Musik

4. Januar 2013

Dürerstuben

Feine elektronische Musik, irgendwo in Richtung Ambientpostdubstep mit einem Schuss Mount Kimbie.

Nürnberger Traditionalisten würden wohl nie auf eine andere Idee kommen als Dürer als den zu feiern der er war, ein deutscher Maler, Grafiker, Mathematiker und Kunsttheoretiker von europäischem Rang. Alles andere wäre Ketzerei. Dennoch kam mir nach der Entdeckung des Projektes Dürerstuben sofort der Gedanke, es handele sich endlich mal um feine elektronische Musik aus Nürnberg inkl. Bezug auf Heimat und Historie. Leider lag ich falsch. Wie so oft zeigt sich auch hier der Einfluss Berlins auf die Musik, und insbesondere auf elektronische.

Stellen wir uns trotzdem vor, im Hause Dürers hätte es auch elektronische Musik gegeben. Möglicherweise wäre es Ambientpostdubstep gewesen.

[via]

2. September 2012

Deutscher Sonntag

Protestsong des Tages

Franz Josef Degenhardt war ein deutscher Dichter, Satiriker, Schriftsteller und – in erster Linie – ein Liedermacher mit tendenziell linkem/linksextremistischem Einschlag. Das gibt dem Song natürlich einen gewissen Drall, den man aber ruhig ignorieren sollte. Alleine die Beobachtungen die Herr Degenhardt macht sind von zeitloser Gültigkeit.

25. Juli 2012

Wissenswertes über Erlangen

Ein kleiner feiner Ohrwurm aus dem Jahre 1982, dem Höhepunkt der Neuen Deutschen Welle, ein verblüffend lustiger dazu und mit dem jungen Max Goldt am Mikrofon. Lehrreiches über dieses Erlangen und seine Bewohner mit dem Charme der frühen 80er.

Etwas weniger lustiger anzusehen, aber dafür länger hörbar:

 

26. August 2011

Bambi Davidson im Hemdendienst

Hemdendienst

Gut, das er wieder da ist. Und die neue Location in der Rothenburger tut wirklich gut. Der Hemdendienst ist einer dieser Clubs, wegen denen man normalerweise nach Berlin fährt und die Nächte in Neukölln verbringt und die man in Nürnberg nicht vermuten würde. Unkonventionell, mit Lust, Atmosphäre und Anarcho-Charme, mit verschroben Typen, locker und relaxed, ohne Zeitgefühl. Ideal gelegen in dufter Kulisse in einem Anbau des seit Jahren ungenutzten Volksbades. Alles schön stilecht mit Dellen und Kratzern.
Mittlerweile wurde der Innenhof von einer Tonne Taubenkot und Altmetall befreit und es gibt Platz für eine weitere Bar mit Bühne und die wurde gestern sehr eindrucksvoll eingeweiht. Krachiger alternative progressive Postrock (oder so) durch Bambi Davidson braute sich in dem Innenhof zusammen und obendrauf gab es die ausgereiften und sagenhaft stimmigen Livevisuals von delta400.net. Weitere Worte fehlen, deswegen möchte der Autor die Eindrücke und Stimmung anhand von zwei schrabbeligen Handyvideos vermitteln:

 

Kleine Randnotiz

Pünktlich um halb 11 stand natürlich wieder die Polizei vor der Tür und wollte für Ruhe sorgen. Mittlerweile reagieren die Beamten ja recht entspannt bei so was, aber sie werden offensichtlich sehr unverhältnismäßig aufgeregt alarmiert. Bei der Hemdendiensteröffnungsfeier kamen mehrere Einsatzwagen mit Vollgas aus allen Richtungen, z.B. entgegengesetzt der Einbahnstraße, angedonnert, nur um zum Großteil recht schnell wieder abzutrollen. Man ist wohl mittlerweile umsichtiger mit zu lauter Subkultur geworden. Nur der Nürnberger Pöbel vermutet offenbar bei spätabendlicher Musik und Ausgelassenheit bisher unbekannte Terrorzellen und alarmiert die Polizei entsprechend. Gestern standen die Officers jedenfalls staunend da ob der künstlerischen Darbietung und vermieden es einzugreifen. Das Konzert war trotzdem ohne die geforderte Zugabe planmäßig zu Ende. Leider.

Update
Ein kleiner Mitschnitt des Konzerts ist hier aufgetaucht: BambiDavidsonImHD.ogg (auch hier leider nur Smartphonequalität)

3. November 2008

Sanduhr Sanduhr Sanduhr

Wie kommt man eigentlich auf Augen öffnende Texte und Lyriken? Ist nicht so schwer. Einfach über das schreiben oder singen, was der Mensch im Alltag vor lauter Betriebsblindheit schon gar nicht mehr wahrnimmt.
Bei Deichkind geht das dann so:

Ein sehr weiser Mensch (oder ein sehr frustrierter, man kann es heute nicht mehr so genau bestimmen. Es gibt übrigens mehr frustrierte als weise User) sagte mal den Satz: “Computer sind dazu da uns bei Problemen zu helfen, die wir ohne sie nicht hätten”.
Bevor jetzt aber das große ja-so-isses-raunen ob dieses oberflächlichen Satzes durch die Lande geht, sei doch bitte noch kurz angemerkt, wo wir denn währen in unserer globalisierten Welt ohne unsere Plastikkameraden. Wie würde man sich denn organisieren, kommunizieren, kennenlernen, vergessen ohne die Rechenmaschinen? Man muss sich nur trauen sie zu benutzen.

