteine legen, oder einfach Spaß machen. Ein 40-Stunden-Job kann diesen Ehrgeiz an eigenen Projekten zu schrauben gehörig ausbremsen. Es ist somit nicht unbedingt eine notwendige Entscheidung, zur Digitalen Bohème zu gehören, weil es vielleicht nicht den richtigen Job für die eignen Fähigkeiten und Interessen gibt, sondern vielleicht auch vielmehr eine bewusste, weil die eigenen Interessen und Fähigkeiten einfach ausgelebt gehören. Ist man professionell und vernetzt genug, kommen Aufträge, und damit das Geld, meist eh von alleine. (mehr …)

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Nürnberg Web Week 2013

Nürnberg Web Week 2013

Im Herbst wird es die zweite Nürnberger Web Week geben. Größer, besser und vor allem inhaltlich breiter als noch in 2012. Die Wirtschaft hat die Web Week mittlerweile auch auf dem Radar. Auf der Pressekonferenz sprachen Dr. Michael Fraas (Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg) und Dirk von Vopelius (IHK-Präsident) über ihre Erwartungen an die Web Week. Zumindest die IHK sieht Nürnberg und die Metropolregion dabei schon länger klar als Heimat für Kreative. Und es wird diesmal auch ein Fokus auf digitale Immigranten gelegt. Insbesondere Neulinge in der digitalen Welt sind herzlich willkommen und werden gerne an Themen wie publizieren bzw. bloggen oder rechtliche Themen auf Facebook herangeführt.

Termin für die Web Week: 21.10. bis 28.10.2013

Inhalt der Web Week

Wir wollen der regionalen Web und IT Szene eine neue, größere Bühne geben. Die Web Week Nürnberg stellt im Laufe von 10 Tagen auf einer Vielzahl von Veranstaltungen in Nürnberg, Fürth, Erlangen und der Region aktuelle Themen, Startups und Entwicklungen dar. Etablierte Events wie der Webmontag, die Social Media Night und diverse Stammtische finden ebenso statt, wie neue Events rund um das Thema Internet. Eine Woche voller Events u. a. zu den Themen Online Marketing, Webentwicklung, Social Media, eCommerce, SEO und Programmierung!

Für den Social Media Terminkalender gibt es fertige Events auf Xing, Facebook und Google+. Diese Events werden aktualisiert und beinhalten jeweils auch das Programm.

Der #-Tag auf Twitter ist übrigens #NUEWW und der eigentliche Web Week Account ist @nueww.

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Internet und Gesellschaft in Deutschland – Es geht um Aufklärung

Wenn einem Volksvertreter bzw. einer Politikerin oder einem Politiker Zitate oder Handlungen rund um das Internet abverlangt werden, dann geht das aus Sicht der Netzgemeinde, also der Menschen, die ihr Leben und ihre Arbeit mit dem Internet verbringen, meist nach hinten los. Auch wenn aus politischer Sicht ehrenhafte Ziele verfolgt werden. Das ist ärgerlich, schon weil sie Kraft ihres Amtes in der Lage sein sollten, sich zu informieren oder entsprechende Kompetenzen mit an einen Tisch zu holen. Aber der Reihe nach.

Ursula von der Leyens Vorstoß zur Sperrung von Webseiten mit kinderpornographischem Inhalt ging im Jahr 2009 fulminant den Bach runter, als von IT-Fachpresse und Fachverbänden, Bürgerrechtlern und sogar Missbrauchsopfern die Risiken und Nebenwirkungen des Zugangserschwerungsgesetzes offenbar gemacht wurden. Ein solches Gesetzt schadet mehr, als es nützen würde, so stellte sich alsbald auch in der öffentlichen Meinung heraus. Hätte man sich mit etwas Sachverstand mit dem Thema im Vorfeld auseinandergesetzt, die schlechte Presse wäre von der Leyen und so manch anderem Politiker erspart geblieben. Allerdings hätten wir auch nicht gewusst, wie stark die Netzgemeinde in Deutschland bereits damals war.

Weiterhin hält sich die Floskel in der Welt, dass das Internet ein „rechtsfeier Raum“ sei und es besonders mit Dingen wie dem schon genannten Zugangserschwerungsgesetzes oder der Vorratsdatenspeicherung und ähnlichem reguliert werden müsste. Dass im Netz dieselben Gesetzte wie in der stofflichen Welt gelten und auch angewandt werden (können), wird dagegen nicht so oft proklamiert.

