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Vom Versuch, verschlüsselt zu kommunizieren

banksy - what are you looking at?

banksy – what are you looking at? – flickr: Gerda CC

Netzpolitik.org hat sich mal den Spaß gemacht, die diversen Landtage anzuschreiben. Sie wollten wissen, wie man eigentlich mit ihnen verschlüsselt kommunizieren kann und ob es interne Richtlinien gibt, wann was verschlüsselt werden muss.

Habt ihr schon mal versucht, einem Abgeordneten oder einer Behörde eine verschlüsselte Mail zu senden? Wenn es sich nicht gerade um Bundes- oder Landesdatenschutzbeauftragte handelt, die glücklicherweise alle über einen PGP-Schlüssel verfügen, ist dieser Versuch oftmals zum Scheitern verurteilt.

[...]

In den deutschen Landtage, bzw. Bürgerschaften oder Abgeordnetenhäusern, sieht die Sache ähnlich aus. Diesen und den dort vertretenen Fraktionen habe ich mehrere Fragen zu ihrer Mailkommunikation gestellt. [...] Von vielen kam darauf leider keine Antwort.

Aber noch trauriger als Nicht-Antworten waren die, bei denen klar wurde, dass meine Frage nicht einmal verstanden wurde. “Wir geben über unsere technische Ausstattung keine Auskünfte” (CDU Berlin), “Zu Sicherheitsaspekten des Hessischen Landtages können wir leider grundsätzlich keine Auskünfte geben”, ”Wir geben grundsätzlich keinerlei Auskunft zu unserer elektronischen Kommunikation” (FDP Sachsen) und ähnlich lauteten Aussagen von besorgten Stellen, die wohl zu glauben schienen, sie gäben wertvolles Geheimwissen preis, wenn sie ihre öffentlichen Schlüssel ausplaudern… Aber man darf vermuten, dass die eigentliche Sicherheitsinfo diejenige ist, dass es überhaupt keine Sicherheit gibt.

Das Thema lässt sich beliebig ausweiten und fängt bei einem Browser an, bei dem sich jemand anders nicht aus seinem Facebook ausgeloggt hat. Wie leicht lässt sich da eine komische Nachricht verschicken oder mal genüsslich stöbern mit wem da wie intensiv gechatted wird. Man kann auf einmal leicht fremde Profildaten verändern, Verwirrung und Missverständnisse stiften. Das mag im kleinen halb-privaten noch ganz lustig sein, wenn es aber um Geld, Macht oder ernsthafte Beziehungen geht, dann hört der Spaß auf und zumindest ich möchte nicht, dass jemand so einfach meine Kommunikation oder gar Identität manipuliert. 

Emails lassen sich seit Jahrzehnten nahezu sicher verschlüsseln. Warum das nur so selten passiert wird den selben Grund haben wie die mangelnde Akzeptanz des Klimawandels. So richtig merken tut man die Nachteile nicht und es tut nicht sonderlich weh. Vielleicht profitiert man sogar davon, weil man Schneekanonen herstellt oder weil es interessant ist, mal unbemerkt in fremden Accounts zu schnüffeln.

Ich habe für mich entschieden, es den Leuten die möglicherweise schnüffeln wollen, nicht ganz so leicht zu machen. Meine Kontakte in Threema haben sich heute, am Tag der Veröffentlichung der 19 Milliarden Dollar Übernahme von WhatsApp durch Facebook, mehr als verdoppelt. Und auch auf Telegram sammeln sich die Kontakte. Ein gutes Zeichen, wenn auch nur ein kleines. Von WhatsApp habe ich mich zum wiederholten Male endgültig verabschiedet. Ich kann den Gedanken an ein Kommunikationsmonopol nicht leiden.

Übrigens: Netzpolitik verschenkt das Buch “Überwachtes Netz” – Der Sammelband zum NSA-Skandal, aber das nur am Rande.

17. September 2013

Einblicke in die Webszene in Nürnberg

Nürnberg Web Week 2013

Im Oktober 2013 findet die zweite Nürnberg Web Week statt. Eine Woche voller Events unter anderem zu den Themen Online Marketing, Webentwicklung, Social Media, eCommerce, SEO und Programmierung. Die Web Week ist Klassentreffen, Plattform und Aushängeschild gleichermaßen für die Webszene in Nürnberg und Franken. Bis zum Start der Veranstaltungen werden von mir Interviews und Hintergrundinformationen unter anderem zu den folgenden Protagonisten der Szene und zu den verschiedenen Usergroups im Blog der Web Week veröffentlicht:

Blick in die Nürnberger Webszene mit Franka Ellen Wittek

Eins der aktivsten und etabliertesten Gesichter der Nürnberger Webszene ist Franka Ellen Wittek. Die gebürtige Nürnbergerin ist hauptberuflich Freelancer im Bereich der Webentwicklung und betreut die Internetpräsenzen diverser Kunden. Sie studiert Kulturwissenschaften und schmeißt den Coworking Space in Nürnberg. Weiter lesen …

