Nürnberg ist hässlich, fast überall
Nürnberg ist nicht überall hässlich. Es gibt Gegenden, die sind nun zwar nicht schön, aber immerhin weniger hässlich. Das wissen auch andere Bewohner:
Auf die Frage „Wo gefällt es Ihnen in Nürnberg am besten?“ führt die Skala der beliebtesten Bezirke St. Johannis an, gefolgt von Erlenstegen, Zerzabelshof, Mögeldorf, der Altstadt und Wöhrd. Die Aussagen sind nahezu deckungsgleich mit der Übersicht zur Qualität der Wohnlagen (Abb. 2-3).
Wenn wir jetzt mal grob rechnen und annehmen, dass Nürnberg so um die 80-90 Bezirke hat und die oben genannten sechs schön akzeptabel sind, dann sind aufgerundet 10 % der Stadt schön weniger hässlich.
Hier also die Karte die genau zeigt, wo man schmucklose Wohnwürfel, in den mit Autos zugestapelten und unbegrünten Betonschluchten, also in ihrer natürlichen Umgebung, beobachten kann. Die Mittleren Wohnlagen sehen meist auch nicht besser aus.
Quelle: Wohnungsbericht 2006 (PDF-Datei, 787 KB)

Interessanter Link dazu: Stadterneuerungsgebiete
Nö, danke…
An der katholischen Frauenkirche direkt am Nürnberger Hauptmarkt hängt gerade ein Plakat, das für ein Projekt für Menschlichkeit Werbung macht. Leider hat die Aktion ein kleines phonisches Problem. Im hier üblichen Dialekt klingt die Domain ich-danke-dir.net nicht nach Dankbarkeit.
Gegenwartskulturgeste
Es ist mittlerweile schon auffällig und auch gut zu beobachten. Das typische Mädel von heute trägt Hüfthose. Dazu irgendwas bauchfreies oder zumindest etwas, was einen schönen hautfarbenen Streifen zwischen Hosenbund und Oberteil lässt (je nach Körperform quillt auch gerne mal was über den Hosenbund). Zu dieser Moderscheinung gesellt sich mittlerweile eine typische Geste, die man mit dem zurückstreifen von langen Haaren hinter die Ohren vergleichen kann: das Mädel von heute prüft in unregelmässigen Abständen im Steissbeinbereich den Sitz der Hose bzw. den Erscheinungsgrad der Unterwäsche. Bisher ist diese Geste in ihrer Unauffälligkeit einfach untergegangen, aber letztens sass ein Mädel hinten auf einem Motorrad an einer Ampel und ich wartete im Auto dahinter. Ich bekam den Prüfvorgang der Steissbeinregion in dem Moment in Zeitlupe und in Grossaufname vorgeführt und mir kam es in dem Moment sehr absurd vor.
Aber diese Geste wird irgendwann so völlig normal sein wie das zurückstreifen der Haare. Auch in Büchern über die Körpersprache wird sie mit aufgenommen werden. Man wird anhand des String-Tanga-zurecht-zupfens erkennen, ob das Mädel schüchtern ist und was man als Mann erwarten kann, wenn das Wäscheschild hinten rausschaut. Also alles kein Problem, alles ok. Es ist etwas ungewohnt vielleicht.
Ist denn Linz schön?
Das Nürnberg hässlich ist, habe ich ja mittlerweile empirisch bewiesen. Nürnberg ist aber nicht die einzige hässliche Stadt. In Linz möchte man manchmal auch einfach nur schreiend davon laufen. Der Unterschied zu Nürnberg ist, dass sich Linz seiner Hässlichkeit durchaus bewusst ist, bzw. selbstbewusst genug ist, mal die Leute nach ihrem empfinden zu befragen.
Scan einer Postkarte aus dem Rahmen der Mauserung zur Kulturhauptstadt 2009, als Inspiration für Nürnberger Stadtplaner.
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