Und immer wieder tauchen Politiker auf, die mit dem Wort „Browser“ nicht umgehen können und bei Konfrontation mit selbigen, in Erklärungsnot geraten. Zuletzt schaffte es Angela Merkel im Juni 2013 mit ihrem Satz „Das Internet ist für uns alle Neuland“ im Rahmen des Obama-Besuchs für Heiterkeit in der Netzwelt. (mehr …)

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Statusupdate – Januar 2013

Die letzten Tage habe ich massiv damit verbracht dieses Blog bzw. die ganzen mit dranhängenden Aktivitäten zu überdenken. Das hängt auch die von Jonny Häusler auf seinem Blog Spreeblick angestoßene Diskussion um die Stärkung des Internets an sich und von Blogs im speziellen mit dran.

Die Situation bisher
Ich füttere mit meinen Inhalten und Fotos nicht nur mein hocheigenes Blog (dieses Blog), sondern auch diverse andere Netzwerke und Plattformen. Ein Foto landet im Extremfall z.B. nicht nur hier im Blog, sondern auch noch auf dem Subblog x.sugarraybanister.de, dann auf flickr, wenns besonders fancy ist noch auf 500px, dann der guten alten Zeiten wegen noch in der Fotocommunity und wenns besonders wertvoll ist, wird’s noch auf Photocase zum Verkauf angeboten, oder es zumindest versucht. Dann wird der Inhalt noch auf Facebook, Twitter und gerne auch auf Google+ und Pinterest geteilt und promotet. Manchmal kommen auch noch Crossposts auf Insiderforen hinzu. Alles ganz schön zerfasert und verworren. Und zeitaufwändig! Und der Erfolg stellt sich meist auch nur so mittelprächtig ein. Auch funktionieren manche Inhalte auf einigen Plattformen gut, auf anderen gar nicht oder nicht ohne Kontext. Was sich aber vorher meist nur relativ schwer einschätzen lässt. Und was auch nervt ist, dass Feedback auf den jeweiligen Plattformen bleibt und dort auch mit der Zeit untergeht. Es gibt also keine zentrale Stelle für meine Sachen.

Es gibt also ein paar Änderungen
Eins vorweg: dieses Blog soll weiter leben! Es existiert seit 2006 und es dokumentiert eine ganze Entwicklung. Nicht nur meine persönliche im Hinblick auf Fotografie und das Leben in Nürnberg / Franken, sondern auch die Entwicklung der Stadt Nürnberg selbst. Es ist mir ein wichtiger Hafen für meine Inhalte und ich hoffe, die Rezipienten sehen das genauso. (mehr …)

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Neues Layout fürs Blog

Ganz ehrlich? Ich konnte das alte Layout einfach nicht mehr sehen. Dieses Blog ist zwar schon etwas älter, dennoch hat es seit seiner Gründung im Jahre 2006 keine sonderlich radikalen Änderungen erlebt. Es ist seit dem einfach stetig gewachsen und wurde mit neuen Funktionen nachgerüstet wo es ging oder Sinn machte. Die größte Änderung am Layout kam im Jahre 2009 und äußerte sich in einer deutlichen Verbreiterung des Contentbereichs auf immer noch gut zu gebrauchende 700 Pixel. Das wars dann auch von der optischen Seite her. Am Ende sah das Blog einfach nur noch etwas in die Jahre gekommen aus. Dazu kommt die technische Entwicklung unter der Haube. Aktuelle Templates z.B. können auf den vollen Funktionsumfang einer aktuellen WordPressinstallation zurückgreifen (z.B. Menüeditor oder Templateoptionen im Backend). Ein altes Template, wie das bisherige, das auch noch stark angepasst, individualisiert und sonst wie verbogen ist, fängt irgendwann an weh zu tun. Die Leser merken das vielleicht nicht sofort, aber wenn am Fahrrad was quietscht wird auch zuerst der Fahrer verrückt und dann die Passanten.

Außerdem haben sich über die Jahre etliche Plugins angesammelt, die Funktionen nachgerüstet haben. Mittlerweile hat WordPress aber auch essentielle Features von Haus aus an Bord und macht einige separate Plugins, um z.B. Menüs zu erstellen oder um Videos einzubetten, unnötig. Es gibt also Altlasten die man einfach bei einer Renovierung über Bord kippen kann und jetzt war es bei diesem Blog soweit.

Was ist passiert?