Die Webseite der Nürnberg Web Week – Hintergründe und Entwicklung

Keine Web Week ohne Webseite. Die Webseite, die die erste Web Week begleitet hatte, hat ihren Dienst in Ehren verrichtet, doch die technische Entwicklung lässt sich gerade im Internet nur schwer aufhalten oder gar ignorieren. Die alte Webseite wurde den aktuellen Ansprüchen im Hinblick auf Kompatibilität, Mobilität und Gestaltung nicht (mehr) gerecht. Weiter lesen …

Auf Sendung – Ein Podcast über Nürnberg und so

„Nürnberg und so“ startete im Jahr 2012. Das relativ junge Projekt hat sich schnell in der fränkischen Webszene und auch darüber hinaus etabliert, was nicht zuletzt an der Hingabe der beiden Köpfe hinter dem Projekt liegt: Daniel Bendl und Markus Wolf. Weiter lesen …

Markus Teschner und seine Lust auf Networking

Die größte Veranstaltung auf der Nürnberg Web Week ist der Webmontag. Einer der Köpfe dahinter ist, neben Mitorganisator Stefan Peter Roos, kein geringerer als der Hub im Fränkischen Social Network Markus Teschner. Weiter lesen …

Der Webmontag in Nürnberg

Die Nürnberg Web Week 2013 startet am Montag, den 21. Oktober, direkt mit einer der etabliertesten Veranstaltungen für internetaffines Publikum in Nürnberg und Umgebung: mit dem Webmontag. Bei dieser Veranstaltungsreihe, die es nicht nur in Nürnberg, sondern auch in zahlreichen anderen deutschen Städten gibt, treffen sich Menschen, die im näheren oder auch weiteren Sinne beruflich oder auch im Rahmen von privaten bzw. nicht-kommerziellen Aktivitäten mit dem Internet zu tun haben. Weiter lesen …

Stefan Probst – Impulsgeber in der Fränkischen Web- und Start-Up-Szene

Die Web- und Unternehmerszene in Franken entwickelt sich prächtig und sie ist dabei, den Weg aus der Nische einzuschlagen. Die Grundsteine dafür wurden bereits vor gut fünf Jahren gelegt. Die Szene war seinerzeit in vieler Hinsicht noch kaum ausgeprägt und nur wenig sichtbar. Stefan Probst erkannte das Potential der Strukturen, die im Begriff waren, sich zu bilden, und er tat das, wofür er von vielen Leuten heute sehr geschätzt wird: er brachte die richtigen Ideen, zu den richtigen Leuten und gab ihnen den Schubs in die richtige Richtung. Weiter lesen …

Bilder von der Nürnberg Web Week

Eine Veranstaltung wie die Web Week ist naturgemäß recht gut dokumentiert, insbesondere an Fotomaterial mangelt es nicht sonderlich. Schon die außerordentlich hoche Smartphonedichte und der Hang der Gäste und Teilnehmer zum unentwegten teilen und publizieren ihrer Eindrücke sorgt für einen ordentlichen Strom an Bildern. Weiter lesen …

Digitale Bohème in Franken

Es war 2008 als Sascha Lobo und Holm Friebe mit ihrem Buch „Wir nennen es Arbeit: Die digitale Bohème“ für Furore und Diskussion sorgten und auch den Weg ins Feuilleton schafften. Auf einmal schien es offenbar, was bisher nur so ein Gefühl war. Das Buch handelt davon, wie eine neue Klasse von Selbstständigen, die mit Hilfe digitaler Technologien dem alten Traum vom selbstbestimmten Arbeiten in selbstgewählten Kollektivstrukturen ein gutes Stück näher kommen. Auf einmal hatten die vielen frei und unabhängig arbeitenden einen Namen und es war möglich, sich zu identifizieren. Zudem traten die Autoren dem Ideal der Festanstellung gehörig gegen das Schienbein.

Für die Digitale Bohème ist es normal, an verschiedenen Projekten zu arbeiten, wovon nicht alle finanziell erfolgreich sein müssen. Es reicht aus, wenn die Projekte die eigene Credibility steigern, Grundsteine legen, oder einfach Spaß machen. Ein 40-Stunden-Job kann diesen Ehrgeiz an eigenen Projekten zu schrauben gehörig ausbremsen. Es ist somit nicht unbedingt eine notwendige Entscheidung, zur Digitalen Bohème zu gehören, weil es vielleicht nicht den richtigen Job für die eignen Fähigkeiten und Interessen gibt, sondern vielleicht auch vielmehr eine bewusste, weil die eigenen Interessen und Fähigkeiten einfach ausgelebt gehören. Ist man professionell und vernetzt genug, kommen Aufträge, und damit das Geld, meist eh von alleine.

