Filed under: genereller Output

horch a mol…

Um zu lernen, wie der Mensch an sich hier im Frankenland so tickt, ist irgendwann Wissen über die Mundart, den Dialekt, ganz hilfreich. Ich habe ja schon so manches Mal richtig doof geguckt und mit Unverständnis auf so manche Kommunikationsversuche insbesondere der Grattler hier reagiert. Ich habe Vermutungen über die Hintergründe der “Mindsets” der Einheimischen entwickelt, aber so richtig greifbar wurde es erst jetzt durch einen 15 Minütigen Fränkisch-Chrashkurs der Deutschen Welle: Frängisch beim Schobbe, von Erdäpfeln und Erdbirnen.

Mein Resume: wie zu erwarten alles sehr bäuerlich, bodenständig und es dreht sich kleinbürgerlich zu viel um den Alkohol. Man grenzt sehr gerne ab, sei es von Bayern oder vom nächsten Dorf. Alles was anders ist, ist nicht erwünscht. Man unterscheidet lustigerweise zwischen Bierfranken und Weinfranken, wobei der Weinfranke eher der geselligere und gemütlichere Typ ist (auch meine Erfahrung!), und der Bierfranke eher etwas “langsamer und schwerer” ist. Bier- und Weinfranken sind dann auch regional etwas unterschiedlich verteilt. So um Nürnberg rum regiert der Bierfranke. Die weltweit höchste Brauereidichte legt diese Vermutung nahe. Das erklärt auch die streckenweise arg mumpfige Mentalität hier und das dazu passende Aussehen der Stadt. Die Weinfranken sind nördlicher angesiedelt und wie durch ein Wunder sind die Landstriche dort auch spürbar offenherziger.

Und die Moral von der Geschichte: ich hätte mich besser informieren sollen, wo ich hinziehe…

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Weitere deutsche Dialekte gibts im Dialektatlas

13 Kommentare 8. Mai 2007

Das Fernsehen ist tot

Ich entschuldige mich für den Vorschlag, heute in die ARD zu zappen. Die Harald Schmidt Show hat sich nicht gelohnt. Lahme Witze, ein verpulverter Auftritt der Katrin Bauerfeind, die zur Hostess degradiert wurde, und ein Moderator, der nur geredet, aber nichts gesagt hat. Zuschauer, die Ehrensenf nicht kennen, müssen sich fragen, was den Gast denn nun zu etwas besonderem macht und warum denn gerade sie die neue Entdeckung sein soll. Den Beweis blieb sie ja schuldig, und Schmidts Beteuerungen wirkten irgendwann wie Ironie. Ein Teaser, mit Ausschnitten aus der Show wie bei Polylux, fehlte. Ausser einem breiten Lachen hat sich nichts von ihrem Charme aufbauen können. Ihr Witz, der hätte durchblitzen können, wurde durch Schmidts Verbalposing im Keim erstickt.
Es bleibt ein Gefühl von unsinnig verbrachter Zeit. Es war nicht mal unterhaltsam. Schade.

3 Kommentare 28. März 2007

W-LAN und Hot Spots in Nürnberg

wlan.gifIn Nürnberg einen Platz zu finden, der zum einen gemütlich und angenehm ist, und zum anderen einen kostenlosen W-LAN-Zugang hat, ist etwas schwierig. Offene W-LANs sind nicht sehr verbreitet. Es gibt sie aber, diese gewissen Orte. Ein paar möchte ich vorstellen:

