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Berlin Weserstr.

Berlin Weserstr

Die Weserstr. in Berlin Neukölln hat noch nicht ganz die Kneipen- und Touristendichte wie die Simon-Dach-Straße in Friedrichshain, aber dafür wird man dort auch (noch) nicht um 23:00 Uhr langsam, aber bestimmt von der Außenbestuhlung in die Bars gedrängt um den Anwohnern Ruhe zu geben. Die Anwohner dort haben nicht den Einfluss und möglicherweise auch nicht das Bedürfnis sich Ruhe einzuklagen. Die Flachbildschirmdichte in den Bars ist überschaubar. Noch herrscht dort dieses Fünkchen Anarchie, das Friedrichshain einst bekannt und begehrt gemacht hat. Auch hier wird es erlöschen. Die Weserstr. ist jetzt schon jetzt cooler. Es spricht sich rum und wird immer bekannter und attraktiver und ich war auch noch schuld, denn ich schrieb drüber und publizierte es. Ein Teufelskreis. Bringen wirs hinter uns.

Hinterlasse einen Kommentar 4. Oktober 2011

Städteranking

Eine spannende Studie findet man unter www.insm-staedteranking.de. Ein Niveauranking vergleicht den Ist-Zustand deutscher Städte (Wohlstand). Das Dynamikranking bildet ab, wie sich die untersuchten Großstädte in der Zeit von 2004 bis 2009 entwickelt haben. Überraschend: Erlangen kommt beim Niveau gleich nach dem Sieger München. Berlin ist beim Niveau weit hinten, hat aber eine beachtliche Dynamik (Ausgewählte Lebensmittelpunkte des Autors).

„In Erlangen findet sich der höchste Anteil Hochqualifizierter. Die Arbeitslosenquote ist sehr niedrig. Die Einkommensteuerkraft übertreffen nur noch München und Hamburg. Eine Analyse der Cityregion Nürnberg, die wir ergänzend zum Städteranking durchgeführt haben, zeigt, dass Erlangen die ganze Region nach vorne bringt und sogar die Probleme des früheren Quelle-Standorts Fürth überkompensiert“

Beim Cityregionen-Ranking, d. h. dem Vergleich der 20 größten Wirtschaftsräume liegt die Region Nürnberg bei der Dynamik vorne. Das deckt sich in etwa mit den Veränderungen in der Stadt die man in der letzten Zeit so beobachten kann.

Großstadt-typische soziale Probleme sowie noch vorhandene Teilungsfolgen trüben die Niveaubilanz Berlins. Die Hauptstadt kommt auf Niveaurang 90. Sie zeigt sich jedoch überdurchschnittlich dynamisch: Platz 30. Positiv entwickelte sich in Berlin der Arbeitsmarkt, wenn auch von niedrigem Niveau aus: Die Arbeitslosenquote verbesserte sich um 3,5 Prozentpunkte, Rang 21. Auch die Jobversorgung ist deutlich gestiegen.

Die mittelfristige Perspektive Berlins beurteilen die Wissenschaftler jedoch positiv. Ein Grund: Hier entstehen viele neue Unternehmen in der wissensintensiven, unternehmensnahen Dienstleistung und Beratung.

Rankings aus der Studie

Es lohnt sich zumindest die ersten Seiten des Endberichts zu lesen um einen tieferen Einblick zu bekommen. Es sieht nämlich so aus, als würde (Ober)Franken den Anschluss wiederfinden, denn Städte wie Bayreuth, Bamberg und Hof stehen in der Dynamik weit oben. Wer sich selbst in die Auswertung mit einrechnen will schaut sich mal die Liste mit den verfügbaren Einkommen an (die Fürther liegen da übrigens weit vor den Nürnbergern, hihi, auch Straftaten gibts in Fürth am wenigsten).

Berlin kann leider nirgends so richtig punkten, allerdings waren kulturelle Strahlkraft und Hippness auch nicht Teil der Studie :)

Hinterlasse einen Kommentar 21. August 2011

Städteranting

Falls man mit dem eigenen Wohnort oder mit der Wohnsituation oder mit dem sozialen Umfeld, dem kulturellen Angebot, dem Ansehen, der Hippness oder der Strahlkraft des Aufenthaltsortes leicht unzufrieden ist, dann könnte man sich vielleicht bei Gelegenheit in zwei Diskurse einlesen die unterschiedlicher und gleichzeitig gleicher nicht sein könnten und möglicherweise sogar exemplarisch sind.

Städtera(n)ting Nürnberg

Da haben wir zum einen die leicht an Identitätsarmut leidende ewige Nummer zwei in Bayern. Der Stadt in der, seit dem der Vorschlag aufgetaucht ist, wieder die Sperrzeiten zu verkürzen, es praktisch niemanden mehr gibt, der nicht irgendeine Meinung über die Lebensqualität von Nürnberg hat. Manifestiert hat sich das in den Kommentaren zu dem Artikel “Nürnberg: Die langweiligste Großstadt Deutschlands?“. Alle möglichen Meinungen die man zu Nürnberg haben kann wurden niedergeschrieben bzw. gerne auch mal hingekotzt. Wer in Nürnberg wohnt bzw. in vergleichbaren Städten, dürfte die eigene Meinung in den Kommentaren wiederfinden.