Die Digitale Bohème in der Provinz

Das dieses Buch Berlin entsprungen ist, ist vermutlich kein Zufall. In einer Stadt in der Individualismus, Selbstbestimmtheit, der Drang nach Freiräumen und ein nicht gerade üppiger Arbeitsmarkt zur Grundausstattung gehören, war es vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sich die Kreativen und Innovativen entsprechend organisieren. In anderen großen Städten der Welt war es ja auch der Fall und es sprach viel dafür, dass sich dieser Trend auch in die Provinzen ausbreitet. Aber ist das auch passiert? Wie sieht es in Nürnberg aus?

Coworking Nürnberg

Schlecht sieht es nicht aus. Es gibt sogar so etwas wie eine Digitale Bohème in Nürnberg bzw. Franken, es ist vielleicht sogar das erste Mal, dass es in diesem Landstrich überhaupt eine Bohème gibt. Nürnberg produziert mit seiner Ohm-Hochschule oder der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg mittlerweile haufenweise kreatives und medienaffines Personal, welches es nicht unbedingt in die klassischen 9to5-Berufe zieht. Nicht nur Ohm- oder AdBK-Studenten trifft man gebündelt in Kollektiven rund um das ehemalige AEG-Gelände oder als (Zwischen-)Nutzer in Räumen des Quelle-Gebäudes. Es gibt mit den Coworking Spaces in Nürnberg und Fürth Räume mit passender Infrastruktur (WLAN und Club Mate!) zum unbeschwerten arbeiten und für verschiedenste Veranstaltungen von Kultur über Netzwerktreffen bis hin zu Skillsharing. Und es gibt ein sehr gut ausgestattetes FabLab in der Stadt.

Sie traut sich nicht so richtig raus aus ihrer Nische

Aber es gibt deutlich Luft nach oben. Trotz der genannten Orte und die dort keimenden Kollektive versteckt sich die lokale Boheme und tritt in der öffentlichen Wahrnehmung nicht in Erscheinung. Nicht unbedingt überraschend, wenn man die eher introvertiere Fränkische Seele kennt. Wenn aber z.B. von Start-Ups oder einer prosperierenden IT-Szene in Deutschland die Rede ist, denkt jeder sofort an Berlin. Nürnberg muss muss sich indes mit all seinen kleinen geilen Netzfirmen nicht verstecken, tut es aber.

Ich selbst kenne mittlerweile beide Welten, die der tariflich geregelten Festanstellung und das freie Arbeiten in einem der Coworking Spaces. Letzteres macht deutlich mehr Freude, schon weil es ein offeneres und innovativeres arbeiten ist. Die Community in so einem Coworking Space trägt und inspiriert sich. Und wenn ich gerade nichts tun mag, ziehe ich mich zurück. Diese Offenheit und Flexibilität liegt mir und kann nicht durch ein starres Korsett wie ein Arbeitsvertrag mit Zeiterfassung ersetzt werden, schon gar nicht, wenn ich einen ganzen Blumenstrauß an Aktivitäten und Interessen habe.

Dennoch bleibt der Eindruck, dass Coworking und die Digitale Bohème eine ziemliche Nische in Nürnberg und Franken ist und ich glaube, dass ist eine Mentalitätssache. Ich habe Nürnberg und Franken nie als sonderlich lockere und innovative Stadt kennen gelernt, vielmehr als klassische konservative Arbeiterstadt. Sich in Kollektiven einzubringen, sich gemeinschaftlich fachlich auszutauschen, sich zu engagieren oder mal was ungewöhnliches auszuprobieren, so was liegt wohl nur einer Minderheit hier in der Stadt. Das ist sehr schade. Wer einmal die Lockerheit auf der einen Seite und den Schaffensdrang auf der anderen Seite in solchen Kollektiven erlebt hat, der mag nicht mehr groß anders arbeiten. Ich würde mich freuen, wenn diese kollektive, projektgetriebene Arbeitswelt aus ihrer Nische heraustreten würde. Was es dazu braucht, ist nur Offenheit und Engagement, die Räume dafür gibt es bereits!

Nürnberg Web Week 2013

Übrigens, im Herbst wird es die zweite Nürnberger Web Week geben (Facebook Event, Xing Event, Google+ Event). Größer, besser und mehr als noch in 2012. Ein gutes Zeichen und ein guter Tummelplatz für die Digitale Bohème in der Region. “Die Wirtschaft” hat die Web Week mittlerweile auch auf dem Radar. Auf der Pressekonferenz sprachen Dr. Michael Fraas (Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg) und Dirk von Vopelius (IHK-Präsident) über ihre Erwartungen an die Web Week. Zumindest die IHK sieht Nürnberg und die Metropolregion dabei schon länger klar als Heimat für Kreative. Jetzt darf man natürlich skeptisch sein, denn gerade eine “Heimat für Kreative” ist etwas, dass von innen heraus wächst und auch gewisse Rahmenbedingen und Freiräume braucht, z.B. die oben schon genannte Offenheit. Kreative lassen sich selten groß durch tendenziell biederes Stadtmarketing beeindrucken, jedenfalls nicht die, die ich kenne.

