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Offen Auf AEG

Fotos der Neubesiedelung des alten AEG Werksgeländes in Nürnberg. Entstanden im Rahmen der Aktion Offen Auf AEG.

Offen auf AEG 21

Bisher war der Autor davon ausgegangen, dass Kunst in Nürnberg nicht groß passiert*. Nürnberg als Arbeiter- und Bauernstadt, geprägt von Schwerindustrie und einem verpassten Strukturwandel. Kunst im öffentlichen Raum ist nach wie vor nur schwer zu entdecken und der Ruf, dass Nürnberg eine Kunstszene oder gar eine Bohème hat, hält sich arg in Grenzen. Der letzte, der in der Stadt etwas Kunst gemacht hat und das auch nach außen getragen hat, muss Dürer gewesen sein. Soweit das zementierte und schön stimmige Weltbild.

Wo nun auf einmal die ganzen Künstler und Kreativen herkommen, die das alte AEG-Gelände bevölkern, erklärt dieses Weltbild nur unzureichend. “Na von der Kunstakademie!”, wird dann geantwortet. Allerdings wo waren die ganzen Leute vor 4 Jahren, als das Gelände noch Industriebrache war? Etwa in kleinen versteckten Zimmern, abgeschnitten von der Außenwelt? Würde erklären warum nie was nach draußen gedrungen ist.

Das Spinnereigelände in Leipzig ist Vorbild für die Umgestaltung des AEG-Geländes. Nun hat Leipzig einen Ruf als Künstlerstadt und es gibt die “Leipziger Schule” als Strömung in der modernen Malerei. Somit war es schlüssig dort einen Schaffenstempel für die ganzen Kreativen zu errichten. Die Nürnberger Schule ist eine Baumkletterschule (ja, auf Bäume klettern. Nicht kompliziert, einfach zu verstehen). Und somit weitab von Kunst und es war dem Autor auch deswegen unklar, wie so ein riesiges Gelände, wie das der AEG, mit lokaler Kunst vollgemacht werden sollte.

Das Gelände ist nun voll mit lokaler Kunst und die Warteliste für die Ateliers ist lang (ca. 90 Leute). Kunst passiert in Nürnberg und das nicht zu knapp und vor allem passieren tolle Sachen. Das ist völlig überraschend. “Toll, dass es diesen Schaffenskomplex jetzt gibt und ein Austausch stattfindet”, formulierte man in einem der Ateliers. Wird Zeit, dass das auch nach außen getragen wird und dass man die Stadt auch auf der Kunstebene wahrnimmt (ja, der Autor tut sich da auch schwer mit, aber die Faktenlage ist erdrückend). Es bleibt außerdem zu hoffen, dass das Gelände nicht weiter vermainstreamt. Die Blaue Nacht ist z.B. zum reinen Promotionquatsch verkommen und künstlerisch arg wertlos geworden. Wenn das mit dem AEG-Gelände auch passiert, dann wird das nix mit dem Ruf als Künstlerstadt.

Hier nun Fotos von einem Rundgang durch die Ateliers, das Gelände und einiger Ausstellungsräume:

*ja, es gab und gibt etliche kleinere Aktionen und auch Aktive. Bekommt man schon mit. Allerdings zeitlich und räumlich sehr verstreut bisher. Nichts was ein Stadtbild prägt.

Technik: Canon EOS 1000D 18-135mm f/3.5-5.6. Die Fotos sind gecropped und meist farblich nachbearbeitet.

Hinterlasse einen Kommentar 27. September 2011

AdBK Sommerfest Rezipienten

Am 09. Juli fand wie jedes Jahr das Sommerfest der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg statt. Ein Anlass den man nicht ungenutzt lassen kann wenn man Kunstinteressierte ungestört in freier Wildbahn beobachten möchte.

ADBK_1486

Ein Fotoset mit Polaroidversionen der Bilder gibts drüben bei Flickr.

Technik: Canon EOS 1000D, Standardobjektiv 18-55 mm (leider mit zu wenig Akkuladung).
Fotos sind manchmal leicht gecropped und farblich etwas mit Sepia abgemischt.