Städtera(n)ting Berlin

Zum anderen haben wir eine Stadt die defacto Hauptstadt ist und sich in der Selbst- und Fremdwahrnehmung quasi über den Rest im Lande stellt, aber eigentlich mitten in der Pubertät steckt. Eine Stadt, die mehr Probleme hat, als der ganze Rest in Deutschland zusammen, aber gleichzeitig über die Anziehungskraft eines schwarzen Loches verfügt und nicht nur theoretisch Lebendigkeit versprüht. Vorbild und Heilsbringer für Orte und Leute mit Profilneurosen. Nun herrscht dort auch ein ganz eigener Diskurs, der in den Kommentaren zu dem anderthalb Jahre alten und immer noch fröhlich kommentierten Text “Der Berliner Szenemensch” hervortritt, denn offenbar nervt es gewaltig, wenn Leute endlich im Hedonisten-Mekka angekommen sind, sich uniformieren und stereotypisieren und zwanghaft versuchen sich abzugrenzen und zu individualisieren und das Schlachtfeld die eigene Stadt ist.

Tja, wo man auch hinkommt, es wird gemeckert. Allerdings ist die Diskussion dieselbe auch wenn das Thema ein anderes ist. Selbst die Argumente sind ähnlich. Es geht um diese leichte Unzufriedenheit mit sich und dem Universum und dagegen hilft ganz gut einfach mal den Blick zu weiten, auf beiden Seiten und über den Tellerrand. Und Humor.

Hinterlasse einen Kommentar 21. August 2011

SubBerlin: Die Geschichte des Tresors

SubBerlin ist ein Film von Tilman Künzel, der sich mit der Geschichte des Tresors befasst. Von den Anfangstagen bis zur Schließung 2005. Eine Dokumentation, die einem vor Rührung die Tränen in die Augen treibt. Bin mir nicht sicher ob man die Musik, das Gefühl, die Kultur, die Kraft und die ganze Atmosphäre auch nur annähernd nachvollziehen kann, wenn man nie auf Techno oder im (alten) Tresor gewesen ist. Neben dem ganzen Spirit und der Einzigartigkeit dieser musikalischen Instanz kommt aus heutiger Sicht noch ein ganz anderer Aspekt hinzu: Durch die Interviews gegen Ende der Doku bekommt man eine Idee wie viele Lichtjahre Subkultur wie diese von Politik und allgemeinem Kulturverständnis entfernt sind und wie wenig man an Anerkennung erwarten kann, selbst wenn man mit grenzenlosem Idealismus einer Stadt wie Berlin durch die Arbeit in einem Club oder als Musiker einen weltweiten Ruf verschafft hat. Muss in etwa das Gefühl sein, dass ein Künstler hat, der erst nach dem Tot berühmt wird. Das positive ist, es gibt diese Historie rund um den Tresor, es gibt den Tresor immer noch und wenn man Glück hat wird die Musik auch woanders gespielt (meist hat man jedoch Pech).
Und man kann sich das Stück Musikgeschichte und die ganzen Namen und Helden von damals™ hier nochmal angucken:

Weiter mit Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8 und Teil 9

Interviews mit: Sven Väth, DJ Rush, Marusha, Monika Kruse, Josh Wink, Mr. C, Chris Liebing, Tanith, Tok Tok, Daniel Miller, Jeff Mills, Mike Grant, Juan Atkins, Dimitri Hegemann, Joey Beltram, Alexander Kowalski, Paul van Dyk, Mike Andrawis, Alan Oldham, Blake Baxter, Toni Rios, Rok, Dr. Motte, Paul Flynn, Todd Bodine, Marc Reeder, Regina Baer, Danielle De Picciotto, Alexandra Droener, James Pennington, Rick Kay etc.

Award on the Portobello-Film-Festival 2008 / London – Best music documentation.

Update
Schöner Text dazu auch drüben im Blog vonTanith.

2 Kommentare 20. Oktober 2010

Oberbaumbrücke in Berlin

Oberbaumbrücke in Berlin

Ein Andenken an die schönen warmen Abende in der Stadt. Nächstes Jahr geht’s weiter!

Hinterlasse einen Kommentar 3. Oktober 2010

Natur-Park Südgelände

Natur-Park Südgelände - Altes Gleis

Der Natur-Park Südgelände (Webseite, Wikipedia) wurde eigentlich bis vor einigen Jahrzehnten als Rangierbahnhof Tempelhof genutzt. Nach der Stilllegung hat sich später eine Bürgerinitiative erfolgreich dagegen gewehrt, dass das Gelände einer neuen Nutzung zugeführt wurde. Jetzt ist es ein sehr interessantes Areal und Naherholungsgebiet, in dem man zugucken kann, wie ein alter Rangierbahnhof langsam von der Natur zurückerobert wird. Die Gleise versinken im Moos oder wehren sich tapfer gegen die immer kräftiger werdenden Birken. Tafeln informieren über Tiere, die dort gar nicht beheimatet sein dürften, sondern damals von den Güterzügen eingeschleppt wurden. Sprayer freuen sich über alte Tunnelanlagen und werden geduldet. Der Eisenbahnnerd freut sich über eine alte Drehscheibe und der Intellektuelle über ein Künstlerareal mit haufenweise Stahlskulpturen und Plastiken. Ein Restaurant gibts auch. Und nicht zuletzt freut sich der Urbexer, der hier einer posthumanistischen Szenerie beim verrosten und ergrünen zugucken kann. Am Ende bleibt das Gefühl, dass mit dem Südgelände das absolut richtige getan wurde.

Natur-Park Südgelände - Wasserturm

Hinterlasse einen Kommentar 26. September 2010


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