Aber, das Ziel der Web Week, das der “Wirtschaft” und das des Stadtmarketings deckt sich mit meinem Anliegen: Nürnberg darf gerne cooler, offener, bunter, hipper, internetziger werden!

~ ~ ~

Oder um es mit Funny Van Dannen zu sagen:

Nürnberg Web Week 2013

Nürnberg Web Week 2013

Im Herbst wird es die zweite Nürnberger Web Week geben. Größer, besser und vor allem inhaltlich breiter als noch in 2012. Die Wirtschaft hat die Web Week mittlerweile auch auf dem Radar. Auf der Pressekonferenz sprachen Dr. Michael Fraas (Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg) und Dirk von Vopelius (IHK-Präsident) über ihre Erwartungen an die Web Week. Zumindest die IHK sieht Nürnberg und die Metropolregion dabei schon länger klar als Heimat für Kreative. Und es wird diesmal auch ein Fokus auf digitale Immigranten gelegt. Insbesondere Neulinge in der digitalen Welt sind herzlich willkommen und werden gerne an Themen wie publizieren bzw. bloggen oder rechtliche Themen auf Facebook herangeführt.

Termin für die Web Week: 21.10. bis 28.10.2013

Inhalt der Web Week

Wir wollen der regionalen Web und IT Szene eine neue, größere Bühne geben. Die Web Week Nürnberg stellt im Laufe von 10 Tagen auf einer Vielzahl von Veranstaltungen in Nürnberg, Fürth, Erlangen und der Region aktuelle Themen, Startups und Entwicklungen dar. Etablierte Events wie der Webmontag, die Social Media Night und diverse Stammtische finden ebenso statt, wie neue Events rund um das Thema Internet. Eine Woche voller Events u. a. zu den Themen Online Marketing, Webentwicklung, Social Media, eCommerce, SEO und Programmierung!

Für den Social Media Terminkalender gibt es fertige Events auf Xing, Facebook und Google+. Diese Events werden aktualisiert und beinhalten jeweils auch das Programm.

Der #-Tag auf Twitter ist übrigens #NUEWW und der eigentliche Web Week Account ist @nueww.

Internet und Gesellschaft in Deutschland – Es geht um Aufklärung

Wenn einem Volksvertreter bzw. einer Politikerin oder einem Politiker Zitate oder Handlungen rund um das Internet abverlangt werden, dann geht das aus Sicht der Netzgemeinde, also der Menschen, die ihr Leben und ihre Arbeit mit dem Internet verbringen, meist nach hinten los. Auch wenn aus politischer Sicht ehrenhafte Ziele verfolgt werden. Das ist ärgerlich, schon weil sie Kraft ihres Amtes in der Lage sein sollten, sich zu informieren oder entsprechende Kompetenzen mit an einen Tisch zu holen. Aber der Reihe nach.

Ursula von der Leyens Vorstoß zur Sperrung von Webseiten mit kinderpornographischem Inhalt ging im Jahr 2009 fulminant den Bach runter, als von IT-Fachpresse und Fachverbänden, Bürgerrechtlern und sogar Missbrauchsopfern die Risiken und Nebenwirkungen des Zugangserschwerungsgesetzes offenbar gemacht wurden. Ein solches Gesetzt schadet mehr, als es nützen würde, so stellte sich alsbald auch in der öffentlichen Meinung heraus. Hätte man sich mit etwas Sachverstand mit dem Thema im Vorfeld auseinandergesetzt, die schlechte Presse wäre von der Leyen und so manch anderem Politiker erspart geblieben. Allerdings hätten wir auch nicht gewusst, wie stark die Netzgemeinde in Deutschland bereits damals war.

Weiterhin hält sich die Floskel in der Welt, dass das Internet ein „rechtsfeier Raum“ sei und es besonders mit Dingen wie dem schon genannten Zugangserschwerungsgesetzes oder der Vorratsdatenspeicherung und ähnlichem reguliert werden müsste. Dass im Netz dieselben Gesetzte wie in der stofflichen Welt gelten und auch angewandt werden (können), wird dagegen nicht so oft proklamiert.

Und immer wieder tauchen Politiker auf, die mit dem Wort „Browser“ nicht umgehen können und bei Konfrontation mit selbigen, in Erklärungsnot geraten. Zuletzt schaffte es Angela Merkel im Juni 2013 mit ihrem Satz „Das Internet ist für uns alle Neuland“ im Rahmen des Obama-Besuchs für Heiterkeit in der Netzwelt.

Es gibt unzählige Beispiele für dieses Phänomen, dass sich im Großen und Ganzen mit Ausdrücken wie „digitaler Graben“ oder „digitale Kluft“ beschreiben lässt. Auf der einen Seite haben wir die „digitalen Eingeborenen“ (oder von mir aus auch die „digital sozialisierten“), Menschen also, die sich wie selbstverständlich im Internet bewegen. Wie ein Extremkletterer in einer Steilwand kennen sie sich selbst und die möglichen Gefahren ihres tuns, aber auch den Nutzen und Belohnungen ihrer Aktivitäten.