  • Neues Template. Das alte Blix-Template war sehr nett und ich habe viel Arbeit reingesteckt um es anzupassen. Hat sich ausgezahlt. Nun Ruhe in Frieden.
    Ein neues Template zu finden ist nicht so einfach. Gut soll es aussehen, kostenlos soll es sein. Zeit oder Geld für ein individuell entwickeltes Layout möchte ich nicht investieren. Es gibt ja auch fast für jeden Geschmack bereits fertige Templates. Die WordPress Theme Gallery hat mir jedoch noch nie geholfen ein hübsches zu finden. Besser waren immer irgendwelche Webdesignmagazine (z.B. Smashing) mit Hinweisen auf kostenlose, ggf. etwas abgespeckte Varianten von Premiumtemplates oder ähnliches. Diesmal bin ich dann bei dem Webhoster Site5 fündig geworden der sich nur knapp gegen die schnieken Templates von Wpshower behaupten konnte.
  • Templates müssen immer angepasst werden. Geht nicht anders wenn WordPress selbst gehostet wird. Mittlerweile können moderne WordPresstemplates im Backend weitestgehend konfiguriert werden aber spätestens wenn sie ins Deutsche übersetzt werden sollen, muss man in den Quellcode eingreifen. Das war früher aber komplizierter weil die Templates umfangreicher waren.
    Dann die Kopf- und Fußzeilen anpassen, meist noch was im Stylesheet ändern (auch diesmal habe ich wieder den Contentbereich verbreitert), ein neues Logo basteln und schon sind wieder etliche Stunden vergangen!
  • Das wichtigste Plugin unter der Haube dieses Blogs ist NextGEN Gallery. Als dieses Blog gestartet wurde konnte WordPress nur rudimentär mit Bildern umgehen. Z.B. waren einzelne Bildergalerien für separate Posts lange Zeit nur mit Plugins wie NextGEN Gallery möglich. Mittlerweile ist das anders und die Mediathek hat grundsätzlich alle Features, die man so braucht um Fotos zu veröffentlichen. Allerdings müsste ich jetzt alle Fotos aus der NextGEN Gallery in die WordPress Mediathek umziehen und dazu auch sämtliche Posts anpassen. Das habe ich mir natürlich gespart und somit laufen auch in Zukunft quasi zwei Galeriesysteme parallel im Blog. NextGEN Gallery ist jedoch immer noch weitaus mächtiger als die WordPress-Bordmittel, hat eine bessere Verwaltung der Bilder und lässt sich auch bei gehobenen Ansprüchen gut anpassen.
  • Weiterhin wichtige Plugins hier im System:

Ich hoffe das neue Layout gefällt man erkennt weiterhin den Sugar Ray Banister. Und hoffentlich hält dieses Template wieder 3-4 Jahre.

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Pinterest

Gebt Pinterest ne Chance!

Neue Dinge passieren ja die ganze Zeit und seit einiger Zeit passiert der Bild-Bookmarking-Sharing-Dienst Pinterest. Nach wie vor bekommt man nur auf Einladung Zugang zu dem Netzwerk, was aber keine sehr große Hürde darstellt und eher als Marketingaktion zu verstehen ist, denn als Beschränkung um den Kreis der Betatester klein zu halten.

Erklärt wurde der Dienst bereits ausreichend: Nutzer fischen Bilder aus dem Netz und heften diese an ihre virtuellen Pinnwände. Man kann mit einem Klick liken und repinnen und interessanten Usern oder nur einzelnen Boards folgen. Wenn man Lust hat, kann man auch kommentieren. Aber der Reiz ist insbesondere, dass der Dienst grundsätzlich ohne Worte auskommt („Twitter für Legastheniker“). Für ein weltweites Netzwerk ist das ein spannender Aspekt.

Für den optisch getriggerten Menschen gibt es wenig (Kritik kommt weiter unten) auszusetzen an dem Dienst und für Fotografen bietet die Plattform einen einfachen Weg, die eigenen Bilder unters Volk zu bringen. Nun hört man allerdings immer öfter, dass der Hype um Pinterest bereits wieder rum ist. Die Google+ophobie schleicht sich ein, also die Angst, dass ein vielversprechendes Netzwerk in die Bedeutungslosigkeit verschwindet, einfach weil sich der Anbieter doof anstellt, und gleichzeitig Facebook allgegenwärtig ist. Dem ist offenbar (hoffentlich!) nicht so. Der japanische Onlinehandels-Konzern Rakuten hat gerade 100 Millionen Dollar in das junge Unternehmen gesteckt und man geht derzeit von 20 Millionen Nutzern aus. Das sollte eine gute Basis sein um noch etwas durchzuhalten.

Der wohl wichtigste und ärgerlichste Fallstrick bei Pinterest, zumindest in Deutschland, ist die Urheberrechtsdebatte. Spreerecht erklärt die Problematik im Detail. Kurz: durch das pinnen eines Bildes wird eine Kopie angefertigt und weiterverbreitet. Das ist nach deutschem Urheberrecht ohne Einwilligung des Urhebers unzulässig und gleichzeitig ein ungelöstes Problem. Um rechtskonform zu pinnen müsste man also jedes Mal eine Einwilligung vom Urheber einholen oder das pinnen im Zweifelsfall sein lassen. Das ist unrealistisch und nicht mehr zeitgemäß. Und es ist reichlich unverständlich, warum gerade Pinterest in den Sog der Urheberrechtsdebatte gekommen ist. Im Gegensatz zu den anderen populären Bildblogplattformen wie z.B. Tumblr, hat Pinterest einen gigantischen Vorteil: es verlinkt (bei Benutzung des Bookmarklets oder Pinbuttons) automatisch auf die Quelle eines Bildes. Damit ist rausfindbar wo ein Bild herkommt und wer es gemacht hat. Somit handelt Pinterest sogar tendenziell urheberfreundlich. Wenn Bilder kopiert und in ein Tumblerblog geladen werden, dann verliert es den Bezug, den Link, zur Quelle und damit zum Urheber. Das geht allerdings auch bei Pinterest. Nunja.

