Wir sind Nürnberg. Widerstand ist zwecklos.
5. September 2007 Sugar Ray Banister
Der Sugar Ray schimpft ja immer ganz fürchterlich über Nürnberg. Alles ist so hässlich hier, die Franken mumpfen rum usw. und so fort. Wer dieses Blog liest und mich vielleicht auch persönlich kennt, der kann ein Lied davon singen. Es soll aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass ich Nürnberg mittlerweile sehr gut kenne, bestimmt besser als so mancher Eingeborene. Die Nürnberger Zeitung flattert seit langer Zeit jeden Morgen ins Haus und jetzt auch noch der Merian. Genau das wird zunehmend zum Problem. Konnte ich früher z.B. unbeschwert über den hässlichen Plärrer mit dem potthässlichen Plärrerhochhaus herziehen, so steht heute ein großzügiger Artikel über den denkmalgeschützten Betonklotz in der Zeitung. Er war Bayerns erstes Hochhaus (München war noch nicht so weit), ein spektakulärer Bau und ein Zeichen für Wiederaufbau und Wirtschaftswunder in den 50er Jahren. Natürlich weht da eine ganze Portion Stolz mit. Eine Lokalzeitung ist ja auch dafür da, uns Bürger sorgsam dosiert mit Stolz und Lokalpatriotismus zu versorgen. Vor diesem Hintergrund fällt es mir zunehmend schwerer die Bausünden und die Schmucklosigkeit der Stadt zu dokumentieren. Ein Verständnis für die Hintergründe und die Gefühle macht sich breit. Allerdings wird Nürnberg dadurch nicht schöner, nur der Blick ändert sich. Ich werde fei assimiliert.
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3 Kommentare Hinterlasse einen Kommentar
1.
stilhäschen | 7. September 2007 um 09:59
Gscheid rechd. Hihi.
2.
wort-wahl | 7. September 2007 um 10:28
der blick ändert sich. das ist wie weggehen und wiederkommen, da ändert sich der blick auch. ich hab gewusst, dass das dem sugar ray irgendwann passiert. des is fei schee.
3.
Sugar Ray Banister | 7. September 2007 um 10:47
… ja, war klar. Irgendwann passierts. Aber man sagte mir es dauert 10 bis 15 Jahre. Ich habe wahrscheinlich das Kleingedruckte nicht gelesen und irgendeine Klausel übersehen, oder ich beschäftige mich einfach zu viel mit Nürnberg.
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