Auf der anderen Seite haben wir die Gruppe der „digitalen Immigranten“, die all dem (dem Internet oder vielleicht auch Extremklettern) Unverständnis oder Desinteresse entgegenbringen und sich mit den digitalen Themen nur widerwillig bis skeptisch auseinandersetzen. Und es scheint aus digitaler Sicht so, als würden unsere Volksvertreter per se zur Gruppe der digitalen Immigranten gehören. Zwar werden Fähigkeiten und Kompetenzen von Politiker generell aus allen Ecken der Gesellschaft pauschal in Frage gestellt, aber das ist bei den Netz- und Technikkompetenzen noch mal gesondert und auch medienwirksamer der Fall. Das ist ärgerlich, schon weil Volksvertreter in der Lage sein sollten, Umwälzungen und Veränderungen in der Gesellschaft zumindest erahnen zu können. Und die streckenweise intensive Nutzung des Internets würde ich zu den großen Umwälzungen der Gegenwart zählen, neben so Geschichten wie Klimawandel.

Da jammern Tadeln auf Dauer nichts bringt hat sich der Digitale Gesellschaft e. V. dazu berufen gefühlt, eine Broschüre für PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen zu entwickeln, die quasi das Internet erklärt. Das ist gut und richtig, allerdings wird an den Symptomen gedoktort. Auch wenn die Wissenslücken im Parlament im netzpolitischen Alltag oftmals eklatant wirken, so liegt der Druck der so auf PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen ausgeübt wird, sich doch bitte zu informieren, vermutlich im homöopathischen Bereich, verglichen mit den anliegen ausgewachsener Lobbyorganisationen und großen etablierten Wirtschaftsverbänden. Da die Agenda in der Politik gerne von Geld und gesellschaftlicher Relevanz geprägt ist, muss möglicherweise an anderen Hebeln gespielt werden.

Die InitiativeD21 macht sich seit 1999 für eine starke digitale Gesellschaft stark und versucht die digitale Spaltung in Deutschland zu verhindern. Neben diesem heeren Ziel untersucht die Initiative auch regelmäßig den Zustand im Land. Das interessante Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2012 lautet, dass sich die digitale Gesellschaft bei uns in sechs Nutzertypen unterteilen lässt. Diese sind: Häuslicher Gelegenheitsnutzer, Vorsichtiger Pragmatiker, Außenstehender Skeptiker, Smarter Mobilist, Reflektierter Profi und Passionierter Onliner. Noch interessanter ist, dass ca. 65% unserer Gesellschaft aus Gelegenheitsnutzer, Pragmatikern und Skeptikern bestehen. Hält man sich das vor Augen, so fällt es nicht mehr ganz so leicht, über die Netzkompetenzen unserer Politikerinnen und Politiker zu schmunzeln, vielmehr repräsentieren sie recht gut die Mehrheit und damit eben die gesellschaftlicher Relevanz  in unserem Land.

Sechs Nutzertypen der digitalen Gesellschaft

Der Haken an der Geschichte ist, dass in der heuten Zeit viele Weichen gestellt und Entscheidungen gemacht werden, die unser digitales gesellschaftliches Zusammenleben betreffen. Es gibt viel Wichtiges und Richtiges aus Sicht der “passionierten Onliner” und “smarten Mobilisten” dazu zu sagen, allerdings haben diese Gruppierungen weder eine relevante Lobby, noch eine breite Mehrheit in der Gesellschaft. Und da wären wir am Kern der Sache: Für den Kampf gegen einen Lebensmittelskandal oder eine krieselnde Automobilwirtschaft hat man schnell das volle Verständnis des ganzen Landes zusammen. Niemand will schlechtes Essen konsumieren oder aufs Auto verzichten (obwohl das ja gerade im Umbruch ist, auch so ein gesellschaftlicher Wandel). Aber was ist mit einem schlechten und krieselden Internet? Wie schmeckt uns das? Wie bewegen wir uns dann da vorwärts? Wenn es dazu in der Bevölkerung kein gemeinsames Verständnis gibt, wie soll sich ein solches dann in der Politik bilden?

Aufklärung der Politik: ja, natürlich! Aufklärung in der Gesellschaft: fast noch wichtiger!

25. Januar 2013

Statusupdate – Januar 2013

Die letzten Tage habe ich massiv damit verbracht dieses Blog bzw. die ganzen mit dranhängenden Aktivitäten zu überdenken. Das hängt auch die von Jonny Häusler auf seinem Blog Spreeblick angestoßene Diskussion um die Stärkung des Internets an sich und von Blogs im speziellen mit dran.

