
Der Platz mit dem grauslich klingenden Namen ist mit einer der bekanntesten und zugleich schmucklosesten Orte Nürnbergs. Nicht nur, dass man am besten die Augen zu macht, wenn bei den komisch angelegten Fahrbahnen mal wieder einer unkoordiniert die Fahrtrichtung korrigiert, man mag eigentlich am Plärrer auch gar nicht aus dem Fenster schauen. Es sieht einfach so aus, als würde man sich seit Jahrzehnten weigern irgendetwas zu modernisieren oder angenehm zu gestalten. Wenn wenigstens ein bisschen der klotzige Charme der 60er versprüht werden könnte (der 60er und 70er Futurismus ist sehr chic, auch weil man sich nicht geschämt hat Farben zu benutzen), aber so rotzig, lieblos und uninteressant wie der Platz vor sich hin existiert war Attraktivität wohl nie im Konzept vorgesehen. Jeder Containerbahnhof ist schöner, weil die wenigstens bunt sind.

3. Oktober 2006
zum Ende von Subsource
“Internet-Labels bieten ihre Musik kostenlos zum Download an”, schreibt oder besser sendete das Radiofeuilleton des Deutschlandradios. Und weiter heißt es:
Die großen Plattenfirmen kämpfen verzweifelt gegen illegale Downloads von Musik aus dem Internet. Doch inzwischen gibt es viele kleine unabhängige Labels, die ihre Musik ins Netz stellen und nichts dagegen haben, dass man sie sich herunter lädt. Im Gegenteil: Musik, kostenlos, für alle, das ist Kern ihrer Philosophie. Auch die Künstler profitieren von dieser virtuellen musikalischen Visitenkarte
Den ganzen Artikel gibt es hier zu lesen.
Schön ist, dass es die Netzmusik mittlerweile auch in den Bereich der Feuilletonisten geschafft hat. Leider kommt dieser Schritt einige Jahre zu spät. Die im Artikel genannten alteingesessenen Labels haben ihre großen Tage spätestens so um 2003/2004 herum gehabt. Die ganze Szene ist aufgeweicht. Die vielen kleinen Pilze, die aus dem Boden geschossen wurden machten die Netlabelwelt unübersichtlich. Der musikalischen Einheitsbrei bzw. die Massenproduktion, wie sie durch die einfache Herstellung der Musik nur allzu leicht passieren konnte, verwässerte die Suppe zusätzlich. Wirkliche Alleinstellungsmerkmale blieben die Ausnahme und sie sind zugegebenermaßen im virtuellen Raum auch nur schwer zu realisieren. Spätestens wenn die Musik an Schnittstellen kommt (brennen auf CD, wegsharen via Tauschbörse) ist jegliche noch so kreative Eigenständigkeit verloren.
Fortfahren 19. September 2006

Die Paladin Milchfabrik war der Sitz der “Bayerischen Milchversorgung”. Die Fabrik befindet sich in Nürnberg-Tullnau unweit des Wöhrder Sees und des Norikus. Sie wurde wohl Ende der zwanziger Jahre erbaut, steht unter Denkmalschutz und seit bestimmt über 10 Jahren leer.
Fotos vom 15. September 2002
Es gibt weitere Fotos der alten Fabrik im Netz, z.B. von Oliver Spuhl.
16. September 2006
Das Nürnberg hässlich ist, habe ich ja mittlerweile empirisch bewiesen. Nürnberg ist aber nicht die einzige hässliche Stadt. In Linz möchte man manchmal auch einfach nur schreiend davon laufen. Der Unterschied zu Nürnberg ist, dass sich Linz seiner Hässlichkeit durchaus bewusst ist, bzw. selbstbewusst genug ist, mal die Leute nach ihrem empfinden zu befragen.
Scan einer Postkarte aus dem Rahmen der Mauserung zur Kulturhauptstadt 2009, als Inspiration für Nürnberger Stadtplaner.