Aber nun kann man sich genau diesen Umstand (als semiprofessioneller Fotograf mit Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom) zunutze machen um die eigenen Werke zu promoten. Man speist die Fotos ins Pinterestnetzwerk ein. Im Idealfall verbreiten sie sich dort (durch Repins) und erfreuen die eigenen Follower. Ähnlich wie bei einem RSS-Feed. Und ähnlich wie bei einem RSS-Feed bleibt immer der Bezug zur Quelle, also dem eigenen Blog, erhalten und es werden im Idealfall Zugriffe generiert.

Auf diesem Blog stehen die Fotos unter einer Creative Commons Lizenz, sind also ohnehin zum teilen und verbreiten freigegeben. Somit steht der Nutzung von Pinterest auf diesen Seiten nichts im Wege. Aber auch ohne CC-Lizenz und als Urheberrestsfetischist sollte man sich mal überlegen, ob Pinterest wirklich ein Problem ist, oder ob die Baustellen nicht woanders liegen.

Und dann noch zu einem Vorurteil, das nicht zuletzt von Sascha Lobo auf der re:publica noch mal so richtig breit getreten wurde: „Pinterest ist 4chan für Mädchen“, rief er der nahezu komplett versammelten deutschen Internetszene zu. Und naja, dem ist leider so. Es werden wirklich unangenehm viele Bilder verteilt und diskutiert die für die nächsten Monate sämtliche Frauenzeitschriften und „schöner Wohnen“ –Klone versorgen könnten. Auch wird man gefühlt von 98% Frauen (bzw. weiblichen Namen) verfolgt, geliket und repinned. Was im echten Leben ganz nett ist, hat auf Pinterest so ein „Geschmäckle“. Man tendiert zu dem Glauben, dass man sich mit den eigenen Pins auf das Niveau von Wartezimmerfrauenzeitschriften zubewegt. Beängstigend.

Und dann ist Pinterest auch noch fromm wie ein Lamm. Im Gegensatz zu 4chan, wo sich Geschmacksgrenzen noch nicht mal am Horizont abzeichnen, lässt Pinterest keine Bilder zu, die auch nur ansatzweise als NSFW gekennzeichnet sind. So lässt sich z.B. dieses schöne Bild nicht pinnen.

Der süße Duft von Anarchie und Rock’n’roll fehlt Pinterest somit komplett. Es geht vielmehr um Schöngeist. Pinterest ist die Museumsbuchhandlung und nicht der Bahnhofskiosk. Das ist angenehm. Und es ist nicht so hässlich elitär wie z.B. FFFFOUND!, das zwar reifer und nicht ganz so fromm daher kommt, aber Neulingen und Leuten ohne Kontakt in die Szene (yo!) die kalte Schulter zeigt. Gebt also Pinterest ne Chance!

Info: Der Autor ist auf Pinterest als srbanister unterwegs.

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My, dzieci sieci

Wir, die Netz-Kinder

My, dzieci sieciÜber den überaus nützlichen Newsaggregator Rivva wurde ich auf einen Text des polnischen Autoren Piotr Czerski aufmerksam. Dieser liefert darin die bis dato wohl beste Beschreibung unserer (meiner?) Generation und ein grandioses Zeitgeistdokument. Die “Zeit” war so freundlich und ließ den Text ins deutsche übersetzen (polnisches Original hier, englische Version dort). Der Text ist unter Creative Commons BY-SA 3.0 lizensiert und darf nach belieben kopiert, verteilt und geremixt werden.

Ich möchte an dieser Stelle den Text unbedingt empfehlen. Piotr Czerski schreibt mir (uns) aus der Seele und er liefert dazu ganz nebenbei Erklärungen, warum ich, wir, die Netzgenration, so handeln, wie wir handeln.