Die Situation bisher
Ich füttere mit meinen Inhalten und Fotos nicht nur mein hocheigenes Blog (dieses Blog), sondern auch diverse andere Netzwerke und Plattformen. Ein Foto landet im Extremfall z.B. nicht nur hier im Blog, sondern auch noch auf dem Subblog x.sugarraybanister.de, dann auf flickr, wenns besonders fancy ist noch auf 500px, dann der guten alten Zeiten wegen noch in der Fotocommunity und wenns besonders wertvoll ist, wird’s noch auf Photocase zum Verkauf angeboten, oder es zumindest versucht. Dann wird der Inhalt noch auf Facebook, Twitter und gerne auch auf Google+ und Pinterest geteilt und promotet. Manchmal kommen auch noch Crossposts auf Insiderforen hinzu. Alles ganz schön zerfasert und verworren. Und zeitaufwändig! Und der Erfolg stellt sich meist auch nur so mittelprächtig ein. Auch funktionieren manche Inhalte auf einigen Plattformen gut, auf anderen gar nicht oder nicht ohne Kontext. Was sich aber vorher meist nur relativ schwer einschätzen lässt. Und was auch nervt ist, dass Feedback auf den jeweiligen Plattformen bleibt und dort auch mit der Zeit untergeht. Es gibt also keine zentrale Stelle für meine Sachen.

Es gibt also ein paar Änderungen
Eins vorweg: dieses Blog soll weiter leben! Es existiert seit 2006 und es dokumentiert eine ganze Entwicklung. Nicht nur meine persönliche im Hinblick auf Fotografie und das Leben in Nürnberg / Franken, sondern auch die Entwicklung der Stadt Nürnberg selbst. Es ist mir ein wichtiger Hafen für meine Inhalte und ich hoffe, die Rezipienten sehen das genauso.

Aber das Subblog “x.sugarraybanister.de” wird nicht mehr weitergefüttert und auch früher oder später verschwinden. Die Bilder von dort werde ich versuchen in der nächsten Zeit hier ins Blog rüberzuschieben und chronologisch richtig einzusortieren. Dafür habe ich auch eine neue Rubrik geschaffen: Meanwhile in …. Diese Rubrik soll meist unkommentiert Momentaufnahmen aus Nürnberg und dem Rest der Welt präsentieren. In diesem Blog existierten bereits Posts für diese Rubrik, ich wusste das nur nicht. Diese Posts wurden umsortiert weshalb der ein oder andere Link kaputt gegangen ist. Google, mein Statistiktool und die Bookmarkfetischisten mögen es mir nachsehen. Die Suchfunktion hier im Blog funktioniert großartig (falls jemand was vermisst)!

Auf flickr landen nur noch Streetartshots, die mit dem Handy im Vorbeilaufen gemacht wurden. Liegt daran, dass dort die genaue Position festgehalten wird, was ich wichtig finde bei Streetart. Ansonsten werde ich nichts weiter mehr mit flickr machen, auch wenn die neue App ganz nett ist.

Aus meiner Sicht besonders gelungene Fotos, die auch ohne den Kontext dieses Blogs funktionieren, werde ich nach wie vor bei der Fotocommunity bzw. bei 500px einstellen, was aber eine untergeordnete Rolle spielen und auch nur passieren wird, wenn ich gerade nichts besseres zu tun habe. Und auch nur, weil ich den Input der dort gerne mal umherschappt, inspirierend finde. Möchte halt kein reiner Leecher sein.

Auf meiner Facebookpage und auf Twitter werde ich nach wie vor meine Inhalte promoten und verbreiten. Und naja, auch auf Pinterest, aber nur, weils nur ein einziger klick ist. Ihr dürft auch alle gerne liken, retweeten, faven und repinnen, aber ich hätte gerne, dass Kommentare und Feedback im Blog landen, denn hier stehen sie wirklich in Zusammenhang mit dem Inhalt.

Ja, klingt immer noch reichlich verfasert und verworren, aber diese Änderungen sind auch ein Prozess. Ich möchte versuchen so viel wie möglich hier auf diese Seiten zu bringen. Wenn mir angedockte Netzwerke helfen, gerne. Wenn nicht, dann vermisse ich sie auch nicht.

Falls ihr Feedback dazu habt, dann bitte in die Kommentare damit. Ich hoffe ich erfahre etwas Unterstützung seitens meiner Leserschaft! 2013 wird nämlich spannend. Hier sind einginge Sachen gerade in der Pipeline, insbesondere zum Thema Urban Exploring in Franken. Solltet ihr nicht verpassen.

Neues Layout fürs Blog

Ganz ehrlich? Ich konnte das alte Layout einfach nicht mehr sehen. Dieses Blog ist zwar schon etwas älter, dennoch hat es seit seiner Gründung im Jahre 2006 keine sonderlich radikalen Änderungen erlebt. Es ist seit dem einfach stetig gewachsen und wurde mit neuen Funktionen nachgerüstet wo es ging oder Sinn machte. Die größte Änderung am Layout kam im Jahre 2009 und äußerte sich in einer deutlichen Verbreiterung des Contentbereichs auf immer noch gut zu gebrauchende 700 Pixel. Das wars dann auch von der optischen Seite her. Am Ende sah das Blog einfach nur noch etwas in die Jahre gekommen aus. Dazu kommt die technische Entwicklung unter der Haube. Aktuelle Templates z.B. können auf den vollen Funktionsumfang einer aktuellen WordPressinstallation zurückgreifen (z.B. Menüeditor oder Templateoptionen im Backend). Ein altes Template, wie das bisherige, das auch noch stark angepasst, individualisiert und sonst wie verbogen ist, fängt irgendwann an weh zu tun. Die Leser merken das vielleicht nicht sofort, aber wenn am Fahrrad was quietscht wird auch zuerst der Fahrer verrückt und dann die Passanten.