7 Jahre, 4 GB, 62 Stunden, zwei Klicks

subsource_thumb.jpgSo nüchtern lässt sich ein Hobby zusammenfassen. Ganze sieben Jahre lang war eine fixe Idee als Szeneinstitution ein fixer Punkt im freien musikalischen Internet. Vier Gigabyte Musik (62 Stunden Spielzeit) wurden über die Jahre produziert und veröffentlicht. Darunter schönes und eigenartiges, Kunst und Trash, erfolgreiches und vergessenes, immer noch gut hörbares und absolut grauenvolles und unterm Strich allesamt elektronische, experimentelle, manchmal sogar poppige, meist aber konventionslose und immer freie und unbekümmerte Klanglandschaften. Das Projekt hies Subsource – a German netlabel specialising in electronica, soundscapes and cinematic music. Die grafischen und gestalterischen Arbeiten lasse ich hier außen vor, denn es geht um die zwei Klicks. Szenenwechsel.
Filesharing ist böse, das Filesharingnetzwerk BitTorrent ist dagegen gut. Die Jungs des Projektes LegalTorrents sind somit die Speerspitze der digitalen Reinheit. Dort hat man sich des im Sommer 2006 eingestellten Projektes Subsource angenommen und sämtliche Veröffentlichungen des Labels zu zwei Torrents zusammengefasst, die jetzt ab sofort zum Download bereit stehen.
Um sämtliche Tracks, EPs und Alben runterzuladen, klickt man bitte hier.
Um die komplette Kollektion von DJ Sets runterzuladen, klickt man bitte hier.

Bei LegalTorrents finden sich auch die Kataloge von anderen nahmhaften Netlabeln und überhaupt viel interssantes.
Ich nutze aber die Gelegenheit kurz ein paar Klassiker aus dem dicken Batzen aus Musik, der einen bei den beiden vorgestellten Torrents erwartet, vorzustellen. Bitteschön:

Porte – Kiruna (Schweden, 2001)

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Randomajestiq – Evidence of Utopia Part 1 (Weißrussland, 2002)

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Zen Savauge – Natural And Artificial (USA, 2003)

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Zeichensprecher – Analog (Nürnberg, 2003)

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Mendigo – Ya (Venezuela, 2004)

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[in]anace – Fast Forward Saturday (Hannover, 2002) – DJ set

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020200 – It’s About Netmusic (Kaiserslautern, 2004) – DJ set

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Update:
Diese Geschichte bei Gulli:

Während es auf der einen Seite mehr und mehr Netlabels mit qualitativ hochwertiger Musik gibt, stirbt auf der anderen Seite das ein oder andere bekannte Netlabel. Subsource hat den Betrieb zwar schon zum Sommer 2006 eingestellt, jedoch nun bekannt gegeben, dass das gesamte Archiv frisch bei Legal Torrents verfügbar gemacht wurde.

21. Mai 2007

Sugar Ray: live und in Farbe

Als ich vor fast 5 Jahren nach Nürnberg gekommen bin war ich nichts und kannte niemanden. Was blieb mir anderes übrig als durch die lokale Szene zu tingeln und Musik zu spielen. Jahre und eine längere Pause später soll es nun wieder losgehen. Ich bin mir über meinen Künstlernamen noch nicht ganz im Klaren, weshalb “Sugar Ray Banister” nun auch als Digital Jockey herhalten muss. Konzentrieren werde ich mich ab jetzt auf Melanchtronica, IDM, Ambient und “irony of it all”. Bitte am 24.05. ab 20:30 Uhr im Katana18 im sonnigen Nürnberger Süden (Wilhelm-Spaeth-Straße 18) vorbei schauen und lauschen.

Früher war alles einfacher: ich war [in]anace und spielte Dubhouse und experimentellen Ambient. Es gibt einen Mitschnitt eines Nachtmixes auf Radio Z aus dem Dezember 2002. Ist das älteste Nürnberger Relikt, das ich jetzt finden konnte. Schön wars damals, musikalisch würde ich es heute aber anders machen.

[in]anace – Nachtclub Dezember02

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runterladen (mp3, 124 mb), Playlist (txt)

Noch mehr [in]anace-Musik gibt es hier.

6. April 2007

Networks Mix – Finnische Netzmusik

Networks Mix – Finnische Netzmusik

Eines aktuellen Anlasses wegen ist mein Bezug zu Finnland ein sehr starker geworden. Das brachte mich auf die Idee, doch mal in das Archiv mit den ganzen Netaudioperlen zu gehen um einen Mix aus rein finnischer elektronischer Netzmusik zu basteln. Obwohl das Land nicht sehr groß ist, ist die elektronische Musikszene dort keine unbekannte und hat sich (mindestens in Szenekreisen) einen guten Namen gemacht. Einige finnische Musiker gehen mir seit Jahren nicht mehr aus dem Gehörgang.
Der Mix soll mit seinen ca. 60 Minuten eine kleine Auswahl dieser Musik liefern und vielleicht einen kleinen Einblick in die finnische Seele geben.
Ah, und bevor wieder die Frage kommt, was denn an der Musik so finnisch ist: hmm.. vielleicht ist es diese gewisse Melancholie, die mitschwingt…

a collection of fine finnish electronic netmusic

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runterladen (mp3 79 mb)
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