Wir, die Netz-Kinder

Es gibt wohl keinen anderen Begriff, der im medialen Diskurs ähnlich überstrapaziert worden ist wie der Begriff “Generation”. Ich habe einmal versucht, die “Generationen” zu zählen, die in den vergangenen zehn Jahren ausgerufen worden sind, seit diesem berühmten Artikel über die sogenannte “Generation Nichts”. Ich glaube, es waren stolze zwölf. Eines hatten sie alle gemeinsam: Sie existierten nur auf dem Papier. In der Realität gab es diesen einzigartigen, greifbaren, unvergesslichen Impuls nicht, diese gemeinsame Erfahrung, durch die wir uns bleibend von allen vorangegangenen Generationen unterscheiden würden. Wir haben danach Ausschau gehalten, doch stattdessen kam der grundlegende Wandel unbemerkt, zusammen mit den Kabeln, mit denen das Kabelfernsehen das Land umspannte, der Verdrängung des Festnetzes durch das Mobiltelefon und vor allem mit dem allgemeinen Zugang zum Internet. Erst heute verstehen wir wirklich, wie viel sich in den vergangenen 15 Jahren verändert hat.

Wir, die Netz-Kinder, die mit dem Internet und im Internet aufgewachsen sind, wir sind eine Generation, welche die Kriterien für diesen Begriff gleichsam in einer Art Umkehrung erfüllt. Es gab in unserem Leben keinen Auslöser dafür, eher eine Metamorphose des Lebens selbst. Es ist kein gemeinsamer, begrenzter kultureller Kontext, der uns eint, sondern das Gefühl, diesen Kontext und seinen Rahmen frei definieren zu können.

Indem ich das so schreibe, ist mir bewusst, dass ich das Wort “wir” missbrauche. Denn unser “wir” ist veränderlich, unscharf – früher hätte man gesagt: vorläufig. Wenn ich “wir” sage, meine ich “viele von uns” oder “einige von uns”. Wenn ich sage “wir sind”, meine ich “es kommt vor, dass wir sind”. Ich sage nur deshalb “wir”, damit ich überhaupt über uns schreiben kann.

1.

Wir sind mit dem Internet und im Internet aufgewachsen. Darum sind wir anders. Das ist der entscheidende, aus unserer Sicht allerdings überraschende Unterschied: Wir “surfen” nicht im Internet und das Internet ist für uns kein “Ort” und kein “virtueller Raum”. Für uns ist das Internet keine externe Erweiterung unserer Wirklichkeit, sondern ein Teil von ihr: eine unsichtbare, aber jederzeit präsente Schicht, die mit der körperlichen Umgebung verflochten ist.

Wir benutzen das Internet nicht, wir leben darin und damit. Wenn wir euch, den Analogen, unseren “Bildungsroman” erzählen müssten, dann würden wir sagen, dass an allen wesentlichen Erfahrungen, die wir gemacht haben, das Internet als organisches Element beteiligt war. Wir haben online Freunde und Feinde gefunden, wir haben online unsere Spickzettel für Prüfungen vorbereitet, wir haben Partys und Lerntreffen online geplant, wir haben uns online verliebt und getrennt.

Das Internet ist für uns keine Technologie, deren Beherrschung wir erlernen mussten und die wir irgendwie verinnerlicht haben. Das Netz ist ein fortlaufender Prozess, der sich vor unseren Augen beständig verändert, mit uns und durch uns. Technologien entstehen und verschwinden in unserem Umfeld, Websites werden gebaut, sie erblühen und vergehen, aber das Netz bleibt bestehen, denn wir sind das Netz – wir, die wir darüber in einer Art kommunizieren, die uns ganz natürlich erscheint, intensiver und effizienter als je zuvor in der Geschichte der Menschheit.

Wir sind im Internet aufgewachsen, deshalb denken wir anders. Die Fähigkeit, Informationen zu finden, ist für uns so selbstverständlich wie für euch die Fähigkeit, einen Bahnhof oder ein Postamt in einer unbekannten Stadt zu finden. Wenn wir etwas wissen wollen – die ersten Symptome von Windpocken, die Gründe für den Untergang der Estonia oder warum unsere Wasserrechnung so verdächtig hoch erscheint – ergreifen wir Maßnahmen mit der Sicherheit eines Autofahrers, der über ein Navigationsgerät verfügt.

Wir wissen, dass wir die benötigten Informationen an vielen Stellen finden werden, wir wissen, wie wir an diese Stellen gelangen und wir können ihre Glaubwürdigkeit beurteilen. Wir haben gelernt zu akzeptieren, dass wir statt einer Antwort viele verschiedene Antworten finden, und aus diesen abstrahieren wir die wahrscheinlichste Version und ignorieren die unglaubwürdigen. Wir selektieren, wir filtern, wir erinnern – und wir sind bereit, Gelerntes auszutauschen gegen etwas Neues, Besseres, wenn wir darauf stoßen.

Für uns ist das Netz eine Art externe Festplatte. Wir müssen uns keine unnötigen Details merken: Daten, Summen, Formeln, Paragrafen, Straßennamen, genaue Definitionen. Uns reicht eine Zusammenfassung, der Kern, den wir brauchen, um die Information zu verarbeiten und mit anderen Informationen zu verknüpfen. Sollten wir Details benötigen, schlagen wir sie innerhalb von Sekunden nach.

