Hamburg Impressionen #2 – Wunder in St. Pauli

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Kaum eine Ecke in Deutschland wurde zu solch einer Ikone hochgejazzt und zum Lebensgefühl und –Inhalt erklärt wie St. Pauli. Spätestens seit Hans Albers wissen alle, dass sich Leben im Grunde auf St. Pauli und dort auf die Reeperbahn reduziert. Mit nem Mädel oder auch nicht, egal, und mit genug Likör im Kopp. Soweit so klar, so nachvollziehbar und abhakbar. Und doch scheint dort der Schlüssel zu großen Wundern zu liegen. An einem Geländer in der Nähe der Landungsbrücken in Hamburg habe ich ihn gefunden. Das nächste Wunder musste also irgendwo in der Nähe sein um es entschlüsseln zu können. Und in der Nähe war nun mal nur St. Pauli. Es bot sich also an, da mal durch die Gassen zu schleichen auf der Suche nach den Wundern des Lebens. Vielleicht waren sie da irgendwo an diesem für Hamburg ungewöhnlich heißen Julitag. Sonne und Wärme sind in Hamburg eigentlich schon ein großes Wunder, aber echte Wunder finden sich dann doch nicht so leicht. Liegt vielleicht daran, dass die Reeperbahn nicht Teil der Suche war. Vielleicht sind echte Wunder wirklich käuflich und in jeder beliebigen Dosis verfügbar. Hätte die Popkultur sonst so viel Material inklusive Singsang rund um diese verheißungsvolle Straße hervorgebracht? Vielleicht kann man Wunder auch nur liegend empfinden. Etliche Protagonisten haben das an diesem Tag vorgemacht und es sich teilweise auf dem heißen Asphalt gemütlich gemacht. Ein Wunder zu erleben kann so einfach sein oder war das vielleicht die komplette Abwesenheit von glücklichen Fügungen, die diese Lage der Leute verursachte? Vielleicht ist ein Wunder wirklich etwas höchst individuelles und auch flüchtiges. Anders als der Schlüssel dazu. Der war fest gemacht.

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Hamburg Impressionen 2 - Foto 15

Mehr Wunder in St. Pauli

Der Soundtrack. Ein fulminantes Set von DJ Koze. Auch ein kleines Wunder.

14. August 2014

Werte neuhinzugezogene Nachbarn…

Werte neuhinzugezogene NachbarnMenschliches Zusammenleben ist vor allem ein Prozess. Es ist ein ewiges hin und her aus Annäherung und Ablehnung. Man möchte sich in Gemeinschaften verbünden aber auch das eigene Territorium verteidigen. Man möchte teilen, weil Glück dann mehr wird, man möchte aber auch behalten, Eigentum besitzen und bewahren. Auch dieser Besitz soll mehr werden, am besten, ohne teilen zu müssen. Das funktioniert auch alles ganz wunderbar, solange die eigene und die Welt drum rum in Ordnung sind und alles unter Kontrolle scheint.

Manchmal passieren dann aber Dinge, die unvorhergesehen sind und dieses fragile Konstrukt aus Ordnung ins Wackeln bringen. Wie bei einem Fels, der in einen ruhigen Bergsee kracht. Unruhige Wellen flatschen ans Ufer und die glatte, das Bergpanorama spiegelnde Wasseroberfläche verliert ihre Postkartenidylle. Nun kann man abwarten, bis sich die natürliche Ordnung von selbst geregelt hat. Es ist aber auch möglich, gegen weitere Einschläge vorzugehen. Man kann beispielsweise freundliche Briefe schreiben, die natürliche Ordnung darlegen und bitten, doch nach Möglichkeit keine Steine ins Wasser zu werfen. Steine sollen da bleiben, wo sie hingehören. Bei den anderen Steinen. Es wird nicht alle Steine davon abhalten, früher oder später doch ins Wasser zu fallen. Der Schwerkraft zu widerstehen ist für Steine sehr mühsam. Es ist aber dargelegt, wo die Steine hingehören, und wo der Bergsee ist und das beides getrennt bleiben soll, bitteschön. Und darum geht es im Grunde, um Deutungshoheit. Um die Zurkenntnisnahme eines Zustandes, der schon immer da gewesen ist und der einer höheren Ordnung angehört.

Eyeshots – Streetart in Hamburg

Das Streetart in Nürnberg existiert, ist ja schon aufregend genug. Völlig staunend steht man aber da, wenn man erkennt, dass Nürnberg seine Streetart sogar exportiert und zwar nach Berlin und jetzt auch nach Hamburg.

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Seit etlichen Jahren kleben die Sachen von Eyeshots teilweise recht unbeeindruckt und resistent im Nürnberger Stadtbild. Sie passen sich typischerweise auch wirklich gut an die Umgebung an und lassen sich von gehetzten Passanten überhaupt nicht, von geübten Augen mit etwas Mühe als Modifikationen erkennen. Hier im Blog wurde das ehrenwerte Straßenkunstprojekt schon mehrere Male erwähnt. 2012 gab es eine Ausstellung in der Weinerei aber auch an vielen anderen Stellen der Stadt wurde schon modifiziert und der urbane Raum erweitert.

Neu ist es indes nicht, dass die Werke von Eyeshots die Stadt verlassen, in Berlin hat man sie beispielsweise letztes Jahr schon gesichtet. Nun war Hamburg dran. Wie in Berlin auch wurde auf einer Karte die “HAMBURG STREET TOUR 2014″ dokumentiert und kann nachgelaufen werden.

Eyeshots Streetart Hamburg 2014. Link zur Karte bei Google

Mit dieser Art der Dokumentation bekommt die Sache auch eine zusätzliche Ebene. Die Tour wird zur Ausstellung auf Zeit und die Stadt zur Galerie. Der Verfall und das Verschwinden der Arbeiten bzw. der ganzen Ausstellung oder deren Modifikation ist mit inbegriffen. Ganz im Gegensatz zu einer Ausstellung in einer normalen Galerie oder einem Kunstraum. Die Ausstellung verändert sich über die Zeit praktisch von selbst. Wobei ich auch glauben kann, dass die Arbeiten das Potential haben, die kommenden Jahre zu überdauern. Wie in Nürnberg an manchen Ecken auch.

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Mehr Eyeshots in Hamburg…

Danke an Christian Weber für die Fotos.

Meanwhile in Hamburg (2)

Manwhile in Hamburg

Hafenklang, Altona Alt, Hamburg, Deutschland am 22. Juni 2014 um 20:35 Uhr.

Das Hafenklang ist ein renommierter Club der härteren Gangart direkt am Hafen und schon seit Jahrzehnten als Künstlertreff etabliert. Und das in einer Gegend, die praktisch durchsaniert und klinisch rein ist.

16 richtige Momente im Juni und Juli 2014

Die zweite Doppelausgabe. Im Februar gabs auch schon eine. Wieder aus Gründen. Hat immer noch und fast noch viel mehr was mit der Selbstständigkeit zu tun. Gehört aber eigentlich nicht hier hin. Hier gehören andere Dinge hin. Nämlich die folgenden.

Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  01

Put your feet up in the air. Endlich Sommer.

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  02

Letztens (auch im Februar) habe ich ja noch vor Verwunderung gejammert, weil es in Nürnberg zwar viele Türken, aber kein Kumpir gab. Ein unverständlicher Zustand. Dann gab es auf dem türkischen Straßenfest in GoHo einen Licktblick, der aber verhältnismäßig teuer war. Mittlerweile gibt es mit dem Toffels am Färbertor aber eine Lokalität, bei der auf dem Menü zwar nicht “Kumpir” geschrieben steht, die sich aber massiv von der Türkischen Ofenkartoffel hat inspirieren lassen. Irgendwann schwappt dankenswerterweise halt alles mal nach Nürnberg, auch wenns manchmal etwas länger dauert.

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  03

London hat schöne Industrie…

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  04

… und ein recht eigenes Verhältnis zu deutschem Bier. Und warum muss ausgerechnet Becks deutsches Bier repräsentieren?

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  05

Been here. Done that.

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  06

Die Airline servierte zur Feier des Tages (irgendwas mit Fußball) extra Currywurst.

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  07

Barmbek schmückt sich an manchen Ecken erstaunlich ausgereift, auch wenn solche Ecken selten sind.

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  08

Ein richtiger Moment, der schon 12 Jahre zurück liegt: das Gründungsprotoll der Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in Europa e.V., auch bekannt als Weinerei, hing im Ausstellungsraum während der letzten Tage der alten Location.

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  09

Noch etwas rau und ungehobelt. Nicht nur der Gartenzaun wird von uns in der nächsten Zeit wieder etwas in Form gebracht. In ein ganzes Haus kehrt nach Jahren der Leere wieder Leben ein.

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  10

Ja ja, auf nach Bayern. Aber eher nicht wegen den Stullen.

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  11

Noch nicht fertig, aber es wird. Ein Testausdruck meines Kapitels für das erste HR-Innovation Buch.

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  12

10 Jahre Prinzregenthenufer sind vorbei. Am Ende müssen wir den Nachbarn dankbar sein, dass sie unsere Lautstärke nicht ertragen haben. Denn es geht weiter mit der Weinerei und die neue Location ist größer, besser, weiter, mehr!

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  13

Nicht sehr kreativ liebes Nürnberg, aber trotzdem sehr richtig derzeit.

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  14

Mehr weiss ich grade auch nicht, aber vielleicht passiert da mehr auf der alten Quelle, als wir alle ahnen!

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  15

“OK Glass” – Hab mal die Googlebrille getestet und direkt ein Foto gemacht. Cooles Teil, aber bei Bildqualität und Usability ist noch Luft nach oben. Zudem sieht man aus wie ein Depp.

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Richtiger Moment Juni-Juli 2014 -  16

Wertes Bayern, so sieht ein amtlicher Snack aus!

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I Love The Feeling…

I Love The Feeling Of Being Anonymous In A City I've Never Been Before

I Love The Feeling Of Being Anonymous In A City I’ve Never Been Before

via Blink of an eye

Sommerkollektion 2014 Impressionen

Quelle Sommerkollektion 2014 -  Foto 01

Ob es überhaupt eine Fortsetzung der reichlich spontan in sechs Wochen organisierten Sommerkollektion 2013 geben würde, war lange unklar. Es war lange unklar, ob die Hallen und die Dachterrasse wieder zur Verfügung stehen würden, ob das Quellkollektiv wieder die Energie und das Engagement haben würde um eine derartige Veranstaltung zu stemmen, und ob aus dem Quellegebäude nicht vielleicht sogar zwischenzeitlich eine eigentümliche Investorenidee geworden wäre.

Nun, irgendwann kam dann doch recht überraschend die Freigabe für die Nutzung der anvisierten Flächen und man machte sich dran, wieder reichlich spontan eine zweite Sommerkollektion zu basteln. Diesmal allerdings mit etwas anderen Leuten auf den Ausstellungsflächen und einem anderen und auch etwas kleinerem Planungsausschuss. Es war etwas heimeliger geworden, aber es war immer noch die Sommerkollektion, eine Veranstaltung bei der man bis zum letzten Moment nicht weiß, was dabei raus kommt, auch wenn man im Gegensatz zum letzten Jahr schon so ungefähr wusste, was die Leute auf der Quelle so machen.

Und einen weiteren Unterschied gab es. 2013 war ich selbst als Aussteller sowie als Unterstützer hinter den Kulissen aktiv, 2014 hats für mich dann gerade mal zum Besucher an einem Abend gereicht. Immerhin war eins meiner Ausstellungsstücke aus dem letzten Jahr noch da. Ein kleines Foto klebte unbeirrt an einer der Botonsäulen in der Ausstellungshalle.

Gefühlt war letztes Jahr etwas mehr los auf den Ausstellungsflächen sowie in Sachen Publikumsandrang. Das Flair war aber dasselbe und auch der Charme, der aus der Kombination von sehr schöner Kunst und ungehobelter Industriearchitektur entsteht, ist ungebrochen. Etwa eine Stunde lang bin ich dann kurz vor Betriebsschluss am ersten Abend durch die Sommerkollektion gelaufen und habe mich den Eindrücken hingegeben.

Quelle Sommerkollektion 2014 -  Foto 05

Quelle Sommerkollektion 2014 -  Foto 07

Quelle Sommerkollektion 2014 -  Foto 10

Quelle Sommerkollektion 2014 -  Foto 12

Quelle Sommerkollektion 2014 -  Foto 18

Quelle Sommerkollektion 2014 -  Foto 24

Quelle Sommerkollektion 2014 -  Foto 26

Weitere Fotos von der Sommerkollektion 2014

Mehr zum Thema

Hamburg lächelt an jeder Ecke

Hamburg Smiley OZ

Sie zeugen weder von besonderem Talent, noch von großer Raffinesse. Sie sind einfach nur überall in Hamburg verteilt. Falls sie etwas darstellen, dann enormes Durchhaltevermögen und grenzenlosen Idealismus. Oz sprüht seit über einer Dekade Smileys auf Hamburger Wände, Stromkästen und Straßenschilder. Die Judikative zählte mal bei einer Anklage 120.000 Stück und man glaubt es, denn man muss schon die Augen feste zukneifen um bei einem Spaziergang durch Hamburger Straßen nachts bei Nebel keinen Smiley zu sehen. Sie prägen das Stadtbild, aber auf eine seltsame Weise. Es sind keine schönen Graffitis, es sind einfach nur enorm viele krumme Striche mit doppelt so vielen Punkten. Dazu gesellen sich gerne noch psychedelische Kringel. Einzeln nicht der Rede wert, in der Masse schon fast ein Lebenswerk.

Dennoch, was hätte man sich alles ausdenken können um eine Stadt wie Hamburg, die jeden mit einem entgegengeherzten, den maritimen Arbeitercharme kultivierenden “Moin, Digger!” morgens beim Bäcker sofort in die Arme nimmt, auf den Straßen zu repräsentieren. Vielleicht eben mit einem schön gestaltetem Moin-Tag an jeder Ecke. Oder mit einem stilisierten Backfischbrötchen. Aber die Smileys sind zu platt und ein kleinbisschen zu wenig Kunst. Pluspunkte gibt es aber für Ausdauer und den großen Masterplan des unermüdlichen Sprayers „die Stadt zu verschönern“ und „die Menschen zum Lächeln zu bringen“. Kann man gelten lassen :)

Mehr Fotos auf flickr und zwar in einer eigenen Gruppe und auch dort. Und natürlich auf smiley-hamburg.de.

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Hallo!

Sugar Ray Banister

Sugar Ray Banister ist ein Blog über Fotografie und Urbanismus aus Nürnberg und dem Rest der Welt.

In den naturgemäß sehr subjektiven Berichten und Fotos treten hier immer die finsteren und echten Ecken der Stadt zu Tage. Dazu gesellen sich Fotoexperimente und auch Reiseberichte, manchmal auch Sachen rund um Technik und Netzkultur. Mehr dazu hier.

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