Hinterlasse einen Kommentar 10. Juli 2011

Nürnberg Impressionen #11

Edition Nordstadt

Strassenschlucht

Ein paar Fotos aus der Nürnberger Nordstadt (Uhlandstraße, Maxfeld). Eine Gegend, die von der Bausubstanz her stellenweise recht vielversprechend aussieht. Es gibt vergleichsweise viel jugendstiligen Altbau, der besser in Schuss ist als z.B. in Gostenhof, gerade im westlichen Teil Richtung Friedrich-Ebert-Platz. Aber dann doch wieder trostlos erscheint, weils eine reine Wohngegend ist, mit einem homöopathischen Anteil an Bars, fancy Läden und anderen Aktivitätsmöglichkeiten (Ausnahmen bestätigen die Regel). Richtig gruselig wirds im östlichen Teil und Richtung Nordring. Dieser Teil hängt offensichtlich durch eine Raumzeitverschiebung in den 50er Jahren fest. Vielleicht ändert da die Revitalisierung vom Tuchergelände was dran, aber nur, wenn man sich nicht wie so oft “architektonisch an der Umgebung orientiert”.

Technik: Panasonic Lumix DMC-FZ28, die Fotos sind gecropped und farblich (leicht) nachbearbeitet.

2 Kommentare 15. Mai 2011

Istanbul Exkursion

Istanbul 01

Istanbul ist die Stadt, die man besuchen sollte um jedes auf welche Weise auch immer entstandenes Bild türkischer Kultur anzupassen, umzudeuten oder zu korrigieren. Eine Reise nach Istanbul lohnt sich. Es gibt Eindrücke en masse, Überraschungen auch und nicht zuletzt hält die Stadt einen nicht unerheblichen Batzen Charme bereit, den man so nicht erwartet hätte. Meine erste Tour nach Istanbul, sicher nicht die Letze. Hier ein paar Handlungshinweise:

Unterkunft

Egal was alle anderen sagen, man besorgt sich ein Hotel oder Hostel in Taksim was praktisch das Zentrum der Stadt ist. Ok, bei so einer großen Stadt ist es schwer ein Zentrum zu definieren, aber nur Touristen glauben, dass sich das Zentrum durch die Altstadt (Sultanahmet oder Eminönü) definiert.

Allgemeines

Alle Taxis haben ein Taxameter und es sollte an sein. Sind sie auch normalerweise aber die Taxifahrer sind auf Touristennapping spezialisiert und man sollte besser prüfen ob es läuft. Wenn nicht, dann steigt man aus und nimmt das nächste Taxi. Es gibt Tages- und Nachtfahrpreise. Die Fahrer sprechen nicht viel mehr als Türkisch und sie fahren gerne die längere Tour zum Ziel um einen höheren Fahrpreis zu bekommen. Ihnen Adressen zu geben hilft nicht viel, man muss ihnen Hotelnamen, Sehenswürdigkeiten oder Landmarken sagen oder was im Reiseführer zeigen oder so. Wenn sie das Ziel nicht kennen, fahren sie trotzdem irgendwo hin. Am Ende kommt man aber an. Beim Wechselgeld wird dann auch noch mal gerne geschummelt.

Es gibt auch eine U-Bahn und in Taksim eine tief unter der Erde steckende Station aber man wundert sich, was man von Taksim aus alles locker zu Fuß erreichen kann. Die Altstadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten auf jeden Fall, endlos viele Shops und Clubs und Bars sowieso.

Wenn man im Restaurant etwas bestellt sollte man drauf achten, dass man vorher den Preis kennt. Wenn z.B. der Preis fürs Essen ok aussieht und man sich einfach einen Drink dazu bestellt (in der Annahme, der Preis sei dann wohl auch ok) kann man möglicherweise sein kleines Wunder erleben. Nachverhandlungen sind aussichtslos. Wenn man etwas zum Drink dazu bekommt (z.B. Nüsse in einer Bar) sollte man auch besser mal nach dem Preis fragen. Die sind meist nicht kostenlos.

Wenn man wie ein Tourist aussieht bzw. nicht türkisch, wird man gerade an den Läden, Bars und Restaurants an den touristischen Orten von auf Touristen spezialisieren und sehr aufmerksamen Mitarbeitern sehr offensiv umworben doch bitte in genau ihr Geschäft zu kommen. Man wird teilweise sehr gekonnt und manchmal nicht mal auffällig in ein Gespräch verwickelt (gerne auch auf fließend Deutsch) und man landet dann wenn man nicht aufpasst in eben jener Lokalität. Diese Läden sind nicht per se schlecht, aber teilweise halt doch. Die wirklich guten Läden haben solch Offensivmarketing nicht nötig. Protipp (macht man nach dem 35sten Touristenfänger eh automatisch): diese Leute einfach eiskalt ignorieren.