Wir müssen auch keine Experten in allem sein, denn wir wissen, wie wir Menschen finden, die sich auf das spezialisiert haben, was wir nicht wissen, und denen wir vertrauen können. Menschen, die ihre Expertise nicht für Geld mit uns teilen, sondern wegen unserer gemeinsamen Überzeugung, dass Informationen ständig in Bewegung sind und frei sein wollen, dass wir alle vom Informationsaustausch profitieren. Und zwar jeden Tag: im Studium, bei der Arbeit, beim Lösen alltäglicher Probleme und wenn wir unseren Interessen nachgehen. Wir wissen, wie Wettbewerb funktioniert und wir mögen ihn. Aber unser Wettbewerb, unser Wunsch, anders zu sein, basiert auf Wissen, auf der Fähigkeit, Informationen zu interpretieren und zu verarbeiten – nicht darauf, sie zu monopolisieren.

2.

Die Teilnahme am kulturellen Leben ist für uns keine Beschäftigung für den Feiertag. Die globale Kultur ist der Sockel unserer Identität, wichtiger für unser Selbstverständnis als Traditionen, die Geschichten unserer Ahnen, sozialer Status, die Herkunft oder sogar unsere Sprache. Aus dem Ozean der kulturellen Ereignisse fischen wir jene, die am besten zu uns passen, wir treten mit ihnen in Kontakt, wir bewerten sie und wir speichern unsere Bewertungen auf Websites, die genau zu diesem Zweck eingerichtet wurden und die uns außerdem andere Musikalben, Filme oder Spiele vorschlagen, die uns gefallen könnten.

Einige dieser Filme, Serien oder Videos schauen wir uns gemeinsam mit Kollegen an, oder aber mit Freunden aus aller Welt, unser Urteil über andere wird oft nur von einer kleinen Gruppe von Menschen geteilt, denen wir vielleicht niemals persönlich gegenüberstehen werden. Das ist der Grund für unser Gefühl, dass Kultur gleichzeitig global und individuell wird. Das ist der Grund, warum wir freien Zugang dazu brauchen.

Es bedeutet nicht, dass wir Zugang zu allen kulturellen Gütern verlangen, ohne dafür zahlen zu müssen – obwohl wir das, was wir selbst schaffen, meistens einfach nur in Umlauf bringen. Wir verstehen, dass Kreativität – trotz der zunehmenden Verbreitung von Technologien, mit denen jeder Mensch Film- oder Musikdateien in einer Qualität erstellen kann, die früher Profis vorbehalten war – immer noch Anstrengungen und Investitionen erfordert. Wir sind bereit zu zahlen, aber die gigantischen Aufschläge der Zwischenhändler erscheinen uns ganz einfach als unangemessen. Warum sollten wir für die Verbreitung von Informationen zahlen, die schnell und perfekt kopiert werden können, ohne den Wert des Originals auch nur um ein Jota zu verringern? Wenn wir nur die reine Information bekommen, verlangen wir einen angemessenen Preis. Wir sind bereit, mehr zu zahlen, aber dann erwarten wir auch mehr: eine interessante Verpackung, ein Gadget, höhere Qualität, die Option, es hier und jetzt anzuschauen, ohne warten zu müssen, bis die Datei heruntergeladen ist. Wir können durchaus Dankbarkeit zeigen und wir wollen den Künstler belohnen (seit Geld nicht mehr aus Papier besteht, sondern aus einer Reihe von Zahlen auf einem Bildschirm, ist das Bezahlen zu einem eher symbolischen Akt geworden, von dem eigentlich beide Seiten profitieren sollen), aber die Verkaufsziele irgendwelcher Konzerne interessieren uns kein bisschen. Es ist nicht unsere Schuld, dass ihr Geschäft in seiner traditionellen Form nicht mehr sinnvoll ist und dass sie, anstatt die Herausforderung zu akzeptieren und zu versuchen, uns mit etwas zu erreichen, das uns mehr bietet als wir umsonst haben können, entschieden haben, ihre veralteten Lösungen zu verteidigen.

Noch etwas: Wir wollen nicht für unsere Erinnerungen bezahlen. Die Filme, die uns an unsere Kindheit erinnern, die Musik, die uns vor zehn Jahren begleitet hat: In einem externen Netzgedächtnis sind sie einfach nur Erinnerungen. Sie hervorzurufen, sie auszutauschen, sie weiterzuentwickeln, das ist für uns so normal wie für euch die Erinnerung an Casablanca. Wir finden im Netz die Filme, die wir als Kinder gesehen haben und wir zeigen sie unseren Kindern, genauso wie ihr uns die Geschichte von Rotkäppchen oder Goldlöckchen erzählt habt. Könnt ihr euch vorstellen, dass euch jemand deswegen anklagt, gegen ein Gesetz verstoßen zu haben? Wir auch nicht.

