Filed under: genereller Output
Der Winter ist quasi vorbei und auch wenns vielleicht nocht ein paar Wochen dauert, so hilft diese Zeit einfach sich noch etwas ausgefeilter auf den anstehenden und unvermeidlichen Frühling vorzubereiten. Aber wenn ich so rausgugg, dann kann man eigentlich schon anfangen. Es gibt da nämlich ein Problem. Nürnberg ist eine fast komplett zugebaute Stadt. Die wenigen Grünflächen kann man an einer Hand abzählen. Einem Bericht zu Folge ist Nürnberg die zweit zubetonierteste Stadt Deutschlands, nur noch getoppt von Passau. Überall Häuser dicht an dicht. Wenns mal ne Lücke gibt, dann wird sofort der nächste Klotz geplant und hingestopft. Einfach mal nichts machen, Luft lassen und nen Baum pflanzen ist undenkbar, und vermutlich auch gar nicht finanzierbar und es würde ja auch das Stadtbild stören. Kann man nichts machen, oder doch?
Nun, die Idee wäre vielleicht die folgende. Warum kauft nicht jeder im Baumarkt um die Ecke für ein wenig Geld ein paar Samen einer Pflanze der Wahl und steckt/wirft/streut sie einfach in die nächste betonfreie Ecke, Ritze, Blumenkasten, Parkbucht, etc.? Müssen ja keine Tulpen sein, der einfache Löwenzahn tut’s ja auch schon und wäre zudem eine schöne Hommage an das Intro der gleichnamigen Fernsehserie. Guerilla Gardening nennt sich das dann und ich fordere alle und jeden der das hier liest dazu auf, diese Stadt in einen urbanen Urwald zu verwandeln!
11. Februar 2008
Heute im Möbelhaus: Haufen Plüscheisbären neben der Zielgeraden. Leute laufen vorbei. Einer ruft: “Guck mal, lauter Knuts!”
Einwand über rechts aussen: “Nee, das ist doch dieser neue.”
“Wie?, achja, Flocke…”
2. Februar 2008
Eigentlich schon eine Stellungnahme zum Ende des vergangenen Jahrzehnts:
Es wird immer komplizierter einfach zu leben
16. Dezember 2007
Ich möchte eine Beobachtung, eine lokale Eigenheit dokumentieren, die mir, seit ich zum ersten mal in Nürnberg beim Bäcker war, auffällt, bzw. sogar gegen den Strich geht. Und zwar diese unglaubliche Überheblichkeit sich als Kunde vor eine Brötchentheke zu stellen oder einen Kellner anzusprechen und mit Aussagen zu konfrontieren, die so noch gar nicht bewiesen sind.
Konkret heisst das, dass der lokale Kunde z.B. an die Brötchentheke kommt und seine Bestellung selbstsicher vor sich hin trällert: „ich bekomm drei Brötchen.“. Punkt. Woher weiss der Kunde das? Woher weiss er, dass er die drei Brötchen bekommt und nicht ein „Nö, du nicht…“ an den Kopf zurück geflogen kommt?
Ein ordentlicher Kundenwunsch wird mit den warmen Worten „ich hätte gerne drei Brötchen“ formuliert. Oder freundlich im Restaurant: „kann ich bitte die Rechnung bekommen?“. Oder interessiert: „hmm, der Kuchen dort siegt aber lecker aus, würden sie mir ein Stückchen einpacken?“. Beim Bäcker hier um die Ecke hört man nur ein raues: „ich bekomm ein Stück von dem Kuchen da“.
Natürlich kann der Kunde seine Forderung stellen und im Grunde erwarten, dass Folge geleistet wird. Nur hat das mit Freundlichkeit nichts zu tun. Ich hätte keine Lust einen ganzen Tag hinter der Theke zu stehen um mir Befehle von irgendwelchen Dahergelaufenen anzuhören.
Vielleicht hat das aber auch was mit Bildung und sozialem Stand zu tun, so genau hab ichs nun auch wieder nicht erforscht. Auch ist diese praktisch normale Unfreundlichkeit kein rein fränkisches Phänomen, sondern generell im süddeutschen Raum anzutreffen. Ich hab’s nunmal hier kennen gelernt.
13. November 2007
Der Sugar Ray schimpft ja immer ganz fürchterlich über Nürnberg. Alles ist so hässlich hier, die Franken mumpfen rum usw. und so fort. Wer dieses Blog liest und mich vielleicht auch persönlich kennt, der kann ein Lied davon singen. Es soll aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass ich Nürnberg mittlerweile sehr gut kenne, bestimmt besser als so mancher Eingeborene. Die Nürnberger Zeitung flattert seit langer Zeit jeden Morgen ins Haus und jetzt auch noch der Merian. Genau das wird zunehmend zum Problem. Konnte ich früher z.B. unbeschwert über den hässlichen Plärrer mit dem potthässlichen Plärrerhochhaus herziehen, so steht heute ein großzügiger Artikel über den denkmalgeschützten Betonklotz in der Zeitung. Er war Bayerns erstes Hochhaus (München war noch nicht so weit), ein spektakulärer Bau und ein Zeichen für Wiederaufbau und Wirtschaftswunder in den 50er Jahren. Natürlich weht da eine ganze Portion Stolz mit. Eine Lokalzeitung ist ja auch dafür da, uns Bürger sorgsam dosiert mit Stolz und Lokalpatriotismus zu versorgen. Vor diesem Hintergrund fällt es mir zunehmend schwerer die Bausünden und die Schmucklosigkeit der Stadt zu dokumentieren. Ein Verständnis für die Hintergründe und die Gefühle macht sich breit. Allerdings wird Nürnberg dadurch nicht schöner, nur der Blick ändert sich. Ich werde fei assimiliert.
5. September 2007
Ich hätte gerade Zeit und schöne neue Fotos aus Nürnberg, aber ich schweige heute, aus Solidarität.
27. Mai 2007