Außerdem haben sich über die Jahre etliche Plugins angesammelt, die Funktionen nachgerüstet haben. Mittlerweile hat WordPress aber auch essentielle Features von Haus aus an Bord und macht einige separate Plugins, um z.B. Menüs zu erstellen oder um Videos einzubetten, unnötig. Es gibt also Altlasten die man einfach bei einer Renovierung über Bord kippen kann und jetzt war es bei diesem Blog soweit.

Was ist passiert?

  • Neues Template. Das alte Blix-Template war sehr nett und ich habe viel Arbeit reingesteckt um es anzupassen. Hat sich ausgezahlt. Nun Ruhe in Frieden.
    Ein neues Template zu finden ist nicht so einfach. Gut soll es aussehen, kostenlos soll es sein. Zeit oder Geld für ein individuell entwickeltes Layout möchte ich nicht investieren. Es gibt ja auch fast für jeden Geschmack bereits fertige Templates. Die WordPress Theme Gallery hat mir jedoch noch nie geholfen ein hübsches zu finden. Besser waren immer irgendwelche Webdesignmagazine (z.B. Smashing) mit Hinweisen auf kostenlose, ggf. etwas abgespeckte Varianten von Premiumtemplates oder ähnliches. Diesmal bin ich dann bei dem Webhoster Site5 fündig geworden der sich nur knapp gegen die schnieken Templates von Wpshower behaupten konnte.
  • Templates müssen immer angepasst werden. Geht nicht anders wenn WordPress selbst gehostet wird. Mittlerweile können moderne WordPresstemplates im Backend weitestgehend konfiguriert werden aber spätestens wenn sie ins Deutsche übersetzt werden sollen, muss man in den Quellcode eingreifen. Das war früher aber komplizierter weil die Templates umfangreicher waren.
    Dann die Kopf- und Fußzeilen anpassen, meist noch was im Stylesheet ändern (auch diesmal habe ich wieder den Contentbereich verbreitert), ein neues Logo basteln und schon sind wieder etliche Stunden vergangen!
  • Das wichtigste Plugin unter der Haube dieses Blogs ist NextGEN Gallery. Als dieses Blog gestartet wurde konnte WordPress nur rudimentär mit Bildern umgehen. Z.B. waren einzelne Bildergalerien für separate Posts lange Zeit nur mit Plugins wie NextGEN Gallery möglich. Mittlerweile ist das anders und die Mediathek hat grundsätzlich alle Features, die man so braucht um Fotos zu veröffentlichen. Allerdings müsste ich jetzt alle Fotos aus der NextGEN Gallery in die WordPress Mediathek umziehen und dazu auch sämtliche Posts anpassen. Das habe ich mir natürlich gespart und somit laufen auch in Zukunft quasi zwei Galeriesysteme parallel im Blog. NextGEN Gallery ist jedoch immer noch weitaus mächtiger als die WordPress-Bordmittel, hat eine bessere Verwaltung der Bilder und lässt sich auch bei gehobenen Ansprüchen gut anpassen.
  • Weiterhin wichtige Plugins hier im System:

Ich hoffe das neue Layout gefällt man erkennt weiterhin den Sugar Ray Banister. Und hoffentlich hält dieses Template wieder 3-4 Jahre.

Gebt Pinterest ne Chance!

Neue Dinge passieren ja die ganze Zeit und seit einiger Zeit passiert der Bild-Bookmarking-Sharing-Dienst Pinterest. Nach wie vor bekommt man nur auf Einladung Zugang zu dem Netzwerk, was aber keine sehr große Hürde darstellt und eher als Marketingaktion zu verstehen ist, denn als Beschränkung um den Kreis der Betatester klein zu halten.

Erklärt wurde der Dienst bereits ausreichend: Nutzer fischen Bilder aus dem Netz und heften diese an ihre virtuellen Pinnwände. Man kann mit einem Klick liken und repinnen und interessanten Usern oder nur einzelnen Boards folgen. Wenn man Lust hat, kann man auch kommentieren. Aber der Reiz ist insbesondere, dass der Dienst grundsätzlich ohne Worte auskommt („Twitter für Legastheniker“). Für ein weltweites Netzwerk ist das ein spannender Aspekt.