3.

Wir sind es gewohnt, dass unsere Rechnungen automatisch bezahlt werden, solange unser Kontostand es erlaubt. Wir wissen, dass wir nur ein Onlineformular ausfüllen und einen Vertrag unterschreiben müssen, den uns ein Kurier liefert, wenn wir ein Konto eröffnen oder den Mobilfunkanbieter wechseln wollen. Dass sogar ein Kurztrip auf die andere Seite von Europa inklusive Stadtrundfahrt innerhalb von zwei Stunden organisiert werden kann. Deshalb sind wir, als Nutzer des Staates, zunehmend verärgert über seine archaische Benutzeroberfläche. Wir verstehen nicht, warum wir für die Steuererklärung mehrere Formulare ausfüllen müssen, von denen das zentrale mehr als einhundert Fragen beinhaltet. Wir verstehen nicht, warum wir einen festen Wohnsitz (absurd genug, so etwas überhaupt haben zu müssen) erst förmlich abmelden müssen, bevor wir uns an einem anderen anmelden können – als könnten die Behörden diese Sache nicht auch ohne unser Eingreifen regeln.

In uns steckt nichts mehr von jener aus Scheu geborenen Überzeugung unserer Eltern, dass Amtsdinge von überaus großer Bedeutung und die mit dem Staat zu regelnden Angelegenheiten heilig sind. Diesen Respekt, verwurzelt in der Distanz zwischen dem einsamen Bürger und den majestätischen Höhen, in denen die herrschende Klasse residiert, kaum sichtbar da oben in den Wolken, den haben wir nicht. Unser Verständnis von sozialen Strukturen ist anders als eures: Die Gesellschaft ist ein Netzwerk, keine Hierarchie. Wir sind es gewohnt, das Gespräch mit fast jedem suchen zu dürfen, sei er Journalist, Bürgermeister, Universitätsprofessor oder Popstar, und wir brauchen keine besonderen Qualifikationen, die mit unserem sozialen Status zusammenhängen. Der Erfolg der Interaktion hängt einzig davon ab, ob der Inhalt unserer Botschaft als wichtig und einer Antwort würdig angesehen wird. Und da wir, dank Zusammenarbeit, ständigem Streit und dem Verteidigen unserer Argumente gegen Kritik das Gefühl haben, dass unsere Meinungen einfach die besseren sind, warum sollten wir dann keinen ernsthaften Dialog mit der Regierung erwarten dürfen?

Wir fühlen keinen religiösen Respekt für die “demokratischen Institutionen” in ihrer derzeitigen Form, wir glauben nicht an ihre unumstößliche Rolle, wie es diejenigen tun, die alle “demokratischen Institutionen” als Denkmäler betrachten, die sie selbst bauen und die zugleich für sie selbst gebaut werden. Wir brauchen keine Denkmäler. Wir brauchen ein System, das unsere Erwartungen erfüllt, ein transparentes und funktionierendes System. Und wir haben gelernt, dass Veränderung möglich ist: dass jedes in der Handhabung umständliche System ersetzt werden kann und ersetzt wird durch eines, das effizienter ist, das besser an unsere Bedürfnissen angepasst ist und uns mehr Handlungsmöglichkeiten gibt.

Was uns am wichtigsten ist, ist Freiheit. Redefreiheit, freier Zugang zu Information und zu Kultur. Wir glauben, das Internet ist dank dieser Freiheit zu dem geworden, was es ist, und wir glauben, dass es unsere Pflicht ist, diese Freiheit zu verteidigen. Das schulden wir den kommenden Generationen, so wie wir es ihnen schulden, die Umwelt zu schützen.

Vielleicht haben wir noch keinen Namen dafür, vielleicht sind wir uns dessen noch nicht vollständig bewusst, aber wahrscheinlich ist das, was wir wollen, eine wahre und tatsächliche Demokratie. Eine Demokratie, wie sie sich vielleicht nicht einmal eure Journalisten erträumt haben.

Februar 2012 [via]

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Datenbewusstsein

Um Informationen zu bekommen muss man Informationen geben. Das ist bei einem simplen Gespräch unter vier Augen so und das ist im Netz (insbesondere im Social Web) nicht anders. Im Netz funktioniert das naturgemäß diffuser aber der Streuverlust wird durch die größere Reichweite mehr als wettgemacht. Dennoch sollte man so gut es geht selbst bestimmen, welche Informationen in die Welt gelangen und in welchem Kontext das passiert. Die Welt und jeder einzelne wird gläserner und transparenter und diese Entwicklung ist unaufhaltbar. Sich dagegen zu wehren ist ein Kampf gegen Windmühlen, aber man kann dafür sorgen, dass die Entwicklung auf Augenhöhe passiert, dass manche nicht mehr Informationen bekommen als andere geben. Wie in einem persönlichen Gespräch auch, sollte der Datenaustausch ausgewogen sein. Daher diese kleinen Hinweise wie man die eigene Sendeleistung etwas in Grenzen hält: gegen das Gefühl mehr zu geben, als man eigentlich bekommt.