15. September 2006
Das diesjährige Medienkunst-Knallbonbon Ars Electronica in Linz, der Stadt mit den sehr offenen und freundlichen Menschen, aber den viel zu hohen Bordsteinen, stand im Zeichen der Spannung zwischen einer zunehmend komplexeren Welt und dem wachsenden Verlangen nach Übersicht und Kontrolle. In diesem Spannungsfeld aus Widersprüchen steht der User, der sich einerseits freut, dass ihm das Leben durch Notebook, Internet und Co. einfacher gemacht wird, der aber gleichzeitig spürt, wie ihm zunehmend die Kontrolle darüber entzogen wird. Oder wie es der Kurator in einem Interview sinngemäß ausdrückte: “mittlerweile kann man Treiber in hochkomplexe IT-Systeme integrieren, aber keiner weiss mehr, wie man Gurken einlegt”. Ein sehr aktuelles Thema. Ich musste allerdings ohne eine Antwort oder einen Hinweis auf ein einfacheres Leben wieder nach Hause fahren. Die Antwort wurde bestimmt bei den zahlreichen Ereignissen, Konferenzen und Symposien gegeben, für die ich leider keine Zeit hatte. Aber dafür hatte ich Zeit für das Festival am Wochenende mit den vielen Schauplätzen, und das war schön genug, auch oder gerade weil es thematisch ein eher typisches Medienkunstereignis war, ohne sich auf simplicity zu versteifen. Zahllose künstlerische oder kritische Installationen und Aktionen verzierten den Festivalcampus. Ich habe mich ohne einen großen Plan ins Getümmel geworfen und bin einfach auf Entdeckungsreise gegangen.
Ein Medienkunstfestival aller erster Güte. Alles zu erzählen, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten sprengt eindeutig den Rahmen. Es gab viele tolle Kurzfilme, hintergründige Installationen, absurde Geräte und beneidenswerte Ideen. Ein Beispiel möchte ich geben. Die Installation Office Live simuliert ein Büro, das von einem Goldfisch – dem Fishmanager – geleitet, bzw. gesteuert wird. Der Fisch schwimmt in einem Aquarium und ist über eine projizierte Tastatur in der Lage ein Worddokument mit Unsinn vollzutippen. Er spielt so die Rolle eines auslösenden Dominosteins und steuert bzw. aktiviert die wie in einer Rube-Goldberg-Maschine verbundenen Büroarbeitsplätze. Die weiteren Büroarbeitsplätze sind Klischees. Auf einem herrscht die komplette Unordnung, der nächste arbeitet in einem wahnwitzigen Tempo an allem gleichzeitig un der dritte schaut sich die ganze Zeit Onlineshops an. Alltag also. Ist die Installation einmal durchgelaufen bekommt der Fisch sein Futter und wird somit für den ganzen Wahnwitz den er mit seinem wirren Word-Dokument ausgelöst haut auch noch belohnt. Wie im echten Leben also. Wer sich da jetzt nichts drunter vorstellen kann, schaut sich am besten ein Video dazu an.
Service
Weitere Eindrücke finden sich bei vm-people, dasauge.de, Telepolis oder bei Flickr.
Videos von diversen Installationen gibts hier, 3sat zeigt am 13.09. um 23:25 Uhr die Dokumentation “20 Jahre Prix Ars Electronica” und der nächste Pflichttermin für Medienkunstinteressierte: Transmediale in Berlin ab dem 31.01.2007.
5. September 2006
Der Augustinerhof steht seit Jahren leer und verkommt zusehends. Dieses 5000 qm große und millionenschwere Abbruchgelände liegt mitten in der Nürnberger City (auf immobiliendeutsch: Bestlage), nur einen Häuserblock vom Altstadtnabel, dem Hauptmarkt entfernt.
Der Hof wird derzeit als Parkplatz genutzt.
Update:
Im Deutschen Architektur-Forum gibt es einen interessanten Thread zum Augustinerhof und den geplanten bzw. per Bürgerentscheid gekippten Neubau eines 5 Sterne Hotels.
20. August 2006
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