Für den optisch getriggerten Menschen gibt es wenig (Kritik kommt weiter unten) auszusetzen an dem Dienst und für Fotografen bietet die Plattform einen einfachen Weg, die eigenen Bilder unters Volk zu bringen. Nun hört man allerdings immer öfter, dass der Hype um Pinterest bereits wieder rum ist. Die Google+ophobie schleicht sich ein, also die Angst, dass ein vielversprechendes Netzwerk in die Bedeutungslosigkeit verschwindet, einfach weil sich der Anbieter doof anstellt, und gleichzeitig Facebook allgegenwärtig ist. Dem ist offenbar (hoffentlich!) nicht so. Der japanische Onlinehandels-Konzern Rakuten hat gerade 100 Millionen Dollar in das junge Unternehmen gesteckt und man geht derzeit von 20 Millionen Nutzern aus. Das sollte eine gute Basis sein um noch etwas durchzuhalten.

Der wohl wichtigste und ärgerlichste Fallstrick bei Pinterest, zumindest in Deutschland, ist die Urheberrechtsdebatte. Spreerecht erklärt die Problematik im Detail. Kurz: durch das pinnen eines Bildes wird eine Kopie angefertigt und weiterverbreitet. Das ist nach deutschem Urheberrecht ohne Einwilligung des Urhebers unzulässig und gleichzeitig ein ungelöstes Problem. Um rechtskonform zu pinnen müsste man also jedes Mal eine Einwilligung vom Urheber einholen oder das pinnen im Zweifelsfall sein lassen. Das ist unrealistisch und nicht mehr zeitgemäß. Und es ist reichlich unverständlich, warum gerade Pinterest in den Sog der Urheberrechtsdebatte gekommen ist. Im Gegensatz zu den anderen populären Bildblogplattformen wie z.B. Tumblr, hat Pinterest einen gigantischen Vorteil: es verlinkt (bei Benutzung des Bookmarklets oder Pinbuttons) automatisch auf die Quelle eines Bildes. Damit ist rausfindbar wo ein Bild herkommt und wer es gemacht hat. Somit handelt Pinterest sogar tendenziell urheberfreundlich. Wenn Bilder kopiert und in ein Tumblerblog geladen werden, dann verliert es den Bezug, den Link, zur Quelle und damit zum Urheber. Das geht allerdings auch bei Pinterest. Nunja.

Aber nun kann man sich genau diesen Umstand (als semiprofessioneller Fotograf mit Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom) zunutze machen um die eigenen Werke zu promoten. Man speist die Fotos ins Pinterestnetzwerk ein. Im Idealfall verbreiten sie sich dort (durch Repins) und erfreuen die eigenen Follower. Ähnlich wie bei einem RSS-Feed. Und ähnlich wie bei einem RSS-Feed bleibt immer der Bezug zur Quelle, also dem eigenen Blog, erhalten und es werden im Idealfall Zugriffe generiert.

Auf diesem Blog stehen die Fotos unter einer Creative Commons Lizenz, sind also ohnehin zum teilen und verbreiten freigegeben. Somit steht der Nutzung von Pinterest auf diesen Seiten nichts im Wege. Aber auch ohne CC-Lizenz und als Urheberrestsfetischist sollte man sich mal überlegen, ob Pinterest wirklich ein Problem ist, oder ob die Baustellen nicht woanders liegen.

Und dann noch zu einem Vorurteil, das nicht zuletzt von Sascha Lobo auf der re:publica noch mal so richtig breit getreten wurde: „Pinterest ist 4chan für Mädchen“, rief er der nahezu komplett versammelten deutschen Internetszene zu. Und naja, dem ist leider so. Es werden wirklich unangenehm viele Bilder verteilt und diskutiert die für die nächsten Monate sämtliche Frauenzeitschriften und „schöner Wohnen“ –Klone versorgen könnten. Auch wird man gefühlt von 98% Frauen (bzw. weiblichen Namen) verfolgt, geliket und repinned. Was im echten Leben ganz nett ist, hat auf Pinterest so ein „Geschmäckle“. Man tendiert zu dem Glauben, dass man sich mit den eigenen Pins auf das Niveau von Wartezimmerfrauenzeitschriften zubewegt. Beängstigend.

Und dann ist Pinterest auch noch fromm wie ein Lamm. Im Gegensatz zu 4chan, wo sich Geschmacksgrenzen noch nicht mal am Horizont abzeichnen, lässt Pinterest keine Bilder zu, die auch nur ansatzweise als NSFW gekennzeichnet sind. So lässt sich z.B. dieses schöne Bild nicht pinnen.

Der süße Duft von Anarchie und Rock’n’roll fehlt Pinterest somit komplett. Es geht vielmehr um Schöngeist. Pinterest ist die Museumsbuchhandlung und nicht der Bahnhofskiosk. Das ist angenehm. Und es ist nicht so hässlich elitär wie z.B. FFFFOUND!, das zwar reifer und nicht ganz so fromm daher kommt, aber Neulingen und Leuten ohne Kontakt in die Szene (yo!) die kalte Schulter zeigt. Gebt also Pinterest ne Chance!

Info: Der Autor ist auf Pinterest als srbanister unterwegs.

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