Dem Facebook ist es z.B. möglich auch Informationen zu sammeln, selbst wenn man sich gar nicht auf der Plattform selbst bewegt, sondern auf beliebigen Webseiten, die Facebookwidgets eingebunden haben. Wenn man eine solche Seite aufruft, erkennt dieses Widget diesen Besuch (wie normale Statistiktools auch). Ein Klick auf “mag ich” und die Kontakte wissen über den Besuch (bzw. vermeintliche Vorlieben) bescheid.

Datenschutzrechtlich ist das bedenklich, da ungefragt personenbezogene Daten gesammelt und mit dem eigenen Profil verknüpft werden und auch direkt das Land verlassen (Hamburg.de hat z.B. den “Like”-Button aus Datenschutzgründen entfernt). Der Punkt ist auch, dass es nur einen winzigen klick kostet und eine unter umständen ominöse Webseite produziert ein ungewolltes Statusupdate; was sich möglicherweise auch automatisieren lässt also ohne bewusste Bestätigung funktioniert. Eine Kontrolle über eigene Profilinformationen ist so praktisch nicht mehr möglich. Man kann die so gesammelten Informationen auch nicht abrufen, einsehen oder editieren oder gar wieder löschen.

Kurzum, persönliche Daten sind am sichersten, wenn sie erst gar nicht erhoben und (vorallem ohne eigenes Zutun) gespeichert werden und dazu gibt es einen schönen Helfer: die SocialMediaBlock-Filterliste für Adblock Plus.

Geblockt werden Social Media-Dienste, die durch externe Skripte und/oder Frames geladen werden. Es wird stets darauf geachtet, dass die Dienste selbst mit der Liste funktionieren (Facebook ist z. B. problemlos nutzbar, jegliche eingebettete Inhalte außerhalb Facebook werden jedoch geblockt). Zudem werden auch “Share”-Buttons auf großen/bekannten Seiten gefiltert. Nicht gefiltert werden Links (z. B. über Grafiken), die auf Profile oder Seiten einer Social Media-Seite verlinken.

Im Fall von Facebook sperrt diese Filterliste den Zugriff auf das API und unterbindet damit den Zugriff von Fremdapplikationen auf Facebook. Adblock gehört eh zu den Pflichterweiterungen für Firefox, sorgt es doch dafür, dass die meiste Werbung von den Webseiten verschwindet (man surft, als hätte der Kapitalismus nie das Web entdeckt) und diese spezielle Filterliste erweitert Adblock um die genannte Funktion und ist zudem den persönlichen Vorlieben anpassbar, falls man trotzdem z.B. Flattr nutzen möchte.

Für Chrome gibt es dazu das Facebook Disconnet Plugin, welches sich allerdings nur auf Facebook beschränkt.

Eine weitere sehr sinnvolle Erweiterung für Firefox ist HTTPS Everywhere. Sie sorgt dafür, dass beim Aufruf populärer Webdienste automatisch auf eine sichere https-Verbindung gewechselt wird und man nicht mehr für jeden belauschbar mit der Welt kommuniziert. Die behandelten Dienste funktionieren zum größten Teil uneingeschränkt weiter und man hat kaum Nachteile durch die gewonnene Sicherheit, allerding funktioniert z.B. bei Facebook mit https kein Chat mehr, aber chatten kann man mit Skype eh besser.

Wer noch mehr Kontrolle über in Webseiten eingebettete Skripte und ominöse Applikationen haben möchte, der sollte zu NoScript greifen. Diese Erweiterung sperrt erstmal komplett alle Inhalte die nichts mit der puren Darstellung von Text und Bild zu tun haben. Ein deutliches Plus an Kontrolle und Transparenz, allerdings verstümmelt diese Erweiterung sehr viele Webseiten (vorallem die ominösen) bis hin zur Unbenutzbarkeit und sollte nur von Leuten benutzt werden die normal wissen, was im Maschinenraum passiert.

Das sind nur einige wenige Dinge die man machen kann um die eigene Sendeleistung zu steuern. Wichtig ist, dass man wissen sollte was bei jedem einzelnen Klick im Netz und im Hintergrund passiert. Viele schimpfen auf die Netz- und Datenschutzkompetenz in der Politik. Das ist berechtigt, aber wer es den Leuten zu einfach macht Informationen zu sammeln, der darf sich nicht beschweren und die sogenannte Netzkompetenz fängt bei jedem einzelnen an.

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