  • Cafe & Bar Celona
    An der Fleischbrücke 1-3, mitten in der Stadt mit ganz gutem Essen (Brunch!), schönem Aussenbereich und gemütlichen Sofas mit Steckdose (wenn mal eins frei ist). Die Musik orientiert sich leider meist inspirations- und geschmacklos an den “besten Hits”.
  • Cafe Luftsprung
    Unterer Bergauer Platz 10, auch mitten in der Stadt. Das Passwort für das WLAN kann am Tresen erfragt werden. Man sitzt nicht ganz so gemütlich wie in einem der Sofas der Bar Celona und man kommt an keine Steckdose ran. Dafür ist die Musik besser und die Salate sind super.
  • Saigon Bar
    Lammsgasse 8, klein, eng, korrekte Öffnungszeiten bis in den Morgen und den local Heroes an den Plattenspielern. Ein Mac zum kostenlosen surfen steht eh zur Verfügung, W-LAN gib es seit einiger Zeit auch (Passwort an der Bar). Nur habe ich mich noch nicht dabei erwischen können, am Wochenende nachts ein W-LAN haben zu wollen.
  • Weinerei
    Prinzregentenufer 5, mein zweites Wohnzimmer verfügt auch über ein offenes W-LAN. Allerdings wissen wir nicht, wo es her kommt und es ist auch nicht immer online. Aber gut zu wissen, dass es manchmal eben doch da ist und gut funktioniert.
  • Tiergärtnertorplatz
    Fast der gesamte Tiergärtnertorplatz unterhalb der Burg hat ein offenes W-LAN. Ich habe es aufgrund der Witterungsverhältnisse bisher noch nicht ausprobieren können, aber mein mobiles Prüfgerät schlägt sehr gut aus.

Bleibt die Frage, warum es hier so wenig freie Hot Spots gibt, wo die Technik doch so billig ist und jede kleinere Stube mit DSL-Anschluss und einem W-LAN-Router doch schon mit dem nötigsten ausgestattet ist und dadurch einen ordentlichen Mehrwert bekommt. wlan4nuernberg.de hat sich wohl auf die Fahnen geschrieben da was dran zu ändern. Die Seite sieht aber nicht so aus, als wäre demnächst mit einer Revolution zu rechnen.
Weitere Hot Spots (die meisten kostenpflichtig) finden sich bei mobileaccess.de.

8 Kommentare 11. März 2007

Gegenwartskulturgeste

Es ist mittlerweile schon auffällig und auch gut zu beobachten. Das typische Mädel von heute trägt Hüfthose. Dazu irgendwas bauchfreies oder zumindest etwas, was einen schönen hautfarbenen Streifen zwischen Hosenbund und Oberteil lässt (je nach Körperform quillt auch gerne mal was über den Hosenbund). Zu dieser Moderscheinung gesellt sich mittlerweile eine typische Geste, die man mit dem zurückstreifen von langen Haaren hinter die Ohren vergleichen kann: das Mädel von heute prüft in unregelmässigen Abständen im Steissbeinbereich den Sitz der Hose bzw. den Erscheinungsgrad der Unterwäsche. Bisher ist diese Geste in ihrer Unauffälligkeit einfach untergegangen, aber letztens sass ein Mädel hinten auf einem Motorrad an einer Ampel und ich wartete im Auto dahinter. Ich bekam den Prüfvorgang der Steissbeinregion in dem Moment in Zeitlupe und in Grossaufname vorgeführt und mir kam es in dem Moment sehr absurd vor.
Aber diese Geste wird irgendwann so völlig normal sein wie das zurückstreifen der Haare. Auch in Büchern über die Körpersprache wird sie mit aufgenommen werden. Man wird anhand des String-Tanga-zurecht-zupfens erkennen, ob das Mädel schüchtern ist und was man als Mann erwarten kann, wenn das Wäscheschild hinten rausschaut. Also alles kein Problem, alles ok. Es ist etwas ungewohnt vielleicht.

Hinterlasse einen Kommentar 14. Oktober 2006

Sugar Ray sorgt für ein Nürnberg Plus

Da gibt es nun für die Nürnberger schön was zum Aufregen und ich muss schauen, dass ich irgendwo, wenn jetzt die ganzen Morddrohungen kommen, untertauchen kann. Ja, Nürnberg ist hässlich und ich versuche das hier (unter anderem) in diesem Blog zu dokumentieren.
Die Überraschung ist jetzt, dass nach nicht mal zwei Monaten nach der Geburt von Sugar Ray Banister die konservative Nürnberger Zeitung heute einen größeren Artikel über dieses Blog unter dem Titel “Ist Nürnberg wirklich so hässlich?” veröffentlicht hat.
Hier auch als ePaper (pdf) zum nachlesen.

6 Kommentare 16. August 2006

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