Sultanahmet

Das ist der historische Teil der Stadt und hat viele große und kleine Sehenswürdigkeiten. Wenn man sich die Führungen spart und sich einfach nur treiben lässt, schafft man die Altstadt zu Fuße leicht an einem Tag mit Sachen wie:

  • Die Sultan-Ahmed-Moschee mit ihren sechs Minaretten (weswegen die Moschee in Mekka ein zusätzliches Minarett bauen musste)
  • Hagia Sophia, eigentlich eine Orthodoxe Kirche aus den Zeiten Konstantinopels, dann zur Moschee umgebaut und heute ein Musem
  • Topkapı-Palast, der alte Palast des Sultans
  • Die Cisterna Basilica, oft auch Versunkener Palast genannt, ist eine spätantike Zisterne westlich der Hagia Sophia. Szenen aus dem Bondstreifen „Liebesgrüße aus Moskau“ wurden hier gedreht.
  • Der große Basar. Ok, sollte man mal gesehen haben wie unglaublich groß, bunt und wuselig ein Basar sein kann. Allerdings verderben einem die oben genannten Touristenfänger die Laune und es ist zu voll und zu wuselig. Kaufen will man eh nichts. Man findet all das Zeug anderswo auch und vermutlich sogar billiger.
Istanbul 09

Taksim

İstiklal Caddesi ist die Hauptstraße mit hunderten von Geschäften, Restaurants, Cafes und all das. In den Seitengassen verstecken sich dann auch zu allem Überfluss noch viel mehr davon. Es ist sicher nicht die beste Einkaufmeile, die ganzen globalisierten Standartmarken finden sich zuhauf hier. Individuelles findet man wenn, dann in den Seitengassen der Seitengassen aber man findet hier lecker Essen. Viele Clubs findet man hier auch, die mainstreamingen direkt an der Straße, die besseren etwas versteckter in den Seitengassen (eh klar).
Wenn man was essen geht entweder Efes (Bier) trinken oder lecker Türkischen Wein (trocken). Dazu als Starter oder vollwertige Mahlzeit „Meze“, die türkischen Tapas.
Läuft man die Straße bis zum Ende kommt man an den „Taksim square“. Ein riesiger, aber nicht sonderlich schöner Platz und Verkehrsknotenpunkt. Hier wedelt man entweder eine türkische Fahne auf irgendeiner Kundgebung oder taucht in die angrenzenden Stadtteile ab.

Beşiktaş

Schonwieder ein Zentrum der Stadt. Barbaros Bulvari ist die Hauptstraße inkl. Den tausenden von Restaurants. In der Nähe ist der Dolmabahçe-Palast, der neue Palast des Sultans direkt am Bosporus, der sehr europäisch aussieht und vor Superlativen fast platzt. Von Beşiktaş kommt man mit der Fähre auch rüber nach Asien (von woanders auch). Vom Palast mal abgesehen ist diese Ecke schon nicht mehr so touristisch. Man wird nicht mehr in alle möglichen Läden gezerrt sondern höflich bedient, auch die Bars sind angenehm.

Das Museum für Moderne Kunst, Istanbul Modern, ist glaub ich auch gerade noch in Beşiktaş gelegen. Kann man sich angucken, sind schöne Sachen drin, die man allerdings auch schon kennt, wenn man sich minimal für zeitgenössische Kunst interessiert. Falls man sich auf heißen Scheiß aus der Istanbuler Kunstszene freut, ist man hier falsch. Überhaupt wird wohl dem Vernehmen nach eine blubbernde Kunstszene in der Stadt ziemlich unterdrückt bzw. existiert diese nicht sonderlich, auch wenn man Spuren von ordentlicher Streetart findet, ist diese zwar da, aber wenig originell im Sinne von bekannt aus anderen Städten.

Istanbul 14

Nişantaşı

Der Shoppingstadtteil, falls man eine gut gefüllte Portokasse übrig hat. Auch mit zehntausenden von Bars und Restaurants. Außergewöhnlich ist, dass hier die Einkaufsläden sonntags geschlossen haben, wohingegen man in Taksim sonntags um 23:00 Uhr noch seine Turnschuhe kaufen kann, die sich übrigens auch preislich von hiesigen Einkaufsstraßen nicht unterscheiden. Überhaupt sollte man nicht glauben, dass Istanbul besonders billig ist.

Hat man diese Teile der Stadt abgelaufen, hat man sicher schon einen guten Einblick bekommen bzw. den Charme gerochen. Ist man erst mal von den Touristenfängern weg fallen tolle Kleinigkeiten auf, wie z.B. wunderhübsche Frauen/Menschen auf den Straßen, viele freundliche Gesichter, häufiger Körperkontakt untereinander bzw. auch gerne mal ein tapfere Klopfer auf die Schulter als Entschuldigung wenn man mal angerempelt wurde. Natürlich auch die komplett bis auf das Gesicht verhangenen Frauen, die aber manchmal auch nicht ohne Desingerbrille auskommen. Und auf einmal entdeckt man dann, was für eine wohlklingende und schöne Sprache Türkisch doch ist. Kein Vergleich mit dem bekannten Unterschicktendialekt aus den U-Bahnen der Republik. Auch wenn man nix versteht, ist die Sprache phonisch sehr interessant und es macht Spaß Leuten beim Meze bestellen zuzuhören (oder was auch immer da geredet wurde).

Achja, unbedingt testen sollte man auch ein Hamam für ein zwei Stunden und sich auch ein Extra gönnen wie eine Schrubbung. Ein kräftiger und haariger Mann kommt dann an und seift, rubbelt und schrubbt einen so richtig blitzeblank (bei den Frauen ists ähnlich. Nur hat der Schrubbmeister weniger Haare und noch mehr Brustumfang). Die Geschlechter sind strikt getrennt und zumindest bei den Männern wird zu dem peinlich drauf geachtet, dass einem das kleine Handtuch nicht verrutscht, was einer gewissen Putzigkeit nicht entbehrt.

Die Stadt lädt also zum Eintauchen ein und überrascht mit einer besonderen Szenerie wenn zu bestimmten Zeiten die Geräusche der Stadt durch den Muezzin übertönt werden. Hat schon was Unverwechselbares wenn man sonst nur Kirchengebimmel gewohnt ist.

Technik: Panasonic Lumix DMC-FZ28 und HTC Desire HD mit Vignette

Hinterlasse einen Kommentar 20. April 2011

Oberbaumbrücke in Berlin

Oberbaumbrücke in Berlin

Ein Andenken an die schönen warmen Abende in der Stadt. Nächstes Jahr geht’s weiter!

Hinterlasse einen Kommentar 3. Oktober 2010

Berlin Impressionen #1

blu1

Man nimmt sie lustiger weise nach einer Weile fast gar nicht mehr wahr. Der Alltag in einer Großstadt verwischt den Blick für die Details. Jedoch sind sie es, die Spaziergänge durch die Bezirke und Kieze erst interessant machen, die unzähligen Straßenkunstwerke die von Namenlosen für alle zur Verfügung gestellt werden.

Warum ich Streetart so mag: Es ist die Attitüde der Künstler, etwas nicht für Geld und nicht als Selbstdarstellung zu tun, denn in der Regel bleiben sie ja anonym. Es ist der oft politische oder kritische Touch der Stencils oder Graffitis, oder auch deren Ironie. Der kleine Rebell in mir findet Streetart und den mitschwingenden Anarchocharme auch toll. Streetart ist eine wohltuende Alternative zu den hässlichen Werbeflächen die mich überall anbrüllen. Und Streetart will mir nichts verkaufen, aber sie will mir manchmal etwas Interessantes und Richtiges sagen. Nicht zuletzt sind die Sachen oftmals unglaublich aufwändig gemacht. Darum mag ich sie.

Besonders möchte ich auf die drei Werke von Blu hinweisen. Durchs Web schwappen atemberaubende Stopmotion-Filme von ihm und in Berlin fallen einem direkt drei riesige unverkennbar von Blu gestaltete Wände auf. Alle in Bestlage rund um die Mediaspreeareale, was den Illustrationen eine besondere Note verleiht. Mögen sie noch lange leben.

3 Kommentare 22. September 2010


Shots

EYESHOTS-STREET-BARKEN Strassenszene Porvoo Altstadt Consumenta Nürnberg Muggenhof - Adolf-Braun-Str. 1945 Stolz

Soziales Nerdswerk

Flickr Photostream

OWYS Bubbles Denisstr. Feuerwehr-Anfahrtzone

Service

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