Wie kommt man eigentlich auf Augen öffnende Texte und Lyriken? Ist nicht so schwer. Einfach über das schreiben oder singen, was der Mensch im Alltag vor lauter Betriebsblindheit schon gar nicht mehr wahrnimmt.
Bei Deichkind geht das dann so:
Ein sehr weiser Mensch (oder ein sehr frustrierter, man kann es heute nicht mehr so genau bestimmen. Es gibt übrigens mehr frustrierte als weise User) sagte mal den Satz: “Computer sind dazu da uns bei Problemen zu helfen, die wir ohne sie nicht hätten”.
Bevor jetzt aber das große ja-so-isses-raunen ob dieses oberflächlichen Satzes durch die Lande geht, sei doch bitte noch kurz angemerkt, wo wir denn währen in unserer globalisierten Welt ohne unsere Plastikkameraden. Wie würde man sich denn organisieren, kommunizieren, kennenlernen, vergessen ohne die Rechenmaschinen? Man muss sich nur trauen sie zu benutzen.
So nüchtern lässt sich ein Hobby zusammenfassen. Ganze sieben Jahre lang war eine fixe Idee als Szeneinstitution ein fixer Punkt im freien musikalischen Internet. Vier Gigabyte Musik (62 Stunden Spielzeit) wurden über die Jahre produziert und veröffentlicht. Darunter schönes und eigenartiges, Kunst und Trash, erfolgreiches und vergessenes, immer noch gut hörbares und absolut grauenvolles und unterm Strich allesamt elektronische, experimentelle, manchmal sogar poppige, meist aber konventionslose und immer freie und unbekümmerte Klanglandschaften. Das Projekt hies Subsource – a German netlabel specialising in electronica, soundscapes and cinematic music. Die grafischen und gestalterischen Arbeiten lasse ich hier außen vor, denn es geht um die zwei Klicks. Szenenwechsel.
Filesharing ist böse, das Filesharingnetzwerk BitTorrent ist dagegen gut. Die Jungs des Projektes LegalTorrents sind somit die Speerspitze der digitalen Reinheit. Dort hat man sich des im Sommer 2006 eingestellten Projektes Subsource angenommen und sämtliche Veröffentlichungen des Labels zu zwei Torrents zusammengefasst, die jetzt ab sofort zum Download bereit stehen.
Um sämtliche Tracks, EPs und Alben runterzuladen, klickt man bitte hier.
Um die komplette Kollektion von DJ Sets runterzuladen, klickt man bitte hier.
Bei LegalTorrents finden sich auch die Kataloge von anderen nahmhaften Netlabeln und überhaupt viel interssantes.
Ich nutze aber die Gelegenheit kurz ein paar Klassiker aus dem dicken Batzen aus Musik, der einen bei den beiden vorgestellten Torrents erwartet, vorzustellen. Bitteschön:
Porte – Kiruna (Schweden, 2001)
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Randomajestiq – Evidence of Utopia Part 1 (Weißrussland, 2002)
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Zen Savauge – Natural And Artificial (USA, 2003)
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Zeichensprecher – Analog (Nürnberg, 2003)
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Mendigo – Ya (Venezuela, 2004)
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[in]anace – Fast Forward Saturday (Hannover, 2002) – DJ set
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020200 – It’s About Netmusic (Kaiserslautern, 2004) – DJ set
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Während es auf der einen Seite mehr und mehr Netlabels mit qualitativ hochwertiger Musik gibt, stirbt auf der anderen Seite das ein oder andere bekannte Netlabel. Subsource hat den Betrieb zwar schon zum Sommer 2006 eingestellt, jedoch nun bekannt gegeben, dass das gesamte Archiv frisch bei Legal Torrents verfügbar gemacht wurde.
Als ich vor fast 5 Jahren nach Nürnberg gekommen bin war ich nichts und kannte niemanden. Was blieb mir anderes übrig als durch die lokale Szene zu tingeln und Musik zu spielen. Jahre und eine längere Pause später soll es nun wieder losgehen. Ich bin mir über meinen Künstlernamen noch nicht ganz im Klaren, weshalb “Sugar Ray Banister” nun auch als Digital Jockey herhalten muss. Konzentrieren werde ich mich ab jetzt auf Melanchtronica, IDM, Ambient und “irony of it all”. Bitte am 24.05. ab 20:30 Uhr im Katana18 im sonnigen Nürnberger Süden (Wilhelm-Spaeth-Straße 18) vorbei schauen und lauschen.
Früher war alles einfacher: ich war [in]anace und spielte Dubhouse und experimentellen Ambient. Es gibt einen Mitschnitt eines Nachtmixes auf Radio Z aus dem Dezember 2002. Ist das älteste Nürnberger Relikt, das ich jetzt finden konnte. Schön wars damals, musikalisch würde ich es heute aber anders machen.
[in]anace – Nachtclub Dezember02
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Eines aktuellen Anlasses wegen ist mein Bezug zu Finnland ein sehr starker geworden. Das brachte mich auf die Idee, doch mal in das Archiv mit den ganzen Netaudioperlen zu gehen um einen Mix aus rein finnischer elektronischer Netzmusik zu basteln. Obwohl das Land nicht sehr groß ist, ist die elektronische Musikszene dort keine unbekannte und hat sich (mindestens in Szenekreisen) einen guten Namen gemacht. Einige finnische Musiker gehen mir seit Jahren nicht mehr aus dem Gehörgang.
Der Mix soll mit seinen ca. 60 Minuten eine kleine Auswahl dieser Musik liefern und vielleicht einen kleinen Einblick in die finnische Seele geben.
Ah, und bevor wieder die Frage kommt, was denn an der Musik so finnisch ist: hmm.. vielleicht ist es diese gewisse Melancholie, die mitschwingt…
a collection of fine finnish electronic netmusic
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Musik kann glücklich machen. Einer der Tracks die mir einfach die Sonne ins Gesicht scheinen lassen ist einer der “Lieder vom Ende des Kapitalismus“. Irgendwie politisch, süß, und mit hüpfender Leichtigkeit unterhaltend? – gibt’s des? Wer Gesellschaftskritik oder Tipps für die endgültige Abkehr vom Geld erwartet ist hier falsch. Viel lieber spielt dieses Album von PeterLicht mit den Antikapitalismusklischees und dürfte so vielleicht auch im Topmanagement seine Freunde finden. Buzzwordironie. Es ist nicht mehr die neueste Platte, aber kann Musik denn alt werden? Klingt alles sehr nach Frühling und deswegen ists mein Musiktipp der Woche.
PeterLicht – Wir werden siegen
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