Filed under: Nürnberg ist hässlich, das kann aber ganz schön sein

Atrium Update

Atrium Update 2012 #01

Nachdem sich das betagte Atrium Kino zuletzt etwas bedeckt gegeben hat, ist es mittlerweile unverschleiert und frisch bepinselt zu sehen. Der Schriftzug blieb zum Glück erhalten, obgleich der ein oder andere retrochique Fassandenschmuck bislang nicht wieder zu sehen ist. Allerdings ist nicht zu erkennen, was mit dem Bau passieren soll. Er wirkt momentan in einer Ecke, die an ein Novosibirsk in den 70ern erinnert, eher als Fremdkörper. Und er wirkt nach wie vor wie ein Kino.

8 Kommentare 5. Januar 2012

Die Friedrich-Ebert-Enge

Friedrich-Ebert-Enge 01

Da ist er nun, der mehr oder weniger fertige Friedrich-Ebert-Platz. Wobei das Wort “Platz” in dem Namen den Ort nicht sonderlich korrekt beschreibt. Denn es gibt keinen Platz oder irgendeinen Freiraum an diesem Ort. Er ist eng und zugestellt und er ist so abgrundtief hässlich wie damals schon und pflegt damit eine Tradition der Stadt, in der schöne und einladende Plätze und öffentliche Räume praktisch nicht vorhanden sind. Man kann da wirklich bald ein Konzept hinter vermuten. Ein schöner Ort würde ja auffallen, und auffallen möchte man in Nürnberg eher nicht.

Die NZ gibt mit dem Artikel “Was lief falsch am Friedrich-Ebert-Platz?” etwas Einblick in die Wirren die zu Tage treten, wenn man versucht in Nürnberg Architektur und Stadtplanung zu machen.

 

2 Kommentare 18. Dezember 2011

Atrium Gezeiten

Atrium Nürnberg im Oktober 2011

Atrium Kino Im Jahr 2008 schloss “das schönste Kino Nürnbergs“, das Atrium. “Ein Filmpalast aus der guten alten Kinozeit, komplett neu renoviert und mit modernster Licht- und Tontechnik für anspruchsvollen Filmgenuss in unwiderstehlich charmantem Ambiente” so stands geschrieben seinerzeit, aber der Tod des Filmvorführers (so munkelt man) brachte dem Kino ein jähes Ende. Im Jahr 2010 entstand dann das Foto des verfallenen Atriums. Der schön ranzige Charme war noch da, getragen vor allem durch den die ganze Fassade einehmenden Schriftzug. Auch davon ist gerade nicht mehr viel zu sehen. Scheinbar bekommt das Gebäude eine Farbsanierung, vielleicht um es attraktiv für eine weitere Nutzung zu machen? Wer weiss…

2 Kommentare 3. November 2011

Nürnberg Impressionen #13

Edition St. Leonhard / Schweinau

St. Leonhard / Schweinau 05

Es ist beängstigend, wie leer, bedrückend und lieblos ein Stadtteil sein kann.  St. Leonhard ist eine dieser Ecken, in der man an einem Sonntag-Nachmittag durchläuft und nicht Halt macht. Nichts lädt einen ein oder schmeichelt die Sinne. Die Häuser liegen schmuck- und regungslos und verschlossen da. Es wirkt zwar aufgeräumt und auch irgendwie sauber, aber wenn das farbenfrohste eines Viertels der Friedhof ist, dann lässt das auf die Lebendigkeit des Rests schließen.

Dazu gesellen sich verlassene Fensterfronten von Orten, die wohl mal Geschäfte gewesen sind. Verblichene Poster aus den 80ern schmücken mit Mühe die staubigen Fenster. Graffitis finden sich praktisch nicht, von einigen motivationslos hingekritzelten Tags mal abgesehen. Nicht mal für Unfug reicht der Antrieb in dieser Ecke, so scheint es, für Gestaltung der eigenen Umgebung zeigt sich erst recht keine Energie.

An Autos wird jedoch nicht primär gespart. Der Fuhrpark des Viertels kann sich durchaus sehen lassen. Falls es Finanzen,  Ideale und Interessen in St. Leonhard gibt, dann sind sie nicht für den eigenen Ort bestimmt, sondern dienen anderen Zwecken.

2 Kommentare 14. Oktober 2011

Nürnberg Impressionen #12

Edition Humboldtstraße

Humboldtstraße 00

„Nürnberg in zwei Stunden? Schlendern Sie durch die Humboldtstraße in der Südstadt!“, steht wohl in noch keinem einzigen Reiseführer. Zu Unrecht, findet der Autor. Die Humboldtstraße flankiert fast das ganze südliche Zentrum der Stadt und schlängelt sich bzw. sticht durch verschiedene Quartiere und Epochen. Von West nach Ost geht’s von schlichter Arbeitersiedlung und Nachkriegsarchitektur, vorbei an Backsteinindustrie bis hin zu Jugendstilensemblen. Vieles hat zwar schon mal bessere Tage gehabt, aber das ist ja in Nürnberg auch allgemein so. Ist dennoch ein guter und facettenreicher Querschnitt durch die Stadt. Etwas verträumt mit vielen verschlossenen Fenstern, schmucklosen Fassaden und insgesamt wenig einladend. Könnte ein quirliges Kiez sein, ist es aber nicht. Da ist noch viel Platz für Cafés, Boutiquen und Straßenleben, gerade im östlichen Teil. Aber für einen Fotowalk ists genau richtig:

Die Fassaden in der ganzen Straße sind übrigens erstaunlich frei von Graffitis, Stenciln, Stickern und ähnlichem. Etwas bedenklich in einem urbanen Quartier wie diesem. Lässt insgesamt auf älteres, regungsloses, wenig studentisches Publikum schließen. Da wird so schnell nix hippes draus. Gostenhof ist dagegen ja das Leben pur.

Technik: Canon EOS 1000D 18-135mm f/3.5-5.6. Die Fotos sind gecropped und meist farblich nachbearbeitet.

3 Kommentare 20. September 2011

Fotoausstellung zum und im urbanen Raum

Foto-Szene-Metropolregion-Nürnberg 2011, Ausstellung und Wettbewerb, künstlerische Fotografie

Die Galerie Treppenhaus in Erlangen, das Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) und die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) starteten gemeinsam den Fotowettbewerb “Foto-Szene-Metropolregion-Nürnberg” für professionelle und semiprofessionelle Fotografen der Region rund um Nürnberg. Es geht um Städtebau und den urbanen Raum ansich und da dürfen die Bilder dieses Blogs aus der Rubrik “Nürnberg ist hässlich, das kann aber ganz schön sein” natürlich nicht fehlen.
Eine unabhängige Jury wählte die besten 100 Fotografien aus und diese werden beginnend mit der Vernissage am 16. September bis zum 21. Oktober 2011 in einer Ausstellung in der Galerie Treppenhaus in Erlangen präsentiert.

Urbane Fotografie ist nun wahrlich nix neues. Das erste Foto überhaupt von Joseph Nicéphore Nièpce zeigt direkt mal Häuser. Dennoch ist die Faszination des urbanen Raums ungebrochen und bietet einen ganzen Blumenstrauß an Reizen, Bedeutungsebenen und Facetten. Die schön-hässlichen Fotos von Nürnberg in diesem Blog sind eine der Möglichkeiten sich mit einer Stadt fotografisch auseinanderzusetzen. Weitere und andere Blicke auf die bunte Welt der Gebäude und deren Menschen wird die Ausstellung sicherlich zeigen.

Vier Fotos aus dem Repertoire dieses Blogs sind auf Leinwand gedruckt Teil der Ausstellung: Atrium, Tele Cafe Almas, Scheiss Sauberkeit und Maximilianstraße. Das Atriumfoto bekam den 2. Preis im semiprofessionellen Bereich. Die Fotos sind teilweise schon etwas älter, aber aus gegeben Anlass haben sie noch mal den Ort ihrer Entstehung besucht. Bitteschön.

Tele Cafe Almas revisited Atrium revisited Maximilianstr revisited

Scheiss Sauberkeit revisited
Ich freue mich auf die Ausstellung und vielleicht verschlägt es den ein oder anderen Renzipienten dieses Blogs auch nach Erlangen zur Vernissage.

Weitere Links
// Facebook Event der Vernissage bzw. der Ausstellung
// Bericht der Jury

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