Filed under: Stadtgeschehen. Sachen die passieren.

Tote digitale Briefkästen

Es gibt in Nürnberg mittlerweile den zweiten “Dead Drop“!

Dead Drops sind ein anonymes, offline Peer-to-Peer Filesharing-Netzwerk im öffentlichen Raum. USB-Speichersticks werden so in Wände, Gebäude oder Kantsteine eingebaut, dass sie für jeden öffentlich zugänglich sind. Man schließt einen Laptop an einem Haus, der Wand oder dem Pfosten an und teilt Lieblingsdateien mit allen anderen. Jeder Dead Drop wird bis auf die readme-Datei, welche das Projekt erklärt, leer installiert und dann auf einer Karte auf der Webseite eingetragen um ihn auffindbar zu machen (Details zur Installation hier). Eine App für Android gibts auch, für iPhone soll wohl eine unterwegs sein. Somit kann man wie der gemeine Geocacher losziehen, die Drops suchen und hübsch Daten im wörtlichen Sinn in der Stadt speichern und laden.

Hintergründe, Pros und Contras der Aktion erklärte bereits ein SpOn-Artikel. Hier nun Details zu den zwei Nürnberger Dead Drops.

Deaddrop Lenaustrasse 8
Deaddrop Lenaustrasse 8

Deaddrop Wilhelm-Spaeth-Straße 18
Deaddrop Wilhelm-Spaeth-Straße 18

Das Projekt Dead Drops des Berliner Medienkünstlers Aram Bartholl wurde auf der diesjährigen Ars Electronica in der Kategorie Digital Communities mit einer Honorary Mention bedacht.

(Fotos sind nicht vom Autor, sondern wurden der Dead Drops Webseite entnommen)

2 Kommentare 6. September 2011

Regenwand

Regenwand #1

In Franken herrscht akute Wasserflächenarmut. Was schade ist, da man keine schöne Runde um den See drehen kann (zumindest um keinen schönen See) oder man kann auch nicht abends mit ner Flasche Wein runter ans Meer und den Tag zu begießen. Man kann sich aber unterwürfig der Macht von Wetter hingeben, auch wenn der Charme von einem Tag mit Starker Brandung und Orkanböen etwas fehlt, so gibt es doch stark wechselhafte Tage mit Sonne und kräftigen Schauern, wie heute am Walberla. Und auf einmal denkt man auch nicht mehr an Waserflächenarmut, weil nämlich gerade eine Wasserfläche auf einen zukommt. Zwar nicht ganz mit dem Thrill den möglicherweise Tornadofotografen verspüren aber doch mit der Gewissheit, dass gleich alles klitschepatschenass ist wenn die Wolke von dem Dorf ablässt und das Frischfleisch am Hang wittert…

Regenwand #2 (Walberla)

Hinterlasse einen Kommentar 19. Juni 2011

Man sollte wirklich mal gucken

Flecks
was da lost ist.

Update (via):

Hinterlasse einen Kommentar 16. Juli 2009

POLAworld

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Eine Ära geht zu Ende – Polaroid …
Spontaneität, Einmaligkeit und der Reiz der Ungewissheit. Die Faszination, den absoluten Moment unwiderruflich festgehalten zu haben und die unerschöpfliche Vielfalt der Weiterverarbeitung. All das vereint das Medium Polaroid. Frank Kretschmann zeigt eine Collage dieser außergewöhnlich nahbaren Kunstform.

Ausstellung:
Frank Kretschmann im ArTelier 03.07.09 – 09.08.09

3 Kommentare 2. Juli 2009

Für alle Brachen

Für alle Brachen
Wanderungen durch urbane Brachen. Die Idee ist gut und interessant nicht nur für Stadtplaner. Das Stadtgebiet von Nürnberg besteht ja zu auffällig großen Teilen aus Brachen und Baulücken die sich nur schwerfällig füllen, es entstehen eher noch neue. Warum also nicht auch diese Teile der Stadt erwandern als immer nur die historischen? Nun, der Haken an der Sache ist, dass diese Wanderungen schon passiert sind. Als “Vordenken über Stadt” gingen diese Exkursionen vor kurzem in die vierte Runde. Schon wieder vorbei, aber vielleicht kommt ja eine fünfte Runde und vielleicht dann auch rechtzeitig eine Info von BauLust.
Man findet mit etwas Glück noch die Flyer mit den Karten der drei Wanderungen der vierten Runde zum heimlichen nachlaufen.

4 Kommentare 28. Juni 2009

Alkoholexzess mit Anspruch

Als aktiver Teil der Weinerei halte ich mich hier etwas zurück mit Hymnen über diesen einzigartigen Ort. Eigenlob stinkt ja bekanntlich.

Nun war es aber so, dass am gestrigen Sonntagabend der Begriff Lesung quasi neu definiert wurde. Es wurde, nicht wie sonst in auf den Autorenbühnen dieser Welt, monoton gelesen bis auch die letzen Augenlieder zu sacken beginnen, nein. Es der Abend war aktiv, ja fast interaktiv. Das absurd groteske Buch „Die Reise nach Petuschki“ war Grundlage des Abends bzw. der Vortrag einzelner Kapitel daraus und zwar jeweils in der Originalsprache Russisch und in der deutschen Übersetzung. Selbst wenn man der Russischen Sprache nicht mächtig war, könnte man dem tollen Klang der Stimme von Antonia Levkina lauschen. Wer die Gags dann auch verstehen wollte (es musste ja welche gegeben haben, sonst hätten die russischsprachigen nicht eben noch gelacht) wartete gespannt auf die deutsche Übersetzung. Und die lohnte sich auch, so charmant und gefühlvoll vorgetragen, authentisch mit Wein und Wodka* in der Hand, von Natalie Keller.

In dem Buch geht es ja über nichts anderes als den andauernden Suff auf einer Zugfahrt und die ab- und ausschweifenden Gedankengänge dazu und die Poesie dabei. Das aktive Element des Abends waren die hörspielartigen Zuggeräusche, die eingespielt wurden, die Bilder und Videos von Fanseiten wie petuschki.net oder die Grafiken und Diagramme (zur Erläuterung Verschiedener Sufftypen), die dem Buch entnommen wurden und an die Wand projiziert wurden. Wodka wurde den Gästen zum Nachfühlen der Geschichte gereicht und natürlich war der ganze Raum, wie in der Weinerei üblich, eins, ohne Burggraben zwischen Publikum und Vortragenden.

Ganz toll gemacht Mädels! Ich bin stolz und danke auch an den Sprachkrach der auch tatkräftig nicht nur mit Wodka zur Seite stand.

*es war nur Wasser in der Flasche auf dem Tisch der Vortragenden. Nur zur Info für die, die sich immer noch wundern was die beiden so vertragen können.

2 Kommentare 1